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B.A.U.M.-Umweltpreis: "Eine große Anerkennung für Slow Food!"

11.6.2016 - Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, erhält den B.A.U.M.-Umweltpreis 2016 in der Kategorie "Verbände". Das Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften verleiht diesen Preis alljährlich an Persönlichkeiten, die sich in herausragendem Maße für eine umweltschonende und sozial gerechte Wirtschaftsweise einsetzen. Vergangenen Montag wurde die Auszeichnung in Berlin von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks überreicht.

In ihrer Festrede sagte Hendricks: "Die B.A.U.M.-Preisträger 2016 gehören zu den Vorreitern in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit. Ich freue mich, Ihnen persönlich zu ihrer Auszeichnung gratulieren zu können." Die Ministerin ging auch auf die Rolle der Konsumenten in einer nachhaltigen Wertschöpfungskette ein: "Eine wirklich nachhaltige Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette kann nur gelingen, wenn der Konsument einbezogen wird. Allein der Konsum der privaten Haushalte ist für mehr als ein Viertel aller Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Nachhaltiger Konsum reicht in den individuellen Lebensstil der Menschen hinein. Daher heißt es hier umsichtig vorzugehen, nicht zu verordnen, sondern aufzuklären. Ich begrüße ausdrücklich alle Initiativen von Unternehmen und Verbänden in diese Richtung. Der nachhaltige Konsument ist der informierte und ökologisch wie sozial verantwortliche Bürger."

Preisträgerin Ursula Hudson betonte, dass sie den Preis nicht als ihr persönliches Verdienst annehme, sondern stellvertretend für die vielen engagierten Menschen und Slow-Food-Mitglieder, die die Slow Food Philosophie leben und sich aktiv für das bessere Lebensmittelsystem im Zeichen der Schnecke einsetzen. Sie sagte: "Ich sehe den Preis als große Anerkennung für den ganzen Verein!"

Bild oben: Ursula Hudson (erste Reihe, 2. v. r.), Vorsitzende von Slow Food Deutschland, zusammen mit den anderen B.A.U.M.-Preisträgern, der Bundesumweltinisterin Baraba Hendricks (erste Reihe im weißen Jackett) und dem B.A.U.M.-Vorstand bei der Preisverleihung. | © B.A.U.M. / BUP 16


Preisträger-Porträt Ursula Hudson, Slow Food Deutschland e. V. und Slow Food International

Ursula Hudson, Jahrgang 1958, ist Vorstandsvorsitzende von Slow Food Deutschland und Mitglied des Vorstands von Slow Food International. Neben den Themen Kunst und Design zu Beginn des 20. Jahrhunderts behandelt die Kulturwissenschaftlerin und Autorin in ihren Veröffentlichungen und Vorträgen vor allem das Thema Essen, dessen Geschichte und Kultur, die Regionalität von Lebensmitteln und die kulinarische Bildung.

Nach ihrer Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrte Ursula Hudson zunächst an der Universität Bayreuth im Fachgebiet Interkulturelle Germanistik und im Anschluss daran an den Universitäten von Cambridge und Oxford. Neben ihrer freiberuflichen Forschungs- und Autorentätigkeit ist sie Mitglied der Beratergruppe der Welthungerhilfe sowie Mitglied der Deutschen Akademie für Kulinaristik e. V., deren Geschäftsführerin sie von 2006 bis 2008 war. Seit 2010 gehört sie dem Vorstand von Slow Food Deutschland an; seit 2011 ist sie dessen Erste Vorsitzende.

Bei ihrer Arbeit motiviert Ursula Hudson "die unabdingbare Notwendigkeit, eine wirkliche Ernährungswende, getragen von allen Akteuren, mit herbeizuführen. Ernährung steht im Zentrum des menschlichen Handelns und hat große und langfristige Auswirkungen auf unsere ökologische Umwelt. Essen ist von daher hoch politisch. Um den nachkommenden Generationen einen Planeten Erde zu übergeben, der sie nährt und Leben ermöglicht, bedarf es des sofortigen Handelns."

Seit ihrer Wahl in den Vorstand von Slow Food Deutschland gehört die Beschäftigung mit Fragen der Nachhaltigkeit für Ursula Hudson zum Tagesgeschäft. Ihre Aufgaben reichen dabei von allen wichtigen Tätigkeiten der Verbandsarbeit über die Entwicklung neuer, innovativer Projekte bis hin zu den verschiedenen Facetten der Öffentlichkeitsarbeit. Auch fungiert sie als Schnittstelle zur Politik.

Im Zentrum ihrer Arbeit stehen die Ernährungsbildung sowie die Aufklärung der Verbraucher über die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Ernährungsentscheidungen und Auswirkungen auf Wasser, Luft und Boden. Große Themen sind biologische Vielfalt, Tiere und Tierhaltung, Überfischung, Bodenfruchtbarkeit, Saatgut und Ökologisierung der Landwirtschaft.

Zu den herausragende Projekten, die in den letzten Jahren unter Ursula Hudson angestoßen wurden, gehören unter anderem die sogenannten Schnippeldiskos, die seit 2011 von der Slow Food Youth zunächst in Deutschland, mittlerweile aber auch weltweit durchgeführt werden. Bei diesen "kulinarischen Protestaktionen" verarbeiten die Teilnehmer sogenanntes Knubbelgemüse – Gemüse, das wegen seiner Größe oder Unförmigkeit vom Lebensmittelhandel abgelehnt wird – zu leckeren Gerichten. Damit protestiert Slow Food gegen Lebensmittelverschwendung.

Ursula Hudson war maßgeblich beteiligt an der Einführung des Fish Dependence Day in Deutschland, um auf die Überfischungsproblematik aufmerksam zu machen, und trug zur Verbreitung von Konzepten wie "Genuss und Verantwortung" oder "Essen, was wir retten wollen" bei, die alle den unmittelbaren Zusammenhang von Essenshandeln und Umwelt verdeutlichen.

Ernährungsbildung und Verbraucheraufklärung stehen für Ursula Hudson im Zentrum ihrer Arbeit. Ihr Ziel ist dabei die Vermittlung einer Ernährungskompetenz, die zukunftsfähige Ernährungsentscheidungen und nachhaltiges Handeln ermöglicht. Für dieses Engagement erhält sie den B.A.U.M.-Umweltpreis in der Kategorie "Verbände und Institutionen".

Über B.A.U.M.

Der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e. V. wurde 1984 als erste überparteiliche Umweltinitiative der Wirtschaft gegründet und ist heute mit über 500 Mitgliedern europaweit das größte Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften. B.A.U.M. unterstützt seine Mitglieder in Fragen des unternehmerischen Umweltschutzes und nachhaltigen Wirtschaftens. Der Schwerpunkt liegt auf praxisorientiertem Erfahrungsaustausch und Service.

Quelle: u. a. Pressemeldung zur B.A.U.M.-Preisverleihung vom 30. Mai 2016

Bild oben: Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland e. V. | © Ufuk Arslan



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