ABC der regionalen Spezialitäten

Nonnafürzle, Ofenschlupfer oder Blaue Zipfel. Unverständlich und eventuell auch ein bisschen suspekt – das sind bisweilen die mundartlichen Namen von regionalen Spezialitäten, die dem Genießer auf Speisekarten von Genussführer-Lokalen begegnen.
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Doch jetzt gibt es Hilfe bei der kulinarischen Verständigung von den Alpen bis zur Nordsee: Der aktuelle Slow Food Genussführer Deutschland 2017/18 erklärt auf rund 20 Seiten regionale Köstlichkeiten von A bis Z. Als Mongdratzerl, also als Appetithäppchen, stellt slowfood.de etwa 50 Begriffe mit Bildern vor. Zur Einstimmung ein Beispiel. Was sind "Nonnafürzle"?


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Nonnafürzle, Nonnenfürzle (Baden-Württemberg)

Wörtlich: die Darmwinde der Nonnen. Ein besonders zur Fastnacht hergestelltes Schmalzgebäck, wahrscheinlich ein Relikt aus dem klösterlichen Leben.

Vom Brandteig werden mit Teelöffeln kleine Kugeln abgestochen und nach dem Ausbacken in Zucker gewälzt. Wird heute oft fälschlich aus Hefeteig hergestellt. Das Foto wurde uns vom Hotel Fuchsbräu aus Beilngries in Franken zur Verfügung gestellt (Genussführer Seite 152/Kapitel Bayern), das die schwäbischen Nonnenfürzle das ganze Jahr auf der Karte hat.

Der Küchenchef erklärt uns die Gründe dafür: "Auch in unserer Gegend sind verschiedene im Fett herausgebackene Gebäckteile sehr beliebt. Zum Beispiel gibt es jetzt im Fasching in allen Bäckereien Krapfen, zu den Kirchweihfesten in den Dörfern gibt es traditionell die „Kirchweihkücherl“ (das sind in Oberbayern „Auszogene“). Auch Apfelkücherl (Apfelringe in einer Teigmasse rausgebacken) gibt es bei uns immer wieder. Die Nonnenfürzle sind ja mit Krapfen vergleichbar. Die Teigmasse ist etwas anders, aber es wird auch im heißen Frittierfett rausgebacken. Ich grabe immer wieder alte Rezepte aus, einige Gerichte schaffen es auf einen Stammplatz. Die Nonnenfürzle als warmes Dessert werden sehr oft bestellt."

Erlauben Sie uns noch einen Hinweis:

Das ABC ist ein Glossar der neuesten Ausgabe des Genussführers und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wurden nicht alle lokalen Varianten einer Spezialität gesammelt. Die Begriffe beziehen sich vielmehr auf ihre Erwähnung in bestimmten Restaurantartikeln im Buch und werden auf der jeweiligen Seite des Lokals mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet.

Eine genussvolle Lektüre
wünscht Ihnen Ihr Genussführer-Team

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© Fuchsbräu Hotel