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Video-Tipp: Erklärfilm Meere und Ozeane

12.6.2016 -  Rund 70 Prozent unserer Erde ist von Meeren und Ozeanen bedeckt. Sie sind Nahrungsquelle, Transportweg und Sauerstoffproduzent. Aber das Meer ist in Gefahr: Überfischung, Plastikmüll, Übersäuerung, Artensterben. Der kurze "Erklärfilm Meere und Ozeane" in der Reihe WissensWerte von e-politik.de e.V. wirft einen Blick unter die Wasseroberfläche.

Skripttext

Die Ozeane: groß, geheimnisvoll und voller Leben. Faszinierende Lebensräume gibt es in und am Wasser. Zum Beispiel Mangrovenwälder: Bäume die in Salzwasser wachsen.

Blätter und Früchte nähren kleinste Organismen. Der Anfang einer Nahrungskette, die sich durchs ganze Meer fortsetzt.

Das Labyrinth bietet Schutz: Für Fische, die hier ihre Kindheit verbringen. Und für alles nahe der Küste, denn die Wälder fangen Tsunamis und Sturmfluten ab.

Korallenriffe: so artenreich und dicht besiedelt wie sonst nur Regenwälder. Hier leben viele Spezialisten, raffiniert aufeinander abgestimmt.

Korallen zum Beispiel: Eine Wohngemeinschaft von Polyp und Alge. Beide beschaffen einander Futter. Der Polyp baut das Haus und die Alge sorgt für bunte Farbe!

Nur wenige Zentimeter wachsen Riffe im Jahr. Umso unglaublicher wie groß manche sind. Sie wirken auch als Wellenbrecher und damit als Küstenschutz.

Die Ozeane sind groß. Nomaden durchwandern die blauen Weiten. Manche Meeresschildkröte schmaust vor Mexiko. Doch zum Eierlegen zieht sie los, zu dem Strand, an dem sie selber schlüpfte. Viele tausend Kilometer schwimmt sie: einmal quer durch den Pazifik bis sie ihr Ziel erreicht: die Küste Japans! Doch nicht alle Nomaden wandern allein.

Nicht alles, was die Ozeane tun, ist sichtbar: Jeden zweiten Atemzug verdanken wir dem Meer. Denn über die Hälfte allen Sauerstoffs wird von Plankton produziert. Die Meere speichern und transportieren Wärme und steuern so Wetter und Klima. Treibhausgase nehmen sie auf, 50 mal mehr als die Atmosphäre.

Die Ozeane sind tief. Über 11 Kilometer an der tiefsten Stelle! So weit dringt kein Sonnenstrahl. Ab 1000m herrscht absolute Dunkelheit. Es ist kalt. Der Druck ist immens. Ohne U-Boot würde das kein Mensch überleben.

Und doch, in dieser extremen Umgebung leben Kreaturen, wie von einem anderen Planeten.

Manche sogar mit eigener Beleuchtung. Das Anglerfisch-Weibchen trägt eine Laterne, leuchtende Bakterien leben darin. So lockt sie die Beute direkt in ihr Maul.

Am Boden: Schlote aus denen schwarzes Wasser strömt, giftig und heiß, über 350°C. Dennoch gedeiht hier Leben: Bakterien fressen die Gifte und dienen dann anderen Tieren als Nahrung. Ein ausgeklügeltes Ökosystem, entstanden über Jahrmillionen. Vor wenigen Jahren erst von Menschen entdeckt.

Die Weltmeere bedecken über 2/3 der Erde. Und doch wissen wir über sie weniger, als über die Rückseite des Mondes. Welche Geheimnisse schlummern noch in der Tiefe? Welche unbekannten Lebewesen? Um das heraus zu finden, bleibt uns nicht mehr viel Zeit. Die Ozeane sind in Gefahr.

Rohstoffvorkommen wecken begehren. Denn unser Bedarf an Metallen und Energie ist unersättlich. Da Öl und Erdgas an Land weniger werden, soll immer weiter draußen und in immer größerer Tiefe gebohrt werden.

Die Ozeane ertrinken im Müll. 8 Millionen Tonnen Plastik landen jedes Jahr im Meer. Wer Plastik mit Futter verwechselt, stirbt. Plastik verwest nicht, es zerfällt nur sehr langsam in immer kleine Stücke. Dabei wird Gift frei. Kleinste Teile - Mikroplastik – finden sich überall. Sie wandern durch die Nahrungskette. Bis auf unseren Teller. Fachleute sagen, ab 2050 gibt es im Meer mehr Plastik als Fisch.

Wir fangen mehr Fisch als nachwachsen kann. Die Bestände sind schon um 90% zurückgegangen.

Doch längst nicht alles landet auf dem Teller. Bis zu 9 Kilo andere Tiere gehen für 1 Kilo Krabben ins Netz. Und enden als Müll. Grundschleppnetze und Dynamitfischerei verwüsten Lebensräume.

Und unser Appetit und unsere Arglosigkeit zerstören noch mehr: Jeder vierte Mensch ist angewiesen auf Nahrung aus dem Ozean, besonders in ärmeren Gebieten. Doch dieser Nahrungsgrundlage steht jetzt das Wasser bis zum Hals.

Und nicht alle Bedrohungen sind sichtbar: Flüsse spülen Dünger von Feldern ins Meer, dadurch sinkt der Sauerstoffgehalt. Die Meeresbewohner ersticken. Flussmündungen werden so zu Todeszonen. Deren Anzahl verdoppeln sich alle 10 Jahre.

Ungeklärte Abwässer und Chemikalien fließen aus Fabriken, Schiffen und Siedlungen ins Meer und verändern die natürliche Entwicklung von Lebewesen.

Die CO2 Werte steigen. Das Meer muss immer mehr davon aufnehmen. Es versauert. Ein großes Problem für Muscheln und Korallen. Ihre Kalkschalen zerbröseln.

Durch den Klimawandel erwärmt sich das Meer. Doch ist das Wasser zu warm, trennt sich der Korallenpolyp von seiner Alge. Die Koralle wird weiß. Eine Weile kann sie so noch überleben. Doch hält dieser Zustand zu lange an, stirbt auch sie.

Die Mangrovenwälder müssen weichen. Aber ohne ihren Schutz fehlen Nahrung und Fischnachwuchs. Stürme und Wellen donnern ungebremst auf die Küsten.

Wir müssen das Meer besser verstehen und nachhaltiger mit ihm umgehen. Viele gute Ansätze gibt es bereits. Unser Leben ist eng verbunden mit dem Meer. Wenn es krank ist, können wir nicht gesund bleiben.

Auf YouTube veröffentlicht am 30.5.2016

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Zum Download steht der Film hier bereit: http://edeos.org/downloads/ Dort finden Sie auch eine große Auswahl anderer Medien mit CC Lizenz in den Bereichen Globales Lernen, Umweltbildung und politische Bildung.


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Slow Thema: Nachhaltige Fischerei


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