Ermstäler Knorpelkirsche

Feste Süßkirschen aus der der Region Neckar-Alb

 

Arche-Passagier seit 2014
Unterstützt von Slow Food Stuttgart und Slow Food Tübingen/Neckar-Alb

Beschreibung des Passagiers

Die Ermstäler Knorpelkirsche ist eine lokale Süßkirschsorte der Region Neckar-Alb. Unter dortigen Obstbauern war sie früher auch als Herzkirsche bekannt. Nach den Überlieferungen wurde ihr verhältnismäßig festes Fruchtfleisch mit der Festigkeit des menschlichen oder tierischen Herzens verglichen. Die meistens damals angebauten Kirchsorten waren hingegen weich. Viele Obstbäuerinnen aus der Gemeinde Dettingen an der Erms haben früher den Weidenkorb mit Kirschen auf dem Kopf auf die Märkte nach Urach (heute Bad Urach), Reutlingen und sogar in das 60 km entfernte Ulm getragen und vermarktet. In Ulm wurden die Körbe vor dem Verkauf der Ware in das Wasser des Marktbrunnens getaucht, vor allem um die Maden auszuspülen. Die gedörrten Kirschen wurden wiederum mit der Eisenbahn bis nach Bayern geschickt. Der Transport erfolgte in Weidenkörben, an deren Oberfläche zum Schutz der Kirschen ein starkes Tuch angenäht wurde.


Eigenschaften und geschmackliche Charakteristik

Der Baum wächst stark und bildet eine mächtige, hochkugelige Krone. Er trägt erst im fortgeschrittenen Alter, unter zusagenden Bedingungen vermag er aber gute Erträge zu liefern. Die kleinen, schwarzen Früchte reifen spät, gegen Ende der Kirschsaison und zeichnen sich durch ihr festes Fleisch und ihre Witterungsbeständigkeit aus.

Die frischen wie auch die getrockneten Kirschen lassen sich in Bäckereien hervorragend zu Spezialitäten wie Kirschbrötchen verarbeiten. Wegen ihres intensiven Aromas und hohen Zuckergehalts eignen sich die Ermstäler Knorpelkirschen für die Verarbeitung zu hochwertigen Destillaten und Likören sowie zu Saft, mit dem man manchmal den Apfelsaft geschmacklich bereichert. Das Sortiment wird durch die Herstellung von Marmelade und Dörrobst abgerundet. Wegen ihrer ausgeprägten Mandelnote verfeinert man mit den Ermstäler Knorpelkirschen Fruchtschaumweine mit und ohne Alkohol.


Grund der Gefährdung

Nach den heutigen Vermarktungsnormen gelten die Ermstäler Knorpelkirschen als zu klein für den Frischmarkt und sind somit für die Kirschanbauer unrentabel geworden. Ansonsten neigt die Sorte zu einem starken Vorerntefruchtfall. In geringem Umfang findet man die Früchte im Straßenverkauf und auf Wochenmärkten. Es gibt fast keine jungen Bäume in der Region, die nachgepflanzt wurden.


Die Region des Arche-Passagiers

Die Süßkirschsorte wird vor allem im Ermstal, im Landkreis Reutlingen, in Baden-Württemberg angebaut.


Erzeuger und Bezugsquellen

Brennscheuer Straßer
Manuel Straßer
Fabrikstr. 7/1
72581 Dettingen
Tel. (0 71 23) 97 28 53
Fax (0 71 23) 97 28 54
info@brennscheuer-strasser.de
www.brennscheuer-strasser.de


Bilder: © Albrecht Arnold (2)


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