Rupert Ebner im Gespräch mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer: Unsere Forderungen für eine nachhaltige Landwirtschaft

29.08.2025 – Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, Dr. Rupert Ebner, Vorsitzender von Slow Food Deutschland e.V., sowie Vertreter*innen des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und der Ernährungsräte kamen gestern zu einem konstruktiven Gespräch zusammen. Angemessene Preise für Landwirt*innen, transparente Lieferketten, fairer globaler Handel, Engagement gegen Lebensmittelverschwendung, die wichtige Rolle der Außer-Haus-Verpflegung und der Schutz der Biodiversität gehörten zu den Themen, die beim Treffen intensiv diskutiert wurden.

Gruppenbild (c) BMLEH.jpegBeim Treffen erläuterte Dr. Ebner die Sicht von Slow Food Deutschland auf die Probleme, die aktuell die Landwirtschaft belasten:

Obwohl zurzeit die Inflation sinkt, bleiben die Lebensmittelpreise hoch – doch wer davon profitiert sind nicht die Landwirt*innen, sondern der Einzelhandel. Viele kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe stehen am Rand der Existenz, geben auf oder werden von Konzernen übernommen, die weder ökologisch noch im Sinne des Tierwohls arbeiten. Damit Landwirt*innen eine Zukunft haben und ihre wichtige Rolle für Ernährungssicherheit und Umweltschutz wahrnehmen können, brauchen sie faire Preise und klare politische Regeln. Verträge, die es Handelsketten erlauben, Produkte unter Produktionskosten einzukaufen, dürfen nicht länger zulasten derer gehen, die uns mit Lebensmitteln versorgen.“

Seine Empfehlungen für eine nachhaltige Landwirtschaft gab er dem Minister mit:

Faire Preise müssen bei den Erzeuger*innen ankommen – nur so haben unsere Landwirt*innen eine Zukunft. Es kann nicht sein, dass der Handel Gewinne einstreicht, während diejenigen, die uns mit Lebensmitteln versorgen, ums Überleben kämpfen.“

Rupert und LaWi Minister Rainer (c) BMLEH.jpgDr. Ebner bedankte sich im Namen von Slow Food Deutschland für die Gelegenheit zum Gespräch, in der Hoffnung, dass dieses Treffen den Auftakt für einen dauerhaften und konstruktiven Austausch darstelle. Er übergab den ‚Alten Fränkischen Satz‘ an den Bundeslandwirtschaftsminister (s. Foto). Als Passagier der „Arche des Geschmacks“, gehört der ‚Alte Fränkische Satz‘ zu einem Projekt der Slow-Food-Stiftung für Biodiversität, das weltweit traditionelle Lebensmittel, alte Nutztierrassen, Kulturpflanzen und überlieferte Zubereitungsarten vor dem Vergessen bewahrt.

Auf dem Gruppenfoto oben zu sehen (von links nach rechts):

  • Dr. Rupert Ebner (Slow Food Deutschland e.V.)

  • Dr. Doris Heberle (Ministerialdirigentin, leitet die Unterabteilung 21 “Ernährung” im BMLEH),

  • Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer

  • Renate Antonie Krause (EAPN, Europäisches Netzwerk zur Armutsbekämpfung)

  • André Jeroma (Ernährungsräte).

Hintergrund-Informationen:

Anlässlich der Koalitionsverhandlungen hatten 13 Organisationen des Bündnisses #ErnährungswendeAnpacken, darunter Slow Food Deutschland, im März 2025 eine zügige und konsequente Umsetzung ernährungspolitischer Maßnahmen:

https://www.slowfood.de/aktuelles/2025/ernaehrungswende-jetzt-neue-bundesregierung-muss-handeln

Verbände aus Landwirtschaft, Umwelt-, Natur-, Klima-, Verbraucher- und Tierschutz - darunter auch Slow Food Deutschland e.V. - sowie der Entwicklungszusammenarbeit haben mit der Broschüre „Zukunft gestalten“ bereits im Jahr 2023 einen Vorschlag für eine ökologischere und gerechte GAP nach 2027 vorgelegt. Das Papier der Verbände-Plattform ("Ziele, Forderungen und Vorschläge für die GAP nach 2027 und Schritte des Übergangs") finden Sie zum Downloaden hier: 

https://www.verbaende-plattform.de/stellungnahmen

Inhaltspezifische Aktionen