Slow-Tisch: Rotes Höhenvieh

Karl Scholler referiert am Slow-Tisch


„Diese Tiere sind besser isoliert, als eine Softshelljacke. -15°C sind überhaupt kein Problem. Deshalb ist eine ganzjährige Freilandhaltung auch in der nördlichen Oberpfalz möglich.“ Sätze wie diese machten dem Dutzend interessierten Slowfoodies am vergangenen Montag deutlich, was unsere Region verloren hätte, wäre nicht vor weniger als 20 Jahren eine Spermaladung von Udo dem Bullen aufgefunden worden, die das Rote Höhenrind vor dem endgültigen Aussterben gerettet hat.

Seit nunmehr fast 15 Jahren ist das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten nun dabei, diese alte Kulturrasse wieder in unserer Heimat anzusiedeln. Der Zuchtberater Karl Scholler berichtete von den sich langsam einstellenden Erfolgen dieser Arbeit.

Gab es noch in den 1850er Jahren eine Vielzahl von Viehrassen in Bayern, ging diese Biodiversität nach und nach verloren. Wo keine Ochsen mehr einen Pflug ziehen, wo Kühe nur noch Milchproduzenten sind, wo Wiederkäuer mit Mais statt mit Gras gefüttert werden, da läuft etwas gewaltig schief.

Nun ist es nicht so, dass das Rote Höhenvieh in seiner Geschichte frei von züchterischen Einflüssen geblieben wäre. Es ist die Robustheit dieser Tiere, die diese für eine extensive Freilandhaltung prädestinieren. Und es ist das eingelagerte intramuskuläre Fett, was das Rote Höhenvieh zu einem echten Konkurrenten für Wagyu-Beef machen könnte  – einem Feinschmeckerfleisch aus Japan, welches fast schon mit Gold aufzuwiegen ist.

Zum Ende der Veranstaltung konnten die Mitglieder des Convivium – so heißen die regionalen Ortsgruppen bei Slow Food – auch noch Schinken und Salami von Oberpfälzer Höhenvieh verkosten.

Info

Datum:
2013-10-14T00:00:00+02:00
Uhrzeit:
00:00 - 23:59 Uhr
Ort:
Evangelisches Bildungswerk,
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