Wurzeltour - „Kuhgebundene Kälberaufzucht auch für Bruderkälber"

14.01.2020 - Was passiert eigentlich mit den Bullenkälbern von Milchkühen? Die Antwort auf diese Frage zählt zu den Schattenseiten unserer Landwirtschaft – sowohl der konventionellen als leider auch vielerorts der ökologischen. Slow Food unterstützt deshalb die Initiative „Bruderkalb“ ausgewählter Hohenloher Bio-Bäuer*innen von Demeter- und Bioland-Höfen. Am 31. Januar gehen ihre Vertreter*innen gemeinsam mit Slow Food diesem Thema auf den Grund.

Mit Industrialisierung der Landwirtschaft wurden Rinder zunehmend entweder auf Milch- oder auf Fleischerzeugung gezüchtet. Eine der entscheidenden Fragen lautet seither: Was passiert eigentlich mit den Bullenkälbern von Milchkühen? Diese geben schließlich keine Milch und sind auf den für die Milchproduktion spezialisierten Höfen nicht von Nutzen. Entsprechend zählt die Antwort auf diese Frage zu den Schattenseiten unserer Landwirtschaft – sowohl der konventionellen als leider auch vielerorts der ökologischen. Viele Bullenkälber werden entweder nach der Geburt getötet (was offiziell verboten ist) oder kommen in spezialisierte konventionelle Mastanlagen.

Die Integration männlicher Kälber in Milchherden und eine artgerechte Aufzucht gehört aus Sicht von Slow Food zu den Zukunftsaufgaben der Landwirtschaft. Deshalb unterstützt der Verein die Initiative „Bruderkalb“ ausgewählter Hohenloher Bio-Bäuer*innen von Demeter- und Bioland-Höfen. Ihr Ziel ist die artgerechte Kälberaufzucht aller auf dem Bio-Milchviehbetrieb geborenen Kälber. Töchter und Söhne dürfen gleichermaßen am Euter säugen, Gras und Heu fressen. Wenn die Stillzeit vorbei ist, kommen die weiblichen Kälber in einen gleichartigen Herdenverband, ihre „Brüder“ nach 12 Wochen auf nahegelegene Bio-Mastbetriebe innerhalb Baden-Württembergs. Dies bedeutet qualitativ hochwertige Milch auf der einen, außerordentlich zartes Fleisch mit einem intensiven Geschmack auf der anderen Seite. Die Erzeugergemeinschaft „Bruderkalb“ verschreibt sich strengen Richtlinien und bietet ihre Erzeugnisse für die Gastronomie und den Handel an.

Am 31. Januar stellen Vertreter*innen ihre Erzeugergemeinschaft „Bruderkalb“ vor und erklären, wie diese Form der artgerechten Landwirtschaft und Kooperation auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann und was es dafür braucht. Wir laden zu einer Küchenparty rund ums Hohenloher Bruderkalb mit passender Weinbegleitung, Diskussion und Livemusik ein. 

Es stehen Ihnen Frage & Antwort:
• Anja Frey, Völkleswaldhof
• Werner Vogelmann, Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall
• Max Korschinsky, Gastronomischer Leiter Mohrenköpfle und Mitglied Slow Food Chef Alliance
• Heinrich Leutenberger, Slow Food Deutschland e.V.
• Dr. Walter Döring, Wirtschaftsminister a.D., Bio-Musterregion
• Franziska Frey, Regionalmanagerin Bio-Musterregion

Küchenparty inkl. Getränke und Livemusik: 49€/Person
Freitag, 31.1.2020, 19:00 - 23:55 Uhr; Ort: Mohrenköpfle Gastronomie, Birkichstraße 10, 74549 Wolpertshausen
Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten bis zum 25.1.20 um Anmeldung unter cHJvamVrdGJlYXVmdHJhZ3RlQHNsb3dmb29kLmRl oder bWF4aW1pbGlhbi5rb3JzY2hpbnNreUBiZXNoLmRl

Küchenparty: „Das ganze Tier und der ganze Geschmack“ - Verschiedene Gänge mit dem Besten vom Hohenloher Bruderkalb mit der Möglichkeit selbst Handanzulegen oder bei der Zubereitung Zuzuschauen. An diesem Abend wird das ganze Tier verarbeitet = 100 % regionale Wertschöpfung und Wertschätzung. Erleben sie unsere Küche aus einer anderen Perspektive!

Zum >> Flyer.

Zu den >> Erzeuger-Richtlinien.

Teaserbild (c) Rose Schweizer

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