Rezept-Tipps mit Frühlingskräutern: Frühlingssuppe, „Hallo Wach Smoothie“ und Pesto aus Bärlauch

27.03.2020 - In diesen Zeiten verbringen wir mehr Zeit zu Hause als sonst. Zeit, die wir auch zum Kochen und Ausprobieren neuer Rezepte nutzen können. Manchmal wissen wir aber auch einfach nicht, was kochen. Deshalb haben wir unser Slow-Food-Netzwerk aufgerufen, die Lieblingsrezepte mit uns zu teilen, die sie gerade gerne kochen und anderen zum Nachkochen zur Verfügung stellen möchten. Gerade jetzt ist ein Spaziergang an der frischen Luft auch sehr wichtig und als Abwechslung zur Zeit in den vier Wänden förderlich für den Gemütszustand. Dabei kann man auch ganz wunderbare Dinge für die Küche sammeln. Passend dazu hat Slow-Food-Mitglied Gabi Toepsch vom Chiemsee uns drei Rezepte mit Frühlingskräutern geschickt, die sich während eines Spaziergangs entdecken lassen. Also heißt es jetzt: Augen offen halten!

Rezepte_Frühlingskräuter_(c)_GabiToepsch.jpegFrühlingssuppe zum selber sammeln

Die ersten Frühlingskräuter sind voller Vitamine und wertvoller Mineralien.

Zutaten:

50 gr Butter weich

1 gehäuften Esslöffel Mehl

1 kleine Zwiebel

2 Hände voll gemischte Kräuter:

Schafgarbe, Löwenzahnblätter, Spitzwergerich, Brennessel, Brunnenkresse, Bärlauch, Gänseblümchen, Wiesenschaumkraut, Pimpinelle.

½ Liter Gemüsebrühe

¼ l Sahne

Zubereitung:

Die Zwiebel in wenig Olivenöl glasieren, mit der Gemüsebrühe aufgießen, das Mehl mit einer Gabel unter die weiche Butter mischen, bis es einen Buttermehlkloß gibt. Diesen unter Rühren in die köchelnde Brühe geben. Die gewaschenen und kleingeschnittenen Kräuter in der Suppe kurz aufkochen lassen, die Sahne dazu und mit Salz und Pfeffer abschmecken, mit den Gänseblümchen jeden Teller garnieren.

Dazu passen in Butter geröstete Brotwürfel. Die Kräuter können natürlich variiert werden und es müssen nicht immer alle dabei sein.

Den Brennnesseln ist nur mit dem Nudelholz beizukommen: sie, die Brenneseln werden auf einem Küchentuch ausgebreitet, ein zweites Tuch darübergelegt und jetzt kräftig mit dem Nudelholz ein paar Mal drüber rollen, das killt die Brennhärchen und die so wunderbare und gesunde Pflanze kann bearbeitet, sprich geschnitten werden.

Der „Hallo Wach Smoothie“ im Frühling

Zubereitung:

Nehmt die oben genannten Kräuter, schneidet und verarbeitet sie roh im Mixer mit einem halben Apfel mit einer halben Zitrone mit Schale (Bio), einem Löffel Honig und einem ¼ oder ½ Liter Wasser.

Den Brei essen bzw. trinken manche als „Smoothie“. Ich seihe ihn, den Brei durch ein dünnes Sieb, trinke den grasgrünen köstlichen Saft und esse die breiigen Reste zusammen mit einem guten Müsli.

Pesto aus Bärlauch oder Wildkräutern

Pesto wahlweise aus Bärlauch oder den bei der Suppe gesammelten Wildkräutern, das gibt dann eine Wildkräuterpesto, das genauso zubereitet wird wie das Bärlauchpesto.

Zutaten:

2 Tassen Bärlauch

1 Teelöffel Salz

1-2 Zehen Knoblauch

2 Esslöffel, Pinienkerne oder Zedernkerne oder Sonnenblumenkerne

1-11/2 Tassen Olivenöl

½ Tasse geriebenen Parmesan

Zubereitung:

alles mit dem Pürierstab klein häxeln, den Käse erst dann dazurühren.

Dieser Frühlingsduft (Bärlauch-Pesto) kann auch in Gläser gefüllt und in der Tiefkühltruhe konserviert werden.

Den Käse allerdings erst nach dem Auftauen einrühren.

Es ist allerdings auch günstig immer ein Glas Pesto im Kühlschrank zu haben, es lassen sich Suppen, Salatsoßen, Eintöpfe und Risottos sehr gut damit würzen.

Rezepte: Gabi Toepsch, Slow-Food-Mitglied

Zu Gabi Toepsch:

Gabi Toepsch ist ausgebildet in Holzerscher Permakultur, bearbeitet ihre umfangreichen Gärten, vor allem mit Beeren, Obst und Rosen. Sie betreibt eine kleine Marmeladenmanufaktur, hat die Rezeptredaktion in der lokalen landwirtschaftlichen Genossenschaft inne sowie Bücher über Gärten, Handwerkskunst, Chiemseeinseln und Kochen geschrieben. Sie lebt am Chiemsee und hat als Radio und Fernsehjournalistin beim Bayerischen Rundfunk gearbeitet und lebe am Chiemsee.

Über das Sammeln wild lebender Pflanzen und Kräuter:

Das Sammeln von Wildpflanzen und -kräutern ist eine wunderbare Beschäftigung. Wie bei allem aber geht es auch hier um das ausgewogene Maß, damit das Gleichgewicht der Natur nicht gestört und natürliche Grenzen nicht überschritten werden. Slow Food empfiehlt Verbraucher*innen daher, sich vorab zu informieren, welche Arten in welchem Gebiet gesammelt werden dürfen. Informationen dazu sind u.a. im Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung festgehalten. Im Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz – BNatSchG) § 39 Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen; Ermächtigung zum Erlass von Rechtsverordnungen, Absatz 3 ist festgehalten:

Jeder darf abweichend von Absatz 1 Nummer 2 wild lebende Blumen, Gräser, Farne, Moose, Flechten, Früchte, Pilze, Tee- und Heilkräuter sowie Zweige wild lebender Pflanzen aus der Natur an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen, in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen.

Mehr Informationen über die rechtliche Lage beim Sammeln von Kräutern finden Sie hier: http://wildkräuterevents-berlin.de/darf-man-einfach-so-wildkraeuter-sammeln/

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