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Slow Food Kampagne: Menu for Change gegen Klimawandel

29.9.2017 -  Heute findet der offizielle Auftakt der neuen Slow-Food-Kampagne „Menu for Change – mit Genuss und Verantwortung gegen den Klimawandel“ während des internationalen Slow-Food-Kongresses in China statt. Die Kampagne wurde von Slow Food International initiiert und wird ab sofort weltweit vom Slow-Food-Netzwerk begleitet und umgesetzt.

Es ist Zeit, dass wir uns gesamtgesellschaftlich mit dem Thema Klimawandel befassen, denn der Klimawandel wird zu einem immer drängenderen Problem für die Menschheit. Auch im Kontext von Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion sind Klimaveränderungen ein längst erkanntes, zentrales Problem. Deshalb wird Slow Food das Thema ins Zentrum der Vereinsarbeit stellen und im Zuge der Kampagne Menu for Change – mit Genuss und Verantwortung gegen den Klimawandel über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg verstärkt über das Thema Klimawandel und Ernährung berichten, um dabei zu unterstützen, ein Bewusstsein über die Dringlichkeit des Themas zu schaffen und zur Aufklärung von Verbrauchern beizutragen.

Der Zusammenhang von Klimawandel und Ernährung

Die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen der Art, wie Lebensmittel global erzeugt und weiterverarbeitet werden und dem Zustand des Klimas sind immens – und die Komplexität des Problemfeldes enorm. Vereinfacht gesagt verstärken einerseits industrielle Landwirtschaft sowie die Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Nahrungsmittels den Klimawandel. Andererseits bekommen Landwirte und Fischer vielerorts schon jetzt die verheerenden Folgen der Erderwärmung zu spüren.

Klimabelastungen durch das Lebensmittelsystem

Die Fleischproduktion verursacht ein Fünftel der globalen Treibhausgase. Auf das Konto der Landwirtschaft gehen circa ein Drittel der globalen Treibhausgase und laut Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) beschränkt sich dieser Prozentsatz allein auf die Landwirtschaft und berechnet weitere Schritte der Lebensmittelproduktion - wie etwa Verarbeitung, Transport, Kühlung, Erhitzung, Zubereitung und Entsorgung von Lebensmitteln - noch nicht einmal mit ein.

Aber auch die Erzeugung von Fleischalternativen wie veganen Produkten erfolgt nicht zwangsläufig klimafreundlich. Als Alternative zum organischen Dünger kommen hier etwa synthetische Stickstoffdünger zum Einsatz. Diese belasten das Klima um ein Vielfaches mehr als Kohlenstoff. Durch die globale Lebensmittelverschwendung, die Mengen an Verpackungsmüll und lange Transportwege verschwenden wir weitere Unmengen wertvoller Ressourcen und wirken negativ auf Umwelt und Klima ein.

Was will Slow Food durch die Klimakampagne Menu for Change bewirken?

Bestimmte landwirtschaftliche Praktiken und Konsumverhalten belasten Umwelt und Klima mehr als andere. Im Bereich Ernährung sind die schwerwiegenden Folgen vor allem der industriellen Landwirtschaft und Produktion zuzuschreiben. Deshalb wollen wir durch informative Hintergrundberichte sowie alltagstaugliche Tipps für ein zukunftsfähiges Lebensmittelsystem und Konsum zeigen, welche Alternativen es gibt und wie diese aussehen. Denn sowohl für Fleisch als auch für die vegetarischen und veganen Produkte gilt: Sie sind nicht per se klimaschädlich, sondern es kommt auf die Art an, wie sie produziert werden oder im Fall von Tieren, auf die Haltungsform. Das selbe gilt für andere Ernährungsstile.

Slow Food möchte zeigen, dass jeder Verbraucher seinen Teil zur „Lösung“ eines gigantischen Problem wie dem Klimawandels beitragen kann. Der Handlungsspielraum reicht dabei weit über die Frage hinaus, ob Fleisch ja oder nein. Für alle Produktgruppen gilt es zu fragen und zu wissen: Wie und wo wurden diese Lebensmittel erzeugt? Unter welchen Bedingungen - ökologisch und sozial? Was hat das Lebensmittel bis es auf meinem Teller gelandet ist, zu sich genommen, womit wurde es gefüttert, behandelt? In welchen Mengen konsumiere ich welche Produkte?



Wie können Sie bei Menu for Change mitmachen?

Informieren Sie sich durch die thematischen Beiträge auf unserer Webseite über das Thema Klimawandel und Ernährung. Sprechen Sie mit Menschen aus Familie und Freundeskreis über das Thema, damit es die Aufmerksamkeit bekommt, die es braucht, damit eine gesamtgesellschaftliche Kehrtwende eingeleitet werden kann. Des weiteren haben Sie die Möglichkeit sich an einer der drei Mitmach-Aktionen zu beteiligen.

1.) 16. Oktober - 5. November: Eat local - Regional, nachhaltig, gut!

Ernähren Sie sich ab dem Welternährungstag am 16. Oktober bis einschließlich 5. November ganz oder so weit wie möglich von Lebensmitteln, die gerade Saison haben, sowie aus regionaler und handwerklicher Erzeugung stammen.

2.) 6. - 26. November: Rezepte für eine bessere Zukunft

Machen Sie mit und helfen Slow Food dabei Rezepte zu sammeln, mit denen klimafreundlich statt klimaschädlich gekocht und genossen wird. Lassen Sie uns gemeinsam gute, saubere und faire Tipps und Tricks für das Handlungsfeld Kochen teilen und austauschen. Dabei greifen wir vor allem auf das Wissen erfahrener Köche zurück. Die Slow Food Chef Alliance berichtet während dieser Zeit und gibt Tipps von denen wir alle profitieren!

3.) 26. November bis Ende Dezember: Unterstützung für die Arbeit von Slow Food

Viele kleine Spenden können Großes bewirken. Auf der ganzen Welt arbeitet Slow Food durch Projekt- und Netzwerkarbeit daran, ein zukunftsfähiges und damit klimaverträgliches Lebensmittelsystem umzusetzen. Mit den Terra-Madre-Lebensmittelgemeinschaften, den Slow Food Presidi, der Arche des Geschmacks, der Chef Alliance und unseren Erzeugern sowie den Märkten der Erde, schützen wir traditionelles Wissen, unterstützen lokale Ökonomien und landwirtschaftliche Praktiken, welche die Umwelt respektieren. Mit den Schulgärten bauen wir durch Bildung Kompetenz auf. Mit unseren Kampagnen fördern wir eine Kultur, die dem Verbraucher hilft, für sich und den Planeten verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen und sich als Handelnder zu verstehen.

Die Fortführung dieser Projekte bedarf nicht nur ideeller sondern natürlich auch finanzieller Unterstützung. Für jede Spende sind wir dankbar, damit wir immer mehr Menschen kontinuierlich erreichen.

Haben Sie spannende Geschichten und Informationen zum Thema, die sie mit uns teilen möchten? Schreiben Sie an: presse@slowfood.de.

Auf der Kampagnen-Webseite erhalten sie detaillierte Informationen zu den Mitmach-Aktionen

Mehr Informationen:

Slow Thema: Klimawandel und Ernährung



Slow Food Deutschland e. V. - Luisenstraße 45 - 10117 Berlin - Telefon: 030 / 2 00 04 75-0 - E-Mail: info@slowfood.de