Nina Wolff

Vorstandsmitglied Slow Food International und ehemalige Vorsitzende von Slow Food Deutschland

„Ich hatte einen Traum, und diesen Traum möchte ich bewahren.“ Mit Carlo tritt ein Visionär, ein Magier und Weltverbesserer von der Bühne. Lebendig bleibt das Netzwerk, das er geschaffen hat, das sich selbstständig fortpflanzt und wie ein Rhizom unser Erdreich durchdringt: chaotisch, kreativ und vielfältig; das auf verschiedenste und überraschende Weise überall und immer wieder zu Tage tritt. Kaum jemand wäre auf dieser Welt so präsent wie Carlo, auch nach dem 21. Mai 2026.

Doch wird es uns langfristig gelingen, Carlos Vision von einer Welt mit gutem, sauberem und fairem Essen für alle zu institutionalisieren? Ohne eine unterstützende Struktur wird es keine Verstetigung und kein dauerhaftes Wirken der Slow Food Philosophie geben. Das wusste Carlo sehr genau und hat dem Wildwuchs eine Architektur hinzugefügt. Ihre Berechtigung hat diese Architektur, wenn sie tatsächlich der Slow Food Philosophie ein dauerhaftes Zuhause gibt. Und wenn die enstandene Organisation die Welt tatsächlich zu einer besseren macht.

Werden wir das schaffen, ohne Carlos Magie? Carlo würde lächeln und uns darauf bringen, dass wir diese Magie selbst in uns haben. Nicht jeder einzelne, nicht jede für sich, sondern alle gemeinsam: in den Gemeinschaften und Convivien, im großen Netzwerk und in der Organisation. „Slow Food entstand als Traum, beruht auf dem Träumen.“ Lasst uns Carlos Traum weiter träumen, in aller Vielfalt und Verbundenheit!

„Unser gemeinsamer Traum soll wachsen, soll zu einer weltweiten Wirklichkeit werden. Ich glaube, dass wir die Träume hegen und pflegen müssen. Den Traum vom Glück, von der Klugheit des Herzens.“

Lächelst du uns Mut zu, Carlo? „ Bleibt dran, es lohnt sich!“

(Zitate aus einer Rede von Carlo in Berlin anlässlich der Grünen Woche 2010)

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