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Online-Petition: Glyphosat stoppen - der Countdown läuft!

24.2.2016 - Am 7. oder 8. März fällt voraussichtlich die Entscheidung über die Wiedergenehmigung des Ackergifts Glyphosat in der Europäischen Union für weitere 15 Jahre. Viele Menschen und Organisationen engagieren sich, um eine Wiedergenehmigung zu verhindern. Unterzeichnen auch Sie jetzt die Online-Petition „Glyphosat stoppen“ von Slow Food, WeMove.EU, PAN Europe, PAN Italien, PAN Germany, HEAL, Global 2000 und anderen.

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Aus dem Aufruf:

Glyphosat stoppen

An den EU-Kommissar für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit Vytenis Andriukaitis, die EU-Kommission insgesamt und die zuständigen Minister der EU-Mitgliedsstaaten.

Petitionstext: Wir wollen keine Ackergifte in unseren Körpern. Stoppen Sie die erneute Zulassung von Glyphosat, einem Bestandteil von Pestiziden wie Monsantos “Roundup”. Unabhängige Krebsforscher der Weltgesundheitsorganisation haben Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Wir wollen nicht, dass diese giftige Chemikalie weiter auf unser Gemüse und Getreide, in unseren Parks und Gärten versprüht wird

Warum ist das wichtig?

Bei fast jedem zweiten Europäer werden Ackergifte im Urin gefunden. Unabhängige Krebsforscher der Weltgesundheitsorganisation WHO stufen es als wahrscheinlich krebserregend ein. [1] Das ist die zweithöchste Gefahrenstufe, die die WHO vergeben kann. Vor wenigen Wochen hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) dennoch den Unkrautvernichter nicht als krebserregend eingestuft. [2] Anders als die WHO stützt sich die Behörde aber größtenteils auf geheime Studien von Herstellerfirmen. In diesen Wochen entscheidet die EU-Kommission, ob sie Glyphosat verbieten will. Dabei kommt es auf uns Bürgerinnen und Bürger an: Wir müssen deutlich machen, dass wir dieses Ackergift nicht wollen. Wenn die Kommission in Kürze mit den Mitgliedsstaaten über Glyphosat berät, darf unsere Stimme nicht fehlen. Wir werden direkt vor dem Treffen unseren Appell an den zuständigen EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis überreichen.

Hintergrund

Die WHO bedient sich für ihre Gefahreneinschätzung ausschließlich öffentlich zugänglicher Studien von verschiedenen unabhängigen Forschungsinstituten. Die EFSA hingegen greift auch auf geheime Studien von Herstellerfirmen zurück. Sie stützt sich vor allem auf das Bundesinstitut für Risikoforschung. Dort sitzen Vertreter von Bayer und BASF in der Kommission für Pflanzenschutzmittel. Beide Unternehmen stellen das Ackergift her. [3]

Bereits am 07. März, also in wenigen Tagen, wird ein Ausschuss der EU-Kommission entscheiden. Wenn diese Entscheidung mit einer qualifizierten Mehrheit gefällt wird, dann ist sie bindend. Nur noch der EU-Ministerrat kann die Zulassung dann noch stoppen. Jetzt ist also die Europäische Kommission am Zug: Sie kann sich für unsere Gesundheit entscheiden und ein Verbot von Glyphosat fordern oder der Lobbyarbeit von Bayer und BASF nachgeben und Glyphosat für weitere fünfzehn Jahre freigeben.

Normalerweise interessiert sich niemand für eine solche Sitzung eines Ausschusses der ständigen Vertreter in Brüssel. Doch diesmal machen wir Druck! Schweden ist schon auf unserer Seite, und wenn wir in möglichst vielen Ländern der EU laut werden, können wir es schaffen und Glyphosat vom Tisch bringen.

Wir haben nur einmal in fünfzehn Jahren die Chance, das Totalherbizid Glyphosat zu stoppen. Totalherbizid bedeutet, dass das Gift alle Pflanzen abtötet - Nutz- und Wildpflanzen. Das einzige, was noch wächst: gentechnisch manipuliertes Saatgut, das gegen Glyphosat resistent gemacht wurde. Für die Artenvielfalt ist Glyphosat ein wahrer Allesvernichter.

Bayer, BASF und Monsanto machen riesige Profite mit ihrem Ackergift. Mit viel Geld und etlichen Lobbyisten verschaffen sie sich Gehör. Nun müssen auch wir unüberhörbar werden. Und unsere Chancen stehen gut: Eine Reihe europäischer Länder, darunter Holland, Dänemark, Schweden [4] und Frankreich [5] haben Schritte unternommen, um Glyphosat zu begrenzen. Schweden hat sich sogar öffentlich gegen die Verharmlosung der EFSA gestellt.

Referenzen
[1] Hintergrundpapier von Friends of the Earth Europa, 13.6.2013
[2] EU-Koordination des deutschen Naturschutzrings, 16.11.2015
[3] Bundesinstitut für Risikobewertung: Mitglieder der Pflanzenschutzmittel-Kommission
[4] The Guardian, 21.4.2015
[5] The Independent, 15.6.2015

©  Bild und Aufruftext: https://act.wemove.eu/campaigns/glyphosat

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Mehr Informationen:

Slow Food International: 10 Things You Need To Know About Glyphosate (3.3.2016, Englisch)

Glyphosat-Zulassung: Umwelt-Organisationen erstatten Anzeige (2.3.2016)

"The Herbicide that is Dividing Europe" - Artikel über Glyphosat von Carlo Petrini (29.2.2016, Englisch)

Slow Food International: Glyphosat - Stimmen Pro und Contra (15.2.2106)

Glyphosat: Keine Neuzulassung im Hauruck-Verfahren (12.2.2016)

EFSA macht Weg frei für Wiederzulassung von Glyphosat (19.11.2015)

Slow Thema: EU-Agrarpolitik


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