Alblinse

 

Arche-Passagier seit 2005
Unterstützt von Slow Food Stuttgart und Slow Food Tübingen

Beschreibung des Passagiers

Leisa – schwäbisch für Linsen – wurden auf der Schwäbischen Alb bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts angebaut. Die niedrigen Erträge und der große Arbeitsaufwand bei Ernte und Reinigung waren Ursachen für das völlige Verschwinden dieser uralten Nahrungspflanze in ganz Deutschland. Zwei noch in den fünfziger Jahren aufgeführte Alblinsen-Sorten sind dabei verschollen.

Seit 1985 baut nun – zuerst nur der Bioland Hof Mammel – eine Erzeugergemeinschaft auf der Grundlage der Du Puy Linse, Sorte Anica, wieder Alb-Leisa an. Die besonderen Standortsbedingungen auf der Schwäbischen Alb sowie die traditionelle, biologische Bewirtschaftung machen es wahrscheinlich, wieder an die alten Sorten und deren spezifischen Gerichte anknüpfen zu können. Die Alblinsen sind schon heute ein Genuss und eine Bereicherung unserer geschwundenen Anbauvielfalt. 

In der Ernährung spielen Linsen – wie alle Hülsenfrüchte – eine wichtige Rolle als Eiweißlieferanten. Aber nur durch den gemeinsamen Verzehr mit Getreidespeisen ergänzen sich die verschiedenen Eiweißbausteine so, dass eine vollwertige Eiweißversorgung zustande kommt. Diese moderne wissenschaftliche Erkenntnis steckt schon in vielen traditionellen Gerichten, wie z.B. dem schwäbischen Nationalgericht „Linsen und Spätzle". Dies ist von Bedeutung für die fleischarme oder vegetarische Ernährung.

Neben der relativ hohen Ertragsunsicherheit ist der Reinigungsaufwand bei der in Mischkultur mit z.B. Gerste angebauten Linse ein Grund für die schwierige „Wiederbelebung". Mittels eines speziellen Gerätes, dem sogenannten Trieur, werden Getreide- und auch Unkrautsamen sowie ggf. Steine von der Linse getrennt.


Grund der Gefährdung

Seit den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts aus ökonomischen Gründen kaum noch kultiviert.


Die Region des Arche-Passagiers

Schwäbische Alb, Baden-Württemberg


Der Förderverein

Der Förderkreis ist ein Zusammenschluss von Menschen und Institutionen zur Förderung und Überlebenssicherung eines bestimmten Arche-Passagiers. Für den Arche-Passagier Alblinse existiert seit einigen Jahren der Erzeuger-zusammenschluss Alb-Leisa.

Unterstützt werden sie von der Archegruppe der Convivien Stuttgart und Tübingen. Ihre Aufgaben sind neben dem Fördern und Unterstützen der vorhandenen Produktion das Entwickeln der Kommunikation, aber auch das Erweitern der Zahl der Erzeuger, ihre Versorgung mit professionellen Daten, die Einbindung in einen ökologisch sanften Tourismus sowie die Förderung der Wahrnehmung und Bevorzugung von Lebensmittel-Spitzenqualität durch den Verbraucher.


Züchter, Erzeuger und Bezugsquellen

In der Erzeugergemeinschaft Alb-Leisa befinden sich derzeit sechs Kleinerzeuger. Die Linsen werden über den Bioland-Hof Familie Mammel, Am Hochberg 27, 89584 Lauterach und über den speziellen Fachhandel vertrieben.

http://www.alb-leisa.de


Presidio Alblinse

Um die Alblinse ist im Jahr 2012 ein Slow Food Presidio entstanden.
Mehr Informationen: Presidio Alblinse


Bilder: © Slow Food Archiv (3)


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