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Slow Food Deutschland Mitgliederversammlung 2015

4.7.2015 - Die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung von Slow Food Deutschland e. V. fand am Samstag, den 27. Juni im Haus der Kirche in Kassel statt. Mit dabei war auch der Vizepräsident von Slow Food International, Edie Mukiibi, der den Teilnehmern über das Slow-Food-Projekt der 10.000 Gärten in Afrika berichtete. Ein Bericht von Sharon Sheets, Slow Food Deutschland.

Der offizielle Teil der Berichterstattung über das vergangene Geschäftsjahr sowie die Beschlussfassung über diverse Anträge wurden bei der diesjährigen Mitgliederversammlung durch einen inhaltlichen Teil zum Thema Ernährungssouveränität ergänzt. Hendrik Maaß von der Nyéléni-Bewegung erläuterte das Konzept und sprach über die Problematik des Wachstumszwangs. Lotte Heerschop präsentierte das Schulprojekt Teller statt Tonne der Slow Food Deutschland gUG, die Bildung im Bereich Ernährungswissen und Ernährungskultur fördert. Das Bildungsprojekt klärt über das Problem der Lebensmittelverschwendung und ihre Auswirkung auf die Ernährungssouveränität hierzulande und weltweit auf. In mehreren Schritten wird die Wertschöpfungskette, die sich vom Acker bis auf den Teller vollzieht, den Schülern veranschaulicht. Die Webseite www.teller-statt-tonne.de bietet Informationen rund um das Projekt.

10 000 Gärten für Afrika

Edie Mukiibi unterstrich die positiven Auswirkungen der schon errichteten Gärten im Rahmen des 10.000-Gärten-Projekts. Das vom afrikanischen Slow-Food-Netzwerk initiierte Projekt stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und das Selbstbewusstsein lokaler Gemeinschaften und trägt zum Erhalt der kulinarischen Traditionen und der reichen Biodiversität des Kontinent bei. Die Eigeninitiative und Einbeziehung der lokalen Bevölkerung schon bei der Planung eines Gartens ist dabei grundlegend wichtig. Dadurch entsteht wieder Wertschätzung für die einheimischen Kulturpflanzen und die eigenen landwirtschaftlichen und kulinarischen Traditionen, die früher durch die Kolonialmächte und im letzten Jahrhundert durch die „modernen“ Wirtschaftsmächte als zurückgeblieben und unnütz eingestuft worden waren. Dies sei ein ganz wichtiger Schritt auf dem Weg zur Ernährungssouveränität in Afrika, so Edie, denn die Lieferung von importierten Gütern und Ressourcen durch sogenannte Entwicklungshilfe wird den Kontinent nicht ernähren. Gerade die Selbstbestimmung und der Aufbau eines Netzwerks an jungen Führungskräften auf dem Kontinent, wie es im 10.000-Gärten-Projekt geschieht, seien hingegen ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Bild oben (v.l.n.r., Reihe hinten): Rubert Ebner, Schatzmeister; Ursula Hudson, Vorsitzende; Bashar Al Sharani, Terra-Madre-Netzwerk; Holger Riegel, Beisitzer im Vorstand; Edie Mukiibi, Vizepräsident Slow Food International; Klaus Flesch, stellv. Vorsitzender; Sharon Sheets, Geschäftsstelle; Phoebe Ploedt, Beisitzerin im Vorstand; Lotte Heerschop, Geschäftsstelle; (sitzend vorne v. l. n. r.) Duha Al Sharani, Terra-Madre-Netzwerk; Anke Klitzing, Geschäftsstelle; Sandra Binke, Geschäftsstelle. | © Katharina Heuberger

Mehr Informationen:

10 000 Gärten für Afrika

www.teller-statt-tonne.de


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