Slow Food Deutschland beim Tag der offenen Tür des BMEL

27.8.2018 – Am 25. und 26. August war Slow Food Deutschland mit einem Mitmach- und Informationsstand beim Tag der offenen Tür des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vertreten. Hier konnten Besuchende eine Vielfalt an fermentiertem Gemüse probieren, ihr Wissen zum Thema Mindesthaltbarkeitsdatum auf die Probe stellen und mehr über die Aktivitäten und Projekte von Slow Food Deutschland erfahren. Auch Bundesministerin Klöckner stattete Slow Food einen Besuch ab.
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Manch eine oder manch einer kann Zucchini und Gurken gerade vor lauter Überschuss aus dem Garten schon nicht mehr sehen. Wohin mit dem überschüssigen Gemüse in der Erntezeit? Das fragt sich der ein oder andere Hobby- oder Kleingärtner. Beim Tag der offenen Tür stellte Slow Food Deutschland deshalb Fermentieren als eine tolle Methode des Haltbarmachens für den späteren Konsum vor. Das Haltbarmachen von Lebensmitteln durch Konservierungsmethoden wie Einmachen, Trocknen, Räuchern und Fermentieren spielt eine zentrale Rolle, wenn es um nachhaltige Lebensmittelpraktiken und um die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung geht.

Fermentieren: Einfach, gesund und lecker

Über diese Themen sprach Slow Food Deutschland mit den Besuchenden, die gleichzeitig auch kosten durften, wie lecker fermentiertes Gemüse schmeckt. Zu probieren gab es fermentierte Gurke mit Chili, Spitzkohl mit Ingwer, verschiedene Kürbissorten mit Thymian und gelbe Beete mit Meerrettich. In die Hand bekamen die Teilnehmenden unter anderem die Slow Food Deutschland Broschüre mit Rezepten zum Thema Fermentieren, die zeigt, wie einfach man zu Hause fermentieren kann. Mehr als das gewünschte Gemüse, Salz und ein Gefäß braucht man nämlich nicht. Gewürze können jedoch je nach Belieben hinzugefügt werden. Und die Arbeit machen die Milchsäurebakterien dann ganz von alleine.

Bild oben: Fermentieren

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Verschwendung vermeiden, Mindesthaltbarkeitsdatum verstehen

Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und Handlungsalternativen aufzuzeigen ist ein zentrales Anliegen für Slow Food Deutschland, denn während etwa jeder neunte Mensch an Hunger leidet, werden jährlich 1.3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weltweit weggeworfen. Lebensmittelverschwendung findet entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette statt, vom Acker über den Transport bis hin zum Konsum in Privathaushalten, öffentlichen Einrichtungen und der Gastronomie. Die Verschwendung findet in den Haushalten unter anderem deshalb statt, weil Lebensmittel schlecht geworden sind oder aber das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) falsch interpretiert wurde. Denn anders als beim Verbrauchsdatum, ist das MHD für manche Lebensmittelgruppen und noch verschlossene Lebensmittel lediglich als Richtwert anzusehen. Aus diesem Grund konnten sich die Besucherinnen und Besucher am Slow Food Deutschland Stand mit dem MHD befassen und durften verschiedene Lebensmittel der zutreffenden Kategorie (z. B. Länger als MHD haltbar; wenn geöffnet: Nach MHD-Ablauf bitte entsorgen) zuordnen. So konnten Teilnehmende erfahren, dass Lebensmittel wie Kaffee, Reis und Nudeln nicht schlecht werden und auch Lebensmittel wie Mehl und Gewürze, wenn ungeöffnet, weit über das MHD bedenkenlos genießbar sind. Nur bei Produkten wie frischen Fleischerzeugnissen, Fisch und Meeresfrüchten ist ein Verbrauchsdatum angegeben, das es auch ernst zu nehmen gilt. Das Fazit des Spiels ist: Im Zweifel einfach schauen und probieren, ob das Lebensmittel noch gut aussieht und schmeckt. Selbst Milchprodukte halten sich oft noch Wochen jenseits des MHD. So kann man Lebensmittel retten und spart auch noch Geld dabei!

Bild oben: MHD-Spiel

© Sharon Sheets (2)

Mehr Informationen:

Slow Thema: Genuss

Lebensmittelerzeugung und -konsum

Lebensmittelverschwendung

Info-Broschüre: Fermentieren