Dialogforum private Haushalte – Reduzierung der Lebensmittelverschwendung

Als Teil der "Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung" ist im Oktober 2020 das „Dialogforum private Haushalte – Reduzierung von Lebensmittelverschwendung“ ins Leben gerufen worden. Ziel ist es, durch regelmäßige Netzwerktreffen und Workshops den Erfahrungsaustausch zwischen den zahlreichen in Deutschland schon tätigen Akteur*innen und Institutionen aus Ernährungsbildung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbraucherschutz zu fördern.

Hintergrund

In Einklang mit den globalen Nachhaltigkeitszielen, insbesondere SDG 12.3 will die Bundesregierung bis 2030 das Ziel erreichen, die Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf auf Handels- und Verbraucherebene zu halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschließlich Nachernteverlusten zu verringern. Durch die 2018 überarbeitete EU-Abfallrahmenrichtlinie ist Deutschland aufgefordert, auf jeder Stufe der Lebensmittelversorgungskette Maßnahmen zu ergreifen, die Lebensmittelabfälle zu überwachen und über die erzielten Fortschritte Bericht zu erstatten. Auch die „Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie“ strebt an, einen Indikator zu Lebensmittelabfällen und -verlusten in Deutschland aufzunehmen. Um die Ziele zu erreichen, gibt die im Februar 2019 beschlossene „Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“ den Prozess vor, um Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen festzulegen.

Ein Handlungsfeld innerhalb der Strategie ist die Einrichtung von fünf Dialogforen für alle Schritte der Lebensmittelversorgungskette (Primärproduktion, Verarbeitung, Groß- und Einzelhandel, Außer-Haus-Verpflegung, private Haushalte) sowie ein übergeordnetes „Nationales Dialogforum“.

Ziele des Projektes "Dialogforum Private Haushalte"

Das Projekt hat zum Ziel, über die Erhöhung des Bewusstseins der Relevanz und der Folgen von Lebensmittelverschwendung hinaus, die Reduktion von Lebensmittelverschwendung in privaten Haushalten einfacher und selbstverständlich zu machen, die Höhe der vermeidbaren Lebensmittelabfällen drastisch zu reduzieren und die Etablierung nachhaltiger Ernährungspraktiken zu fördern. Hierzu wird ein Dialogforum zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung in privaten Haushalten etabliert und damit ein Beitrag zur Umsetzung der nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung geleistet.

1. Evaluation
Im Rahmen des Projektes werden erfolgversprechende Ansätze und Interventionen durch Kooperation mit und Unterstützung von bereits in diesem Feld tätigen Akteur*innen getestet und evaluiert. Die Evaluierung soll helfen, die aktuell bestehende Lücke im Forschungsstand bezüglich der Wirksamkeit von Kampagnen und Maßnahmen zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung zu schließen. Zudem werden Evaluationsansätze entwickelt, in deren Rahmen die Ergebnisse der Evaluation praktisch umgesetzt und fachlich begleitet werden. Alle getesteten Evaluationsansätze werden nach Projektlaufzeit Praxisakteur*innen zur Verfügung gestellt, um ihnen eine Überprüfung und Weiterentwicklung ihrer Arbeit zu ermöglichen.

2. Vernetzung
Das Dialogforum dient außerdem der Unterstützung und Vernetzung von relevanten Akteur*innen, die Projekte für die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung in Haushalten durchführen. Hierzu sind regelmäßige Netzwerktreffen und Workshops geplant, in dessen Rahmen gute Ansätze für effektive Interventionen diskutiert und weiterentwickelt werden.

3. Handlungsempfehlungen
Zudem werden politische Handlungsnotwendigkeiten zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung diskutiert und in politischen Handlungsempfehlungen zusammengefasst.

Die Rolle von Slow Food Deutschland

Kernverantwortungsbereiche von Slow Food sind die Einbindung des umfassenden Netzwerks von Slow Food, die eigene Durchführung oder Initiierung von sechs Pilotprojekten („Küchenlabore“) und die Mitorganisation und Akteurseinbindung in die Workshops und Dialogforen. Für den Test von verschiedenen Interventionsansätzen wird Slow Food seine Netzwerkkontakte in verschiedenen Bereichen einbringen – in Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Ernährungsbildung, öffentliche Institutionen, NGOs und Lebensmittelretter-Initiativen.

Eckdaten zum Projekt

Das dreijährige Projekt ist offiziell im Oktober 2020 gestartet. Das Projekt wird durch das Ecologic Institut geleitet und zusammen mit Slow Food Deutschland sowie der Abteilung Bildung für Nachhaltige Ernährung und Lebensmittelwissenschaft der TU Berlin durchgeführt. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und wird mit Mitteln des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finanziert.

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