Lauingen: Slow Food Wurzeltour Gutes Brot braucht Zeit

Aus welchen Rohstoffen besteht eigentlich ein gutes Brot? Woher kommen die einzelnen Zutaten? Welche Produktionsschritte sind für die Zubereitung nötig und wie schmeckt ein Brot aus Emmer, eine der ältesten Getreidesorten weltweit? Diesen und vielen weiteren Fragen gingen die Teilnehmer der Slow Food Wurzeltour in der Backstube des Traditionsunternehmens „Himmelbäck“ in Lauingen auf die Spur und schlüpften in die Rolle von Bäckerlehrlingen.

Lauingen, 1.4.2017 | Dem Brot auf der Spur

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Begrüßt wurden die Gäste von der Slow Food Deutschland Vorsitzenden Ursula Hudson und von Jürgen Lenzer, der als Bäckermeister den Himmelbäck seit 1993 führt. Ausgestattet mit Kittel, Häubchen und Überschuhen schritten die rund 30 Teilnehmer in der Backstube zur Tat. Hier hieß es kneten und formen. Denn die nach traditionellen Rezepturen vorbereiteten Teige für Genetztes Dinkelbrot und Seelen warteten darauf, von den Gästen weiterverarbeitet zu werden. Diese formten ihre eigenen Backwaren und schoben sie mit Namensschildchen versehen in den Ofen.

Der Höhepunkt des Nachmittags war die Zubereitung des „Emmer Urkorn Brotes“. Diese Brotsorte besteht aus der alten Getreidesorte Emmer. „Mit dem Brot aus Emmer konnten wir unseren Gästen eine echte Premiere bieten. Denn bislang ist diese Brotsorte bei uns im Laden noch nicht erhältlich,“ berichtet Jürgen Lenzer voller Begeisterung. Der Bauer, der den Emmer anbaut und an Himmelbäck liefert, beantwortete vor Ort alle Fragen rund ums Korn. Und damit war er nicht der Einzige: Auch die regionalen Erzeuger weiterer Rohstoffe wie Mehl und Eier begleiteten die Wurzeltour. Und während die Brote im Ofen buken, wurde gemeinsam Vesper gemacht und verschiedene Brotsorten mit hausgemachten Aufstrichen gekostet. Dazu gab es ein zünftiges Bier vom Schwanenbräu aus Wertingen.

Bild oben: Bäckermeister Jürgen Lenzer gibt Einblick in sein Backhandwerk.

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Selbst gebackenes Brot macht stolz und glücklich

„Es hat richtig Spaß gemacht zu sehen, wie glücklich die Teilnehmer am Ende der Tour mit ihren eigenen Broten nachhause gingen,“ erzählt Ursula Hudson. „Genau darum geht es uns bei den Slow Food Wurzeltouren. Wir möchten die Menschen wieder an die Ursprünge traditioneller Lebensmittelherstellung heranführen. Es soll erlebbar für die Teilnehmenden sein, sie sollen mit anpacken und das Ergebnis selber schmecken.“ Das ist beim Himmelbäck gelungen und gebacken wurde ohne chemische Hilfsmittel und Enzyme.

Bild oben: Am Ende des Tages präsentierten die Teilnehmenden stolz ihre Ergebnisse.

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Ausgestattet mit Kittel, Häubchen und Überschuhen schritten die rund 30 Teilnehmenden in der Backstube zur Tat.

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Die Teilnehmenden der Wurzeltour waren mit Begeisterung dabei, ihre eigenen Brote zu kne-ten und zu formen.

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Belohnt wurden die Arbeit mit einer gemeinsamen Brotzeit.

Alle Bilder von der Slow Food Wurzeltour: © Rose Schweizer/Slow Food

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