Augsburger Huhn

Das Augsburger Huhn

Robuste Hühner der schwäbisch-bayerischen Hochebene

 

Arche-Passagier seit 2011
Unterstützt von Slow Food Augsburg

Beschreibung des Passagiers

Das Augsburger Huhn entstand durch die Kreuzung der französischen Hühnerasse „La Flèche“ mit der italienischen Rasse „Lamotta“, als der Züchter Julius Meyer um das Jahr 1870 die Fleischqualität der ersten Rasse mit der guten Eierproduktion der zweiten zu vereinen versuchte. Von Augsburg und dessen Umgebung verbreitete es sich schnell in ganz Bayerisch-Schwaben und darüber hinaus, zeitweise bis in den Schwarzwald. Die Rasse gilt als robust und hat sich bestens an die klimatischen Bedingungen der schwäbisch-bayerischen Hochebene angepasst.


Eigenschaften

Das Merkmal des Tieres ist der sogenannte Becher- oder Kronenkamm. Beim Augsburger Huhn beginnt der Kamm nämlich vorne am Schnabel einfach, teilt sich jedoch nach dem ersten oder zweiten Zacken, um sich hinten in einer „Krone“ zu vollenden. Der rubinrote Becherkamm, die mittelgroßen, roten Kehllappen sowie die ovalen, weißen Ohrscheiben wirken sehr auffällig bei dem rein schwarzen, grün glänzenden Gefieder. Bei einer jährlichen Legeleistung von 150 bis 180 Eiern bringen es die Hennen auf ein Gewicht von 2,5 kg und die Hähne wiegen bis zu 3 kg.


Grund der Gefährdung

Bis in die 1960er Jahre war das Augsburger Huhn beliebt und weit über sein Ursprungsgebiet hinaus verbreitet. Mit dem Aufkommen der Hochleistungsrassen veränderte sich seine Situation jedoch rasant, bis die Rasse fast vollkommen verschwand. Weder bei der Legeleistung noch bei der Futterverwertung kann das Augsburger mit konventionellen Masthühnern konkurrieren. Das Schlachtgewicht bei extensiver Haltung wird erst nach mehreren Monaten erreicht. Die Hennen der Legehybriden legen jährlich fast doppel so viele Eier wie die Augsburger.


Geschmackliche Charakteristik

Bei der Rasse handelt es sich um ein Freilandhuhn, welches, ob Eier oder Fleisch, ein besonderes Geschmackserlebnis bietet. Die extensive Haltung mit viel Bewegung und gutem, abwechslungsreichem Futter sorgt beim Augsburger Huhn für etwas dunkleres Fleisch, welches im Geschmack an Wildgeflügel erinnert. Ende des 19. Jahrhunderts schrieb Jean Bungartz in seinem Buch zu Hühnerrassen: „Die Vorzüge, welche man diesem Kreuzungsprodukt nachrühmt, sind: im Eierlegen gleichwertig mit dem Italienerhuhn, in Fleischproduktion den französischen Rassen nicht nachstehend und das Fleisch selbst von gutem, saftigem Geschmack“.


Die Region des Arche-Passagiers

Das Augsburger Huhn hat sich zunächst im Schwäbischen um Augsburg verbreitet und später auch im Stuttgarter Raum sowie im Schwarzwald.


Züchter, Erzeuger und Bezugsquellen

Informationen folgen in Kürze.


Bilder: © Monika Spaeth (3)


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