Der Verein

Slow Food ist eine internationale Bewegung, die sich dafür einsetzt, dass jeder Mensch Zugang zu Nahrung hat, die sein Wohlergehen sowie das der Produzenten und der Umwelt erhält. Die Slow Food Bewegung zählt in Deutschland derzeit rund 14.000 in rund 85 Convivien (lokalen Gruppen). Slow Food Deutschland ist ein eingetragener Verein, gegründet im Jahr 1992. Der juristische Vereinssitz und die Geschäftsstelle von Slow Food Deutschland e.V. sind in Berlin.

Auch die Zahl der jungen Mitglieder bei Slow Food Deutschland steigt kontinuierlich. Das Slow Food Youth Network macht mit Schnippeldiskos, Studentenküchen und Unigärten von sich reden. Durch diese Art des kulinarischen Ungehorsams machen sie auf die Missstände unserer Wegwerfgesellschaft aufmerksam und haben dabei Spaß am gemeinschaftlichen Kochen.

Der Verein tritt für die biokulturelle Vielfalt ein, fördert eine nachhaltige, umweltfreundliche Lebensmittelproduktion, betreibt Geschmacksbildung und bringt Erzeuger von handwerklich hergestellten Lebensmitteln auf Veranstaltungen und durch Initiativen mit Ko-Produzent*innen (Verbraucher*innen) zusammen.

Durch Projekte wie die Arche des Geschmacks – ein Katalog von Nutztierrassen, Nutzpflanzen und Lebensmitteln, die vom Aussterben bedroht sind – die damit verbundenen Presidi - Förderprojekte sowie durch das Terra Madre - Netzwerk arbeitet Slow Food weltweit, um die biologische Vielfalt von Kultur - und Wildpflanzen, traditionelle und nachhaltige Anbau - und Verarbeitungsmethoden und so unser wertvolles kulinarisches Erbe zu bewahren.  

Auch Netzwerke aus den eigenen Reihen - wie das der Slow Food Chef Alliance Köch*innen - ergänzen die aktive Arbeit von Slow Food entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette. 

Slow Food leistet Sinnes - und Geschmacksbildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, um Verständnis und Freude an der geschmacklichen Vielfalt aufzubauen und zu pflegen. So wird die Grundlage für die Entwicklung einer zentralen Alltagskompetenz geschaffen, nämlich seinen Ernährungsalltag verantwortungsbewusst und genussfreudig gestalten zu können. Mehr zu den Bildungsprojekten.

Um Produzent*innen, Händler*innen und Verbraucher*innen miteinander in Kontakt zu bringen, organisiert Slow Food – lokal, national und international – Märkte, Messen und Events. Alle größeren Slow-Food-Veranstaltungen bieten neben dem sinnlichen Erlebnis des Markts und der Geschmackserlebnisse ein informatives Rahmenprogramm. In Workshops und Konferenzen können sich Produzent*innen, Expert*innen und Besucher*innen über politische, wirtschaftliche und kulturelle Themen rund ums Essen austauschen. Der Markt des Guten Geschmacks – Die Slow Food Messe findet seit 2007 jedes Jahr im April in Stuttgart statt. Die Leitmesse von Slow Food Deutschland wird in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Messe organisiert. Die rund 400 Aussteller teilen in ihrer täglichen Arbeit die Slow Food Philosophie von guten, sauberen und fairen Lebensmitteln und müssen hohen Qualitätsanforderungen entsprechen, um an der Messe teilnehmen zu können. Auf dem Programm stehen Themen wie Lebensmittelverschwendung, und mehrere Bildungsangebote wie Geschmackserlebnisse, Sinnesparcours für Kinder und Konferenzen zur EU-Agrarpolitik und Ernährungssouveränität.

Unser Essen ist untrennbar verknüpft mit Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Wissen, Landwirtschaft, Gesundheit und Umwelt. Deshalb muss der Ernährung weltweit eine wichtige Rolle bei politischen Entscheidungen zu kommen. Slow Food bringt sich durch Kampagnen wie Meine Landwirtschaft in den Dialog mit Entscheidungsträger*innen in Politik und Wirtschaft in die gesellschaftliche Debatte um Agrar- , Fischerei- , Ernährungs- , Umwelt- und Verbraucherpolitik ein. Für Slow Food ist der Zugang zu gutem, sauberen und fairem Essen ein Grundrecht des Menschen. 

Als Teil der politischen Arbeit und auch für die Bildungsarbeit kooperiert Slow Food oft mit Partner*innen und mit politischen Bündnisse wie das "Wir haben es satt!"-Bündnis, werden Veranstaltungen wie die alljährlich in Berlin stattfindende große Demo gegen die Agrarindustrie organisiert. Mit anderen politischen Bündnissen steht dagegen die politische Lobbyarbeit im Fokus: mit gemeinsamen Briefen, Gesprächen und Petitionen versuchen wir (EU-)Entscheidungsträger*innen von der Umsetzung eines zukunftsfähigen Lebensmittelsystems zu überzeugen.

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