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Im Porträt: Unsere Terra-Madre-Delegierten 2018

Die internationale Slow-Food-Veranstaltung Terra Madre Salone del Gusto, die 7.000 Terra-Madre-Delegierte und rund 900 Aussteller aus 143 Ländern in Turin, Italien, versammelt, findet vom 20. bis 24. September 2018 statt, mittlerweile schon zum zwölften Mal.

Alle zwei Jahre kommen dort neben Tausenden von Besuchern Landwirte, Züchter, Imker, Fischer, Köche, Wissenschaftler, Autoren, Aktivisten, Gärtner und viele andere Akteure rund um unser Lebensmittelsystem zusammen. Sie bilden das Terra-Madre-Netzwerk.

Auch rund 90 deutsche Terra-Madre-Delegierte – handwerkliche Erzeugende, Kleinbauern, Züchtende alter Tierrassen, traditionelle Bäcker, innovative Unternehmer rund um die Lebensmittelproduktion und -vermarktung sowie Teilnehmende der Slow Food Youth Akademie – sind dieses Jahr in Turin dabei.

Hier finden sie die komplette Liste aller Teilnehmenden: Liste herunterladen (PDF).

Hier stellen wir Ihnen einige Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Terra-Madre-Delegation 2018 vor.


Heiko Niehaus, Betriebsleiter auf einem Traditionsschiff

In welchem Bereich arbeiten Sie?

Ich bin Betriebsleiter des Traditionsschiffes HF 42 Providentia in Flensburg und habe am 10. Mai 2018 an Bord das Malgari Café eröffnet. Wir beziehen den Großteil unserer Zutaten von kleinen Lebensmittelmanufakturen im Umkreis von 70 Kilometern. Es sind gute, saubere und faire Lebensmittel ganz nach dem Motto von Slow Food: durch die Jahreszeiten begrenzt und durch altbewährte Methoden hergestellt. Zusätzlich bieten wir in Kooperation mit dem Verein Club Amici Valchiusella Genussreisen in Valchiusella an. Es handelt sich hierbei um Wanderreisen, die den Teilnehmern die Möglichkeit bieten, Produzenten zu treffen und etwas über Biodiversität, Kreislaufwirtschaft und Lebensmittelhandwerk zu erfahren.

Warum haben Sie sich entschieden, in diesem Bereich tätig zu werden?

Weil ich die enge Kooperation mit der Ostseeschule Flensburg als Schiffseigentümer besonders interessant finde. Denn sie nutzt das Schiff als Schule in Fahrt und bietet so den Schülern tiefgreifende Eindrücke im Bereich der Schifffahrt als kulturelles Erbe und auf dem Gebiet Nachhaltigkeit in Norddeutschland. Das Café soll eine Ergänzung darstellen, indem es nun auch einen Lernort für gute Lebensmittel darstellt, um das Traditionsschiff als solches erhalten zu können.

Was sind die Highlights Ihrer Arbeit?

Der Austausch mit den Gästen, die Begeisterung der Leute über die Produkte und Köstlichkeiten der Region und natürlich der persönliche Kontakt zu den Produzenten. Immer wenn es die Zeit erlaubt, besuche ich sie, um mit ihnen über Herausforderungen, Lösungen und Produkte zu sprechen und gemeinsame Projekte ins Leben zu rufen.

Was war für Sie ein Schlüsselmoment in Ihrer Arbeit?

Die Idee und den Traum des Schiffscafés innerhalb von vier Wochen zu organisieren, die Herausforderungen von Stromauslastung, Logistik und Platzmangel zu bewältigen.

Was ist an Ihrer Tätigkeit besonders?

Wir arbeiten überwiegend mit kleinen Lebensmittelmanufakturen im Umkreis von 70 Kilometern zusammen, um das Handwerk in der Region und die lokale Wirtschaft zu fördern. Die enge Kooperation mit der Montessori-Schule Ostseeschule Flensburg erlaubt es uns, Bildungsarbeit an einem außergewöhnlichen Ort zu betreiben, Informationen über die Produzenten, ihre Produkte und ihre Bedeutung für die Region, wie auch Hintergrundinformationen über die Traditionsschifffahrt zu vermitteln.

