Rhönschaf

Königliches Schaf mit römischem Nasenprofil

  

Arche-Passagier seit 2005
Unterstützt von Slow Food Mainfranken-Hohenlohe

Beschreibung des Passagiers

Beim Rhönschaf handelt es sich um eine der ältesten deutschen Schafrassen, die mindestens seit dem 16. Jahrhundert im Mittelgebirge der Rhön verbreitet und den dortigen, rauen Bedingungen angepasst ist. Berühmt wurde sie, als Napoleon ihr wohlschmeckendes Fleisch bei seinem Rückzug 1813 entdeckt hat. Er war davon so begeistert, dass er den Import von Schlachttieren durch Wanderherden von der Rhön bis nach Paris veranlasste. Das geschätzte Tier wurde in Frankreich „mouton de la reine“ – Schaf der Königin genannt.


Eigenschaften

Charakteristisch für dieses eher großwüchsige Schaf ist ein schlanker, hornloser Kopf mit schwarzem Gesicht und römischem Nasenprofil. Das Vließ aus grober, wenig gekräuselter Wolle beginnt hinter den Ohren. Die langen, weißen Beine enden in kleinen, harten Klauen – perfekt für das raue und felsige Terrain. In der Vergangenheit war es ein Zweinutzungsschaf, heute wird vor allem sein zartes, würziges Fleisch nachgefragt. Zugleich setzt man die Rasse auch in der Landschaftspflege ein. Die offene, oft heideähnliche Landschaft der Rhön ist ein Ergebnis der jahrhundertelangen Beweidung. Im Gegensatz zu anderen Rassen, deren Lämmer bereits mit 3 bis 5 Monaten schlachtreif sind, haben die Lämmer des Rhönschafs erst mit etwa 8 bis 11 Monaten das richtige Schlachtgewicht, was auf extensive Fütterung mit dem nährstoffarmen Futter der Magerwiesen in den Hochlagen zurückzuführen ist.


Grund der Gefährdung

Trotz der großen Beliebtheit im 19. Jahrhundert, als jährlich bis zu 80.000 Rhönschafe allein nach Frankreich getrieben wurden, nahm die Zahl der Tiere nach dem Zweiten Weltkrieg kontinuierlich ab, bis die Rasse vom Aussterben bedroht war. Man ersetzte sie mit Schafsrassen, die profitabler bei der intensiven Haltung waren. Inzwischen bieten einige lokale Metzger die traditionellen Lammspezialitäten vom Rhönschaf wieder an.


Geschmackliche Charakteristik

Das Fleisch von Lamm und Schaf ist durch das langsame Wachstum relativ kurzfaserig und daher zart. Durch das reiche Kräuterangebot der kargen Wiesen erhält es zusätzlich einen leichten Wildgeschmack, der beim Lamm fein und zart, beim Schaf und Hammel ausgeprägter und würziger zur Geltung kommt. Regionale Spezialitäten vom Lammfleisch sind vor allem geräucherte Schinken und Salami sowie Leberwurst, weißen Pressack und Rotwurst.


Die Region des Arche-Passagiers

Die Rasse wird im Rhön-Mittelgebirge gezüchtet, das sich im Grenzgebiet zwischen Bayern, Hessen und Thüringen erstreckt.


Züchter, Erzeuger und Bezugsquellen

Josef Kolb
Friedhofsweg 4
Oberelsbach-Ginolfs
Telefon: (0 97 74) 81 86
E-Mail: jo.kolb@gmx.de

Dietmar Weckbach
Ehrenberg-Wüstensachsen
Mittelstraße 1-3
Telefon: (0 66 83) 2 91

Agrarhöfe
Mittelsdorfer Straße 21
Kaltensundheim
Telefon: (03 69 46) 2 17 00
E-Mail: dr.bach@rhoenhoefe.de

Spiegelshof
Julia Djabalameli
Waldstr. 25
36115 Ehrenberg (Rhön)
www.spiegelshof.de


Bilder: © Stefan Abtmeyer (4)


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