Unsere Empfehlung
Der Empfang ist sehr freundlich und man spürt sofort die familiäre Atmosphäre im Knausbirastüble (Knausbira = Spitzname der Hedelfinger). Nachdem das Wasser geordert ist, streift der Blick über die in handgeschriebener Schrift gehaltene Speisekarte mit drei Vorspeisen, vier Suppen, 11 Hauptgerichten und 4 Nachtischen. Nicht zu vergessen, die vielen Tagesgerichte, welche die Wirtin noch präsentiert. Bei diesen vielen schwäbischen Standards fällt die Auswahl schwer: Hochzeitssuppe, die klassische Flädlessuppe, Kalbs- oder Schweinenierchen oder doch die Maultaschen mit Kartoffelsalat und zum Nachtisch noch die Griesschnitte mit Kirschkompott. Da wäre der Rostbraten aber zuviel gewesen. Alle Gerichte sind durchweg lecker angerichtet, der Salat variantenreich und frisch, Suppen und Soßen selbstgemacht. Nur die Bratkartoffeln schwammen etwas lustlos in der Soße und ließen das krosse Element vermissen. Die Sauren Nierchen schmeckten recht streng und sind nicht jedermanns Sache. Der Teig der Apfelküchle, jener Klassiker aus Jugendzeiten, war in Erinnerung etwas luftiger, die Äpfel etwas weicher und man hatte ja früher auch mehr gezuckert.
Die Weinauswahl erstreckt sich auf viele Gaumenfreuden der umliegenden bekannten Winzer und guten Winzergenossenschaften aus dem Neckar- und Remstal. Auch die Flaschenweine lassen kaum Wünsche offen, ein Italiener ist auch dabei. Antialkoholische Getränke und Schnäpse sind ebenfalls zahlreich und mit Qualität. Die meisten sind zufrieden und schwäbisch glücklich, bestellen noch ein Viertele, weil es doch etwas länger dauert, bis die Wirtin die zahlungswilligen Gäste bemerkt und vorbeikommt. Der Ausflug in den Stuttgarter Vorort lohnt, schon allein wegen des anschließenden Spaziergangs und den Blick auf die herrlichen Weinberge.
Knausabira Stüble
Inhaber: Hendrik und Susanne Schallmeir
Heumadener Str. 15
70329 Stuttgart