Elisabetta Gaddoni

Mitarbeiterin Slow Food Deutschland

Bevor Slow Food gegründet wurde, wurde Essen im Journalismus entweder als Folklore oder als raffinierter Genuss erzählt. Carlo Petrini hat uns eine andere Art beigebracht, Essen zu betrachten, zu verstehen und anzuerkennen. Nicht Michelin-Sterne, nicht raffinierte Küchentechniken und auch nicht die bloße Frage, ob etwas mehr oder weniger schmeckt, sind wichtig, sondern die Menschen, die Landschaften und die Geschichten hinter den Lebensmitteln und Gerichten. Woher kommt das, was wir essen, wer hat es produziert, unter welchen Arbeitsbedingungen und für welchen Lohn, welche Auswirkungen hat das auf die Umwelt und die Gemeinden rund um die Felder? Und weiter: Welchen Stellenwert haben Lebensmittel für Tradition, Kultur und Ökonomie einer Region, welchen Beitrag leisten sie zur biologischen Vielfalt und zur Erhaltung der Landschaft? Um diese Fragen, die früher kaum jemand gestellt hat, kommt heute niemand mehr herum. Wir danken Carlo Petrini dafür, dass wir mit Slow Food anfangen durften, Essen als ein Mittel zu begreifen, um die Welt zu verstehen und gemeinsam zu verändern.

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