Rezept-Tipp: Hopfenspargel und Gerste mit Unkraut

23.04.2020 - Luka Lübke ist Mitglied in der Chef Alliance und versteht es mit Lebensmitteln nicht nur am Herd, sondern auch in Wort und Bild umzugehen. Sie verrät eine Vorspeise aus Hopfenspargel und Gerste und ergänzt diese mit Informationen zu den Zutaten.

Hopfenspargel 2 (c) Luka Lübke.jpegAls Vorspeise für 4 Personen

Zutaten:

Gerste:

100g Rollgerste (alternativ Gerstengraupen)

1 EL Butter

Salz und Pfeffer

Die Gerste in einen Topf geben, mit der doppelten Menge Wasser bedecken und zum Kochen bringen, bei kleiner Hitze mit Deckel gar ziehen lassen. Zum Schluss die Butter einrühren, salzen und pfeffern.

Spargel:

1 Handvoll Hopfenspargelspitzen (alternativ dünnen violetten Spargel)

1 EL Butter

Salz und Pfeffer

1 TL Honig

Die Hopfenspargelspitzen von Sand befreien, gegebenenfalls holzige Enden wegschälen. In der Butter in einer Sauteuse warm schwenken, dann salzen, pfeffern und mit dem Honig glasieren.

Unkraut:

1 Handvoll Wildkräuter, zum Beispiel Portulak, Vogelmiere und junge Giersch-Blätter

Saft einer halben Zitrone

3 EL Leindotter-Öl

Anrichten:

Die Gerste im Ring anrichten, Hopfenspargel darüber drapieren. Wildkräuter darum herumstreuen und mit Zitronensaft und Leindotter-Öl beträufeln und mit Meersalzflocken bestreuen.

Information zu den Produkten:

Hopfenspargel galt früher als Arme-Leute-Essen, heute ist er eine hoch bezahlte Delikatesse. Es handelt sich hierbei um die männlichen Triebe des Hopfen-Rhizoms, die aufwändig entfernt werden, damit der Hopfen mehr Doldenbildet, aus denen Bier gebraut wird. Der Geschmack ähnelt tatsächlich dem von Spargel, nur feiner und nussiger.

Gerste, einst ein aus dem Orient stammendes Grundnahrungsmittel der Menschheit, spielt heute seine Hauptrolle eher als Viehfutter und Brau-Zutat. Dabei hat Gerste, im Gegensatz zum viel verbreiteteren Weizen viele gesundheitliche Vorteile: sie ist verträglicher, hat mehr Vitalstoffe und enthält einen nachweislich cholesterinsenkenden Ballaststoff. Gerste duftet beim Kochen etwas süßlich und ist sehr aromatisch.

Unkraut, wie die in diesem Rezept verwendeten Sorten sind Wildkräuter*, die hierzulande sogar in den Städten wachsen. Zu Unrecht wurden sie lange aus den Gärten verbannt, denn hiesige Wildkräuter sind nicht nur äußert schmackhaft, sondern auch sehr gesund. Giersch enthält zum Beispiel mehr Vitamin C als die Zitrone.

Leindotter wuchs einst als Unkraut in den Leinfeldern, etwa wie die Kornblume beim Getreide. Nachdem die gelb blühende Pflanze (lat. Camelina Sativa) fast ausgerottet war, wird sie heute wieder kultiviert. Neben einem der höchsten Omega-3 Fettsäuren-Reichtum, die eine Pflanze haben kann, hat das aus ihrer Saat gewonnene Öl einen ganz einmaligen Geschmack nach grünen Erbsen, Spargel und Eigelb.

Text und Bild: Luka Lübke

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*Über das Sammeln wild lebender Pflanzen und Kräuter:
Das Sammeln von Wildpflanzen und -kräutern ist eine wunderbare Beschäftigung. Wie bei allem aber geht es auch hier um das ausgewogene Maß, damit das Gleichgewicht der Natur nicht gestört und natürliche Grenzen nicht überschritten werden. Slow Food empfiehlt Verbraucher*innen daher, sich vorab zu informieren, welche Arten in welchem Gebiet gesammelt werden dürfen. Informationen dazu sind u.a. im Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung festgehalten. Im Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz – BNatSchG) § 39 Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen; Ermächtigung zum Erlass von Rechtsverordnungen, Absatz 3 ist festgehalten:

Jeder darf abweichend von Absatz 1 Nummer 2 wild lebende Blumen, Gräser, Farne, Moose, Flechten, Früchte, Pilze, Tee- und Heilkräuter sowie Zweige wild lebender Pflanzen aus der Natur an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen, in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen.

Mehr Informationen über die rechtliche Lage beim Sammeln von Kräutern finden Sie hier: http://wildkräuterevents-berlin.de/darf-man-einfach-so-wildkraeuter-sammeln/

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