Mit wem möchten Sie sich während des Terra Madre Salone del Gusto vernetzen?

Ich freue mich, interessante Produzenten kennen zu lernen, ihre Produkte möglicherweise in mein Portfolio aufzunehmen und Kooperationen einzugehen, um die Leute für eine umweltbewusste Ernährungsweise mit guten Lebensmitteln zu sensibilisieren.

Über welche Themen möchten Sie während des Terra Madre Salone del Gusto mehr erfahren?

Mich würde es sehr interessieren, andere Projekte oder Initiativen kennen zu lernen, die sich ebenfalls mit den Themen Nachhaltigkeit, Bildungsarbeit und Gastronomie an besonderen Standorten beschäftigen.

Sonstiges?

Den Austausch mit anderen Teilnehmern, die Teilnahme an Diskussionen und Vorträgen finde ich immer sehr aufschlussreich und inspirierend. Ich hoffe nur, dass bei dem geballten Programm  des Terra Madre Salone del Gusto genug Zeit für Gespräche und Reflektion bleibt.

Veröffentlicht am 16. August 2018
Foto: © Privat


Julia Salomon, Oecotrophologin

In welchem Bereich arbeiten Sie?

Ambulant unterstütztes Wohnen: Ernährungs-Begleitung für Menschen mit geistiger Behinderung (seit Oktober 2017), Gastronomie (Service), Studium der Oecotrophologie und Facility Management.

Warum haben Sie sich entschieden, in diesem Bereich tätig zu werden?

Es ist mir ein Anliegen, gute und gesunde Ernährungsweisen beziehungsweise das Wissen darum, an alle Menschen heranzutragen. Nicht nur an finanziell Benachteiligte, sondern auch an Menschen mit Lernschwächen oder anderen Barrieren. Die Kombination von Arbeiten mit Menschen und dem Studium der Oecotrophologie ist für mich genau das, was ich schon seit langer Zeit tun wollte.

Was sind die Highlights Ihrer Arbeit?

Wenn eine Klientin mir Fotos von ihrem Essen schickt und von sich aus Dinge erfragt. Ein anderer Klient hat darauf beharrt, ein ganz bestimmtes Rezept von mir zu bekommen, um den Pfannekuchen-Wendetrick zu üben. Wenn ich sehe, dass einer der Klienten beim Zwiebelschneiden den Tunnel-Griff macht, den ich ihm vorher nur zweimal gezeigt habe.

Was war für Sie ein Schlüsselmoment in Ihrer Arbeit?

Die Fotos der Klientin von ihrem Essen. Das kann man als außenstehende Person vielleicht nicht so gut nachvollziehen. Aber für mich bedeutete es, dass ein wenig meiner Arbeit bei ihr angekommen ist.

Was ist an Ihrer Tätigkeit besonders?

Weil diese Menschen etwas Besonderes sind. Und die Teilhabe aller Menschen die Gemeinschaft stärkt. „Wissen teilen“ heißt nicht, dass man es nur mit denen teilt, die es verstehen können. „Wissen teilen“ bedeutet, es jedem Menschen verständlich zu machen, der es verstehen möchte. Erst dann sind wir auf einer Augenhöhe.

Mit wem möchten Sie sich während des Terra Madre Salone del Gusto vernetzen?

Mit Menschen, die Interesse daran haben, die Teilhabe aller Menschen (und Tiere) als einen zentralen Punkt in der gemeinsamen Arbeit bei Slow Food zu etablieren. Die Teilhabe von Kleinbauern, Kindern, Menschen mit sprachlichen Barrieren, Nischen-Produzenten, Menschen mit Behinderungen, Menschen mit wenig Einkommen und so weiter gehören meiner Meinung nach zu Slow Food wie die Schnecke, die Gabel-Faust und guter Wein.

Über welche Themen möchten Sie während des Terra Madre Salone del Gusto mehr erfahren?

