Start der neuen Slow-Food-Kampagne: „Feed the Change" macht Ernährung zur Hauptpriorität der EU-Wahlen

16.04.2024 - Slow Food International verkündet den Start der neuen Kampagne „Feed the Change", deren Ziel es ist, bei den kommenden Europawahlen die Wichtigkeit eines Wandels hin zu nachhaltigen Ernährungssystemen aufzuzeigen und die EU-Bürger*innen dazu zu motivieren, dies mit ihrer Stimme zu unterstützen.

In Anbetracht der in Kürze stattfindenden Europawahlen will Slow Food International dafür sorgen, dass nachhaltige Ernährung und Landwirtschaft eine zentrale Position im politischen Diskurs einnehmen. Beim Essen geht es nicht nur um die reine Nahrungsaufnahme – es ist ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft und wirkt sich auf unsere Gesundheit, die Umwelt, die Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit aus.

In den jüngsten EU-politischen Entscheidungen zeigt sich eine bedauerliche Vernachlässigung des Umweltschutzes und der langfristigen Nachhaltigkeit unserer Ernährungssysteme. Die derzeitige Überarbeitung der Gemeinsamen Agrarpolitik führt zur Aufgabe aller umweltbezogenen Bestrebungen und macht die europäische Landwirtschaft verletzlich gegenüber den sich verschlimmernden Auswirkungen des Klimawandels und dem Biodiversitätsverlust, was die Lebensgrundlage der Landwirt*innen und das Wohlergehen unseres Planeten weiter gefährdet. Dies zeigt, dass es jetzt mehr denn je an der Zeit ist, sich für konkrete Maßnahmen einzusetzen, die den Wandel hin zu nachhaltigen und fairen Ernährungssystemen in der EU unterstützen.Eu_post_IG.jpg

Marta Messa, Generalsekretärin von Slow Food International, kommentiert: „Ernährung ist eine Kraft des positiven Wandels, wie unser globales Netzwerk beweist. In Europa wollen wir dafür sorgen, dass Ernährung und Ernährungssysteme einen hohen Stellenwert auf der EU-Agenda des nächsten Europaparlaments und der Kommission einnehmen: Ernährung wirkt sich auf alle Aspekte der Nachhaltigkeit aus, die sich wiederum in der Ernährung spiegeln. Sei es Armut, Gleichstellung der Geschlechter oder Klimaschutz – die Ernährung spielt bei der Lösung aller dieser Probleme eine entscheidende Rolle."

Durch Feed the Change" will Slow Food das Bewusstsein für die Bedeutung der EU-Politik für Ernährung und Landwirtschaft steigern. Wir wollen uns für eine Politik einsetzen, die nachhaltige Ernährungssysteme fördert, lokale Landwirt*innen unterstützt und für Zugang zu gesunden und nahrhaften Lebensmitteln für alle Europäer sorgt. Wir glauben, dass wir eine resilientere, fairere und nachhaltigere Zukunft für Europa gestalten können, wenn wir die Ernährung an die erste Stelle der EU-politischen Tagesordnung setzen.

Das Kernstück der Kampagne bildet ein Manifest für die kommenden Europawahlen,  in dem fünf politische Hauptprioritäten aufgeführt sind zu den drängenden Herausforderungen, vor denen unsere Ernährungssysteme und die Umwelt stehen. Diese Prioritäten dienen als Leitfaden unseres Engagements bei Entscheidungsträger*innen und zugleich als Orientierung für EU-Bürger*innen am Wahltag.  

Am 28. Mai werden wir in Zusammenarbeit mit Good Lobby ein Webinar zur Bedeutung der Europawahlen für die Zukunft der Ernährung organisieren. Wir werden uns auch an politische Entscheidungsträger*innen wenden, um unserer Botschaft Gehör zu verschaffen und Unterstützung für echte Veränderungen zu mobilisieren. Darüber hinaus wird das Netzwerk von Slow Food die Ziele unserer Kampagne auf Graswurzelebene im Rahmen lokaler Initiativen in ganz Europa verfolgen.

  • Einerseits wird unser Netzwerk als Teil der europaweiten Good Food Good Farming-Kampagne, #VoteFutureEU, in vielen EU-Ländern Konferenzen, Debatten, Besuche bei Landwirtschaftsbetrieben und vieles mehr organisieren, um das Bewusstsein für die Vorteile eines nachhaltigen Agrar- und Lebensmittelsektors und für die Relevanz der Wahl für die diese Zielsetzungen zu steigern. 
  • Andererseits werden Slow Food Deutschland und Slow Food Italien sich auf die (häufig unterschätzten) Auswirkungen der Handelspolitik auf das europäische Ernährungssystem konzentrieren und insbesondere auf die Notwendigkeit hinweisen, Spiegelmaßnahmen und -klauseln in alle EU-Handelsabkommen über Agrarprodukte und Lebensmittel aufzunehmen. Beide haben Berichte verfasst, die am Beispiel ausgewählter Lebensmittel das Missverhältnis zwischen EU- und Nicht-EU-Produkten aufzeigen: Rindfleisch, Soja, Reis und Äpfel. 

Messa schließt: „Wir laden Privatpersonen, Organisationen und Entscheidungsträger*innen ein, uns in diesem wichtigen Unterfangen zu unterstützen, gute, saubere und faire Lebensmittel bei den Europawahlen zu einer Priorität zu machen und die EU-Bürger*innen zur Stimmabgabe zu bewegen."  

Setzen wir Lebensmittel gemeinsam an die oberste Stelle der Agenda der Europäischen Union und arbeiten wir auf eine Zukunft hin, in der alle Zugang zu guten, sauberen und fairen Lebensmitteln haben. #FeedTheChange

Weitere Informationen zu unserer Kampagne und dazu, wie Sie mitmachen können, finden Sie auf unserer speziellen Webseite zum Thema. https://feedthechange.slowfood.com/

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