Glanrind

Beschreibung des Passagiers

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Die Zucht des aus Rheinland-Pfalz stammenden Glanrindes geht ins 18. Jahrhundert zurück. 1773 verordnete Herzog Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken, dass das vorhandene rote Landvieh durch die Hereinnahme von Deckbullen der Simmentaler und der graubraunen Schweizer Rasse züchterisch verbessert werden müsse. Das Ergebnis waren Dreinutzungsrinder mit gleicher Betonung der Zuchtziele Milch-, Fleisch- und Arbeitsleistung.

Die Tiere sind einfarbig gelb mit Aufhellungen um die Augen, am Flotzmaul, am Bauch und an den Unterbeinen. Der Kopf zeichnet sich durch eine breite Stirn und eine breite Nasenpartie aus. Die Hörner sind teilweise leicht abwärts geneigt. Anspruchslos, an die Scholle angepasst, fruchtbar und dazu mit einem ruhigen für den Arbeitseinsatz prädestinierten Temperament ausgestattet eignen sie sich in ihren Verbreitungsgebieten für Flächen, die schwierig zu bewirtschaften beziehungsweise ertragsarm sind. Das Glanrind kann ganzjährig mit entsprechenden Unterständen zum Schutz vor Regen und Wind im Freien gehalten werden. Für die Pflege von extensiven Landwirtschaftsflächen ist es hervorragend geeignet. Die Produktion von Milcherzeugnissen spielt bei der Haltung des Glanrindes keine große Rolle mehr. Gezüchtet wird die Rasse heute überwiegend wegen ihrer hervorragenden Fleischqualität.

Gefährdung des Passagiers

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In den späten sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts fand die Zucht durch die fortschreitende Technisierung der Landwirtschaft ein Ende: Der Traktor ersetzte das Rind als Zuchttier, die steigende Erwartung an eine immer stärker steigende Milchleistung konnte das Glanrind nicht erfüllen. Es verschwand aus den Ställen. Erst Mitte der achtziger Jahre erinnerte man sich an die Vorzüge dieser alten Rasse. Mit den letzten 25 Kühen wurde ein neues Zuchtbuch für das Glanrind gegründet. Heute ist der Bestand wieder auf ca. 2.000 Tiere angestiegen.

Erwerbbarkeit des Passagiers

Fleisch vom Glanrind ist in Hofläden und auf Wochenmärkten in der Region erhältlich.

Geschmack des Passagiers

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Das Fleisch des Glanrindes ist zart und aromatisch, durchzogen von feinen Fettadern. Die Fleischqualität hängt wesentlich mit der Aufzucht- und Mastmethode zusammen. Weidehaltung in Verbindung mit extensiver Winterfütterung lässt die Tiere in angemessener Zeit wachsen und schlägt sich im Geschmack nieder. Weiterhin verbessern den Geschmack eine genügend lange Fleischreifung und ein schonender Schlachtvorgang, bei dem die Tiere möglichst wenig Stress ausgesetzt sind. Typische Gerichte aus dem Fleisch des Glanrindes sind beispielweise Ochsenschwanzsuppe, Rindfleisch mit Meerrettich, Schmor- oder Sauerbraten, Rouladen, Rumpsteaks.

Züchter, Erzeuger und Bezugsquellen

Bannmühle
Staudernheimerstr. 1
55571 Odernheim
Tel. (0 67 55) 10 53
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www.bannmuehle.de

Wintringer Hof
Am Wintringer Hof 7
66271 Kleinblittersdorf
Tel. (0 68 05) 9 02-412
www.landgasthaus.saarland/info-region/hofladen

Bainerhof (Stand auf dem Wochenmarkt in Mainz)
Karlfried Simon
Bainerhof 1
55596 Waldböckelheim
Tel. (0 67 58) 62 60
Fax: (0 67 58) 80 40 90
Mobil: (01 72) 4 48 44 53
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Weitere Informationen

Glanrind Züchterverband e.V.
www.glanrindzucht.de

Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen GEH
www.g-e-h.de

Biosphären-Reservat Pfälzer Wald
www.pfaelzerwald.de

Donnersberger Touristikverband Kirchheimbolanden
www.donnersberg-touristik.de

Bilder:  ©  Stefan Abtmeyer (3), Ingrid Schulmeyer (1)