Welche Anregungen, Ideen und Materialien es schon im Bereich Teilhabe oder z. B. Food Literacy gibt. Wie in anderen Ländern damit umgegangen wird und ob es Interesse daran gibt, sich auch vielleicht international zu dem Thema zu vernetzen. Mich interessiert auch, wie es in anderen Ländern den Kleinbauern geht und wie dort mit Landgrabbing oder Ähnlichem umgegangen wird. Ob es Erfolge gibt oder wie man sich noch weiter vernetzen kann, um gegen übermächtige Konzerne eine Chance zu haben. Spannend finde ich auch, ob und welche Formen von alternativen Transport-Möglichkeiten vielleicht schon von Lebensmittelhändlern und -produzenten benutzt werden.

Sonstiges?

Ich freue mich einfach außerordentlich auf das Wiedersehen mit vielen tollen Menschen, neue Menschen kennenzulernen, interessante Diskussionen und viele neue Eindrücke. Außerdem habe ich vor, als Genuss-Botschafterin mit einem Lastenrad von Münster aus nach Turin zu fahren. Mit im Gepäck: (leichte) Spezialitäten aus Münster und emissionsarm transportierte Schokolade. Die Aktion ist noch in der Ideen-Phase, wird aber mit der Zeit immer konkreter. Es fehlen nur noch ein gesponsertes Leih-Lastenrad, die Münster-Spezialitäten und eine Straßenkarte. Eine motivierte Fahrerin mit Zelt, Zeit und trainierten Beinen gibt es schon.

Veröffentlicht am 9. August 2018
Foto: © Privat


Inken Mohr und Hardy Marienfeld, Archehof Bredland

In welchem Bereich arbeiten Sie?

Wir bewirtschaften im Nebenerwerb einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb und bieten Urlaub auf dem Bauernhof an.

Warum haben Sie sich entschieden, in diesem Bereich tätig zu werden?

Uns ist es wichtig zu wissen, was wir essen, und wir möchten sicherstellen, dass es unseren Tieren bis zum letzten Tag gut geht.

Was sind die Highlights Ihrer Arbeit?

Wenn plötzlich unsere Gäste verstehen, warum es so wichtig ist, alte Nutztiere vor dem Aussterben zu bewahren.

Was war für Sie ein Schlüsselmoment in Ihrer Arbeit?

Als ein altes Kochrezept meiner Oma mit dem Schmalz unserer Angler Sattlelschweine plötzlich wieder funktionierte.

Warum ist Ihre Art der Produktion besonders?

Weil wir den Tieren während deren Lebzeiten sehr viel Zeit und Liebe schenken, sie bis in den Tod begleiten und später das Stück Fleisch für uns eine sehr große Bedeutung hat.

Mit wem möchten Sie sich während des Terra Madre Salone del Gusto vernetzen?

Mit anderen Landwirten, aber auch mit Interessierten und kritischen Verbrauchern weltweit.

Über welche Themen möchten Sie während des Terra Madre Salone del Gusto mehr erfahren?

Über die anderen Kulturen, Menschen, Länder, Arten der Vermarktung. Außerdem interssieren mich alte traditionelle Rezepte.

Veröffentlicht am 6. August 2018
Foto: Hardy Marienfeld mit Schaf. | © Tierpark Arche Warder


Elgin Hertel, Multimedia-Journalistin

In welchem Bereich arbeiten Sie?

Digital Storytelling, Podcasts, Radio, Fotografie.

Warum haben Sie sich entschieden, in diesem Bereich tätig zu werden?

Landschaft ist komplex, so wie der Mensch. Ich habe mich mit beiden beschäftigt und in zahlreichen sozialen sowie umwelt- und nachhaltigkeitsorientierten Organisationen gearbeitet. Ich betrachte mich als Audio-Anwältin für Menschenrechte und Nachhaltigkeit.

Um meine wissenschaftlichen und künstlerischen Neigungen miteinander verbinden zu können, habe ich an Theater-Workshops teilgenommen, arbeite als Radiojournalistin und Podcasterin. Ich möchte soziale Themen durch künstlerische Medien bearbeiten.

Was sind die Highlights Ihrer Arbeit?

2018: Landesverband Kinder- und Jugendfilm Berlin e.V. - Berlin. Produktion eines Podcasts für eine Radiosendung – als Tutorin des Projekts "Queer Faces Migrant Voices".

2017: Slow Food Berlin. Radioproduktion für das Projekt „Boden begreifen“ auf dem Gebiet Bildung und Unterhaltung.

