Slow Food Genussführer Deutschland

Der Slow Food Genussführer Deutschland stellt seit Herbst 2013 Gasthäuser und Restaurants vor, die fest in ihrer Region verankert sind, traditionelle Regionalküche zubereiten und diese mit neuen Entwicklungen in der Gastronomie vereinbaren. Im Fokus stehen nicht die Sternelokale und teure Spitzengastronomie, sondern einfachere Gasthäuser und Restaurants, welche die Slow-Food-Prinzipien „gut, sauber, fair“ tagtäglich umsetzen, auf Geschmacksverstärker und „Convenience“ verzichten und ihre Gäste mit einem einladenden Ambiente und Service begrüßen. Als Printausgabe befindet sich der Genussführer aktuell in der 4. Auflage; bis Ende 2020 macht Slow Food Deutschland den Genussführer auch als App verfügbar.

Das Genussführer-Siegel

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So sieht das Siegel aus, mit dem Slow Food jährlich auf´s Neue diejenigen Gastronomen auszeichnet, die nach Slow Food Kriterien arbeiten und deshalb eine Aufnahme in den Slow Food Genussführer geschafft haben. Hierbei überwachen unsere 69 örtlichen Testgruppen, ob sich der Wirt auch im neuen Jahr das Slow Food-Siegel wieder verdient hat.

Achten Sie deshalb an der Gasthaustüre auf die rote Schnecke!


PS: Ihre Meinung ist uns wichtig!
Wie hat Ihnen das empfohlene Lokal gefallen? Wie hat es Ihnen dort geschmeckt? Was ist Ihnen aufgefallen? Schreiben Sie uns Ihre Eindrücke, Kritik oder Anregungen per E-Mail an genussfuehrer-kommission@slowfood.de

Die Genussführer-Kriterien

Wir werden immer wieder nach den Kriterien für die Aufnahme in den Genussführer gefragt.

Der Slow Food-Genussführer ist ein Projekt von Slow Food Deutschland. Im Genussführer werden ausschließlich Gastronomiebetriebe empfohlen, die den Slow Food-Prinzipien entsprechen. Slow Food Deutschland testet deshalb bundesweit Lokale mit regionaler Küche nach einheitlichen Vorgaben.

Wir distanzieren uns mit dem Slow Food-Genussführer bewusst von herkömmlichen Gourmet-Konzepten. Wir betreiben keine Restaurantkritik im klassischen Sinne, sondern verfolgen mit dem Genussführer konkrete Ziele im Sinne der Slow Food-Bewegung. Es geht uns deshalb auch um etwas grundlegend anderes als der traditionellen Restaurantkritik: Mit dem Slow Food-Genussführer hat sich eine neue Form der Restaurantkritik etabliert. Geschmack, Textur und Komposition einzelner Speisen, woran sich herkömmliche Restaurantkritiker ausschließlich abarbeiten, sind nicht mehr allein entscheidend. Wichtiger ist vielmehr, ob die gesamte Richtung stimmt: gut, sauber, fair, regional, saisonal, frisch, authentisch und preiswert. Damit wird die Restaurant-Kritik jedoch auf ein neues Gleis gesetzt. Es geht bei der Beurteilung von Gasthäusern eben nicht allein um den reinen Gaumenkitzel. Wir versuchen vielmehr, ein ganzheitliches Bild zu zeichnen. Wir wollen die Speise auf dem Tisch in ihrem Kontext sehen, inklusive aller ihrer Beziehungen zu Produzenten, zu kulinarischen Traditionen, zu Verarbeitungstechniken. Wenn sich Restaurantkritik allein darauf beschränkt, Geschmack und Zusammenspiel der Speisen zu beschreiben, dann ist sie aus unserer Sicht wertlos und nicht mehr zeitgemäß. Es geht uns deshalb um nicht weniger als um die Begründung und Förderung einer neuen Gastronomie.

Diese „neue Kultur des Essens“ (Carlo Petrini, Internationaler Präsident von Slow Food) verbindet auf innovative Art und Weise den Genuss von Speisen und Getränken

► mit der Sauberkeit und Nachhaltigkeit der Grundstoffe und Herstellungsweisen,

► mit Transparenz in den Beziehungen zwischen Erzeugern, Händlern und Köchen,

► mit dem fairen und schonenden Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt,

► mit dem Wissen um handwerkliche Traditionen in der Küche, auf der Weide und auf dem Acker,

► mit der Erhaltung traditioneller Rezepturen und der Bewahrung der Artenvielfalt in der Natur,

► mit der innovativen Weiterentwicklung traditioneller Gerichte unter Verwendung sauberer Regionalprodukte.

Aus all diesen Gründen wollen wir keinen weiteren Restaurantführer im üblichen Sinne verfassen, sondern wünschen uns, dass wir mit dem Genussführer eine Bewegung anstoßen, die so manchem Wirt und Koch Mut macht, sich auf die Grundsätze einer Küche zu besinnen, die schmeckt, weil sie den Slow Food-Kriterien des „gut, sauber und fair“ folgt.

Mit Hilfe von derzeit 69 örtlichen Testgruppen und deren über 500 Testern durchforstet Slow Food deshalb die Küchenlandschaft hierzulande und zeigt mit dem Genussführer: Es gibt sie, die gute und saubere Regionalküche! Dabei testen unsere Mitglieder vor Ort strikt ehrenamtlich und ohne Spesenbudget. Nur so bleiben Unparteilichkeit und der kritische Blick auf das Dargebotene garantiert. Die Arbeit der lokalen Testgruppen wird von der Genussführer-Kommission koordiniert. Diese ist der Herausgeber des Slow Food-Genussführers, der im oekom Verlag, München bereits in der 4. Ausgabe erschienen und im Buchhandel erhältlich ist.

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