Wir feiern

Im Jahr 2022 haben wir allen Grund zum Feiern: 20 Jahr Slow Food Saarland - 30 Jahre Slow Food Deutschland. Anlässlich dieses Festes planen wir verschiedene Veranstaltungen. Wir werden darüber informieren.

Slow Food – was verbirgt sich dahinter?
Was macht Slow Food Saarland?


Von Slow Food haben viele schon einmal gehört. Doch die Idee, die hinter der weltweiten Bewegung steckt, kennen nur wenige. Immer wieder stellen wir fest, dass der Begriff zwar bekannt ist und auch etwas damit verbunden wird, darüber hinaus bleibt’s dann aber oft im Ansatz stecken.

Darum nehmen wir das bevorstehende, 20jährige Jubiläum zum Anlass, die Philosophie und den Grundgedanken von Slow Food noch einmal etwas ausführlicher darzustellen und Gründe und Argumente aufzuzeigen, warum es so wichtig ist, diese Bewegung weiter bekannt zu machen und vielleicht sogar neue Mitglied zu werben!

Slow Food steht zunächst einmal für die entschleunigte Art des Essens. Es geht allerdings über das langsame und gründliche Kauen weit hinaus. Wir wollen uns Zeit nehmen, gemeinsam mit Genuss und Aufmerksamkeit zu essen und zusammen zu sitzen. Slow Food versteht sich als eine vielleicht sogar DIE Ernährungsbewegung, die zu Vielfalt, Nachhaltigkeit und Fairness beitragen möchte.

Das Ziel ist die Förderung einer verantwortlichen Landwirtschaft und Fischerei, einer artgerechten Tierzucht, die Aufrechterhaltung des traditionellen Lebensmittelhandwerks und die Bewahrung der regionalen Geschmacksvielfalt. Umweltbewusstsein in Verbindung mit Genuss und Geschmack!

Grundlage der Philosophie sind Lebensmittel, die auf natürliche und ursprüngliche Art und Weise hergestellt werden.

Bei der Tiergesundheit haben wir klare Ziele für einen fairen Umgang mit landwirtschaftlich genutzten Tieren. Das sind z.B. die Nutzung von Weideland und Verwertung regionaler Futtermittel, eine flächengebundene Tierhaltung und die Erzeugung von Futtermittel auf dem Hof oder von Partnerbetrieben, eine Weidehaltung und Pflege von extensiv gedüngten Wiesen und perfekte Bedingungen für die Tiere, was Auslauf und Umgebung betrifft. Bei den Lebensmitteln fordern wir dazu auf, das zu retten, was die Natur vorgibt, die biokulturelle Vielfalt zu erhalten und auf regional erzeugte und verarbeitete Lebensmittel zu bauen und sie wiederzuentdecken.  Damit kann ein neues Bewusstsein für Lebensmittel entstehen oder gesteigert werden, die regionaltypisch sind und gerade geerntet werden.

Wir – die Anhänger von Slow Food - möchten die Kultur des Essens und des Trinkens pflegen und lebendig halten und das Wissen darüber  verbreiten.

Wir stehen mit Landwirten, Produzenten, Gastronomen und Verbrauchern in engem Kontakt und organisieren und unterstützen Veranstaltungen, vermitteln Wissen über die Qualität von Nahrungsmitteln und sorgen dafür, dass der Ernährungsmarkt transparent bleibt. Wir testen neue Restaurants nach den Slowfood-Kriterien und zeichnen sie – sofern sie den Test bestanden haben - mit unserem Markenzeichen, der „Slow-Food-Schnecke“, aus. Unser Genussführer weist mittlerweile einige Restaurants im Saarland auf, von denen wir sagen, dass dort gut, ehrlich und nachhaltig gekocht wird.

Die Idee von Slow Food kommt allerdings nicht aus Deutschland sondern aus Italien. Bauern, Lokalpolitiker und Genießer begründeten die Gegenbewegung zum globalisierten „Fast Food“ mit dem Ziel, regionale Lebensmittel und lokale Rezepte zu erhalten.

1986 setzten Carlo Petrini und Gefährten das Slowfood Movement in Bewegung, als in Rom an der Piazza Navona eine McDonald‘s-Filiale ihre Pforten öffnete und sie vor lauter Ärger ein öffentliches Spaghetti-Essen auf der Spanischen Treppe veranstalteten.  Zuvor war im Piemont unter Petrinis Führung schon ein Verein entstanden, der sich für eine Kultur des kulinarischen Genusses und ein „moderates Lebenstempo“ einsetzte.

Damit war der Grundstein für Slow Food gelegt. Drei Jahre später, 1989, entstand der internationale Verein und noch einmal drei Jahre später, 1992, Slowfood Deutschland e.V. Bis heute ist ein weltweites Netzwerk aus mehr als 100.000 Mitgliedern entstanden, die in 1.500 Convivien, den lokalen Gruppen, aktiv sind und in dem Ernährung ganzheitlich betrachtet wird.

Das Convivium im Saarland hat derzeit 145 Mitglieder, darunter viele Gastronomen, Produzenten und Händler. Convivium heißt Tafelrunde. So genießen wir gemeinsam unsere Treffen, die meistens auch für Nicht-Mitglieder offen sein.

Und hier noch ein treffender und zum Nachdenken anregender Gedanke:  

„Bei jeder Mahlzeit, also mindestens 3x am Tag, treffen wir Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen – Alles, was wir essen, ist zwangsläufig mit Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Landwirtschaft, Umwelt und Gesundheit verbunden.

Aus diesem Gedanken können die zentralen Grundsätze von Slowfood abgeleitet werden:


“GUT ­--- SAUBER --- FAIR” („BOUNO – PULITO – GIUSTO“)

Machen Sie einfach mit und unterstützen Sie Slow Food! Egal, wie - ob Sie von uns erzählen oder selbst Mitglied werden und uns bei unseren laufenden Projekten und Veranstaltungen unterstützen!

Feiern Sie mit uns zusammen unser Jubiläum!

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