2016: International Organisation of Migration – Dakar, Senegal. Radioproduktion des Theaterstücks "D´où tu vas" von Brrr.

Was war für Sie ein Schlüsselmoment in Ihrer Arbeit?

Nachdem ich mich für meinen Bachelor mit trockenen Zahlen beschäftigt hatte, nach dem Eintauchen in die Berliner Gastronomie als Zwischenspiel, nach der Beschäftigung mit kreativem Schreiben und Theater, habe ich 2015 endlich meine erste Radiosendung produziert, eine Satire über die EU-Flüchtlingspolitik, "SOS Arschloch". Ich stellte fest, dass ich Inhalt mit kreativem Output verbinden konnte, ein Arbeitsprozess, der mir zusagt, um eine Geschichte zu erzählen, die wichtig ist – für mich und hoffentlich auch für andere.

Was ist an Ihrer Tätigkeit besonders?

Ich finde Sozialwissenschaften mindestens genauso wichtig wie die Naturwissenschaften. Daher setze ich mich bei jeder Gelegenheit fremden Kulturen und Perspektiven aus. Das tiefe Verständnis für interkulturelle Eigenheiten hat mir geholfen, mit Menschen von unterschiedlichster Herkunft zu arbeiten. Daher weiß ich, wie man eine bedeutsame Geschichte erzählt. Ich mache den Menschen zum Mittelpunkt meiner Arbeit. Für die Entwicklung eines Audio Produkts verwende ich einen anthropozentrischen Ansatz, um sicherzustellen, dass die Menschen, die von einer bestimmten Frage betroffen sich auch im Endprodukt wiederfinden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt meiner Arbeit ist die Verbindung von wissenschaftlicher Information mit Unterhaltung, also Infotainment. Dies stellt sicher, dass sich die betroffenen Menschen mit dem Produkt identifizieren und dadurch veranlasst werden, ihr Verhalten positiv zu verändern. Aus Erfahrung weiß ich, dass betroffene Gemeinschaften, die Lösung für ihre Probleme bereits kennen, dies wird jedoch von den internationalen Organisationen für Entwicklung und Zusammenarbeit oft übersehen. Als Radiojournalistin und digitale Geschichtenerzählerin kann ich allen eine Stimme geben.

Mit wem möchten Sie sich während des Terra Madre Salone del Gusto vernetzen?

Sicher mit positiv eingestellten Menschen, die eine Machermentalität bestitzen und unkonventionelle, neue und fachübergreifende Ideen haben. Aber wer? Es könnte jeder sein: ein urbaner Gärtner aus New York, eine indonesische Großmutter, ein bayerischer Schlachter, ein italienisches Kind...meine Offenheit, Neugier und Spontaneität haben mir stets geholfen, also möchte ich mich auch spontan vernetzen.

Aufgrund meiner Arbeit möchte ich aber auch definitiv mit Menschen aus den Bereichen Info/Edutainment, Radio, Podcast, Theater der Unterdrückten, konstruktiver Journalismus, kritischer Journalismus, Avantgarde-Bildung austauschen. Frage: Was ist Wissen?

Über welche Themen möchten Sie während des Terra Madre Salone del Gusto mehr erfahren?

Als Frau interessieren mich natürlich auch Frauenthemen und da ich mit jungen Menschen und Migranten arbeite, interessiert mich alles, was damit zu tun hat. Auch erinnere ich mich, dass ich mich auf dem Terra Madre Kongress 2016 viel im Indigenen-Zelt aufgehalten habe.

Veröffentlicht am 2. August 2018
Foto: © Privat


Klaus Perovec, Küchenbulle und Streetworker

In welchem Bereich arbeiten Sie?

Ich arbeite als Küchenbulle und Streetworker in dem Sozialprojekt jugend@work für das Katholische Jugendsozialwerk der Caritas. Im Rahmen dieses Projekts koche ich zusammen mit schwervermittelbaren Jugendlichen und jungen Erwachsenen Schulverpflegung.

Warum haben Sie sich entschieden, in diesem Bereich tätig zu werden?

Weil es eine Tätigkeit ist, in der ich alle meine Kompetenzen und Leidenschaften aus meinem bisherigen Lebenslauf ausleben kann.

Was sind die Highlights Ihrer Arbeit?

Wenn meine Mitarbeiter nach ihren sechs Monaten im Projekt eine Lehrstelle antreten können. Und: Wenn Leute aus schwierigem sozialen Milieu sich plötzlich für gutes Essen und Kochen interessieren.

Was war für Sie ein Schlüsselmoment in Ihrer Arbeit?

Zitat: „Der Pudding schmeckt ja viel besser als ein gekaufter Pudding!“. Da steckt alles drin.

Warum ist Ihre Art der Produktion besonders?

Erstens: Weil wir mit einem kleinen Team nicht-qualifizierter Mitarbeiter jeden Vormittag selbstgekochtes Essen für 40 Personen zubereiten. Und wir dies Zweitens mit einem sehr knappen Budget bewerkstelligen und trotzdem sogar unser Brot selbst backen.

Mit wem möchten Sie sich während Terra Madre Salone del Gusto vernetzen?

Mit den Personen, die irgendwo auf der Welt für/mit sozial Benachteiligten Mahlzeiten zubereiten. Und die nebenher diese Menschen auch noch ausbilden. Interessant wäre auch der Austausch mit Menschen, die koscher oder halal kochen, weil es ihre Religion und/oder ihre Gäste verlangen.

Über welche Themen möchten Sie während Terra Madre Salone del Gusto mehr erfahren?

Wo auf der Welt gerade kulinarische Revolutionen stattfinden (ähnlich der New Nordic Cuisine), was bei Slow Food USA läuft (ich war gerade in North Carolina im Urlaub und habe das dortige Convivium getroffen). Außerdem interessieren mich Küchentechniken in den sogenannten Entwicklungsländern.

Veröffentlicht am 30. Juli 2018
Foto: © Privat


Jörn Mertins und Larissa Cunningham, Finne Brauerei

Wir sind eine kleine Craft Bier Brauerei aus Münster und stellen handwerklich gebraute Biere her, ausschließlich in Bio-Qualität. Unsere Hauptmotivation ist es, hochwertige Biere zu machen und die Vielfalt an Bierstilen wieder zu beleben. Wir möchten Biergenuss in den Vordergrund stellen und unseren Gästen und Kunden Wertschätzung für die Produktion und die Rohstoffe vermitteln. Wir sind noch ein sehr junges Unternehmen mit sechs Mitarbeitern. Seit Anfang 2017 sind wir Slow-Food-Unterstützer und fördern viele Slow-Food-Youth-Projekte in Münster. Darüber hinaus haben wir bereits beim Slow-Food-Convivium-Stammtisch in Münster teilgenommen und bieten auch ein Bierseminar für Conviviumsmitglieder an.

Als Brauer versuche ich verschiedene in Vergessenheit geratene Bierstile wieder zu beleben, aber ich lasse mich auch gerne inspirieren und entwickle moderne Rezepturen. Die Stile variieren, neben deutschen Stilen sind auch viele anderer Nationen dabei. Neben Bierseminaren und Verkostungen bieten wir bei uns in der Brauerei bald auch "Pairings" an und arbeiten hier mit lokalen Lebensmittelhandwerksbetrieben zusammen, mit denen wir uns verbunden fühlen. Unsere Speisekarte im Pub ist ausschließlich in Bio und auch hier beziehen wir Produkte überwiegend aus Münsterland, auch von Slow-Food-Unterstützern.


Warum haben Sie sich entschieden in diesem Bereich tätig zu werden?

Wegen der Freude am Lebensmittelhandwerk und dem Qualitätsanspruch bei einem Genussmittel.

Was sind die Highlights Ihrer Arbeit?

Sensorik im Team.

Was war für Sie ein Schlüsselmoment in Ihrer Arbeit?

Die Produktion des eigenen ersten Bieres.

Warum ist Ihre Art der Produktion besonders?

Unsere Bio-Bierproduktion ist sehr handwerklich und erfolgt in Zusammenarbeit mit Hopfenbauern.

Mit wem möchten Sie sich während des Terra Madre Salone del Gusto vernetzen?

Mit anderen Brauern, Bier-Iinteressierten aus dem Slow Food Deutschland Netzwerk als auch aus dem internationalen Netzwerk und auch mit Winzern.

Veröffentlicht am 26. Juli 2018
Fotos: © Kerstin Niehoff


Krautkreise, Selbstversorger-Gemeinschaft

Wir sind eine Gemeinschaft, die sich um ein ökologisches und selbstversorgendes Zusammenleben bemüht. Ein Teil davon ist Permakultur und Landwirtschaft, der andere Teil besteht in einem gemeinsamen, sich gegenseitig unterstützenden Miteinander.

Unsere Gemeinschaft besteht aus acht festen Mitgliedern und jährlich vier bis zehn Helfern im Jahr. Im Rhythmus der Jahreszeiten säen wir, ziehen die Pflanzen auf, bis sie selbst auf dem Feld wachsen können und bringen sie in die Natur, das heißt, auf die Hügelbeete auf unseren Feldern. Dort wachsen sie in Symbiose mit anderen Pflanzen in Mischkulturen. Gemüse, Leguminosen und Fruchtsträucher existieren zusammen dort mit Fröschen, Bienen und anderen Insekten. Im Herbst oder zur Blütezeit werden die reichen Gaben geerntet und für den Winter vorbereitet, entweder eingenistet oder süß bzw. sauer eingemacht. Im Sinne der Permakultur ist uns ein Zusammenleben mit allen anderen Lebewesen wichtig.

Veröffentlicht am 23. Juli 2018
Foto: © Marion Gomuluch


Tobias Miltenberger und David Gerstmeier, Imkerei Summtgart

In welchem Bereich arbeiten Sie?

Biodynamische Imkerei und Honiggewinnung. Unsere Imkerei ist in Stuttgart.

Warum haben Sie sich entschieden, in diesem Bereich tätig zu werden?

Aus Leidenschaft für Bienen.

Was sind die Highlights Ihrer Arbeit?

Das Schwärmen von Bienenvölkern.

Was war für Sie ein Schlüsselmoment in Ihrer Arbeit?

Die Begegnung mit Menschen und Bienen.

Warum ist Ihre Art der Produktion besonders?

Wir arbeiten mit den natürlichen Trieben der Bienen: mit dem Schwarmtrieb und dem Naturwabenbau und mit eigenen Königinnen.

Mit wem möchten Sie sich während des Terra Madre Salone del Gusto vernetzen?

Mit anderen Imkern.

Über welche Themen möchten Sie während des Terra Madre Salone del Gusto mehr erfahren?

Über Imkereien und Bienenhaltung.

Veröffentlicht am 20. Juli 2018
Foto: David Gerstmeier (li.) und
Tobias Miltenberger. | © proBiene


Nanetta Ruf, Konditorin

In welchem Bereich arbeiten Sie?

Ich setze mich ein für ein Konditorenhandwerk, das ohne Zusatzstoffe auskommt und möglichst in Bioqualität produziert. Außerdem engagiere ich mich für ordentliche Arbeitsbedingungen und die gesellschaftliche Anerkennung von Handwerksberufen. Ich arbeite jetzt in einer Biobäckerei, die genau meine Ziele verfolgt. Etwa 15 Angestellte helfen, diese Philosophie umzusetzen und mit hochwertigen Rohstoffen unter fairen Arbeitsbedingungen tolle Produkte zu fertigen.

Warum haben Sie sich entschieden, in diesem Bereich tätig zu werden?

Ich möchte handwerkliche und nachhaltige Lebensmittel herstellen.

Was sind die Highlights Ihrer Arbeit?

Bioprodukte zu machen und dafür gute Rohstoffe einzukaufen.

Warum ist Ihre Art der Produktion besonders?

Weil wir ohne Fertigwaren und mit vielen nachhaltig produzierten Rohstoffen arbeiten.

Mit wem möchten Sie sich während des Terra Madre Salone del Gusto vernetzen?

Mit allen, die sich auch für diese Themen interessieren, vor allem für Backwaren.

Veröffentlicht am 20. Juli 2018
Foto: © Max Frehner DHZ



Mehr Informationen zu Terra Madre Salone del Gusto 2018:

www.salonedelgusto.com (Englisch)


Slow Food Deutschland e. V. - Luisenstraße 45 - 10117 Berlin - Telefon: 030 / 2 00 04 75-0 - E-Mail: info@slowfood.de