Ziegenkäserei Al Samarraie in Rotenburg a. d. Fulda

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Die Grundmühle an der B 83 zwischen Rotenburg und Heinebach am unteren Ende des Gudetals war lange eine bei Familie beliebte „Märchenmühle“. Seit 1989 betreibt die Familie Al Samarraie dort neben der Araberpferdezucht eine Milchziegenzucht mit eigener Hofkäserei. Die Zwangsimpfung der Blauzungenkrankeit, sowie die Übernahme der Herde eines tödlich verunglückten Herdbuchzüchter brachten ungeahnte Entwicklungen mit sich, sodass die langjährig, mit viel Engagement aufgebaute Herdbuchzucht der Bunten Deutschen Edelziege großen Schaden erlitt. Mittlerweile gibt es neben den verbliebenen Herdbuchtieren auf Grund der besseren Gewichtszunahme der Lämmer und der dadurch bedingten besseren Fleisch Vermarktung, Kreuzungen mit der Burenziege. Desweiteren wird aus der näheren Umgebung Bioland Ziegenmilch und Bioland Kuhmilch zugekauft. Klaudia Al Samarraie hat sich das Käsen selbst angeeignet und ist bis heute experimentierfreudig geblieben. Immer wieder probiert sie neue Rezepturen aus. Insgesamt etwas 10 Grundsorten von Frisch- über Weich-, Schnitt- und Hartkäse hat sie im Sortiment, mit Kräuter- und Gewürzzusätzen kommt sie auf eine Produktpalette von über 20 Sorten.

Al Samarraies sind schon lange Slow Food Mitglieder und auf dem Regionalmarkt Nordhessen geschmackvoll von Anfang an dabei, häufiger haben sie dort den Publikumspreis gewonnen. Coronabedingt fällt der Markt dieses Jahr aus – Anlass, sich als Convivienleiter bei „unseren“ Produzenten zu erkundigen, wie sie durch diese verflixte Zeit kommen. Klaudia Al Samarraie gehört zu denen, die deutliche Einbußen durch die Krise erlebt haben und erleben: Sie vermarktet sehr viel über Marktevents wie den Kuckucksmarkt in Braach und über die Gastronomie. Ihre Märkte werden in diesem Jahr alle ausfallen, die Gastronomie ist immer noch vom Normalbetrieb weit entfernt. So gab es einen Stau im Reifekeller, der langsam abgebaut wird vor allem durch eine deutliche Einschränkung der Produktionsmenge.

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An einem schönen Sommernachmittag habe ich mich zur Betriebsbesichtigung und zum Gespräch über die Möglichkeiten, wie Slow Food den Betrieb unterstützen kann, angemeldet. Im idyllischen Innenhof wartet ein wunderbares Käsebüfett auf mich. Während unseres zweistündigen Gespräches schaffe ich es tatsächlich, fast alle Sorten zu probieren (die mit Bockhornklee habe ich ausgelassen, das Gewürz mag ich gar nicht). Mein Favorit ist am Ende der „Engelchen auf Wolken“, ein fluffiger und fruchtiger Ziegenfrischkäse mit Camembert-Rinde.

In unserem Gespräch kreisen wir um die Frage, wie sich andere Absatzwege finden lassen, um krisenfester zu werden und wie Slow Food dabei helfen kann. Ahmed Al Samarraie hat die Idee, Käseverkostungen in der Grundmühle anzubieten für feste Gruppen oder nach Anmeldung zu Terminen. Da kann ich gleich Interesse seitens unserer Mitglieder bekunden. Ausführlich reden wir über die Idee des Teams von Nordhessen geschmackvoll, statt des Marktes Anfang Oktober „Schlemmerpakete“ mit Produkten verschiedener Hersteller aus Nordhessen anzubieten. Hier wären Al Samarraies gerne dabei, wenn sich die Idee umsetzen lässt.

Eine gute Unterstützung für den Betrieb und ein genussvolles Erlebnis ist ein Einkauf im Hofladen in der Grundmühle, 36199 Rotenburg a. d. F. Eigentlich ist immer jemand vor Ort, zur Sicherheit kann man sich telefonisch anmelden: 06623 7386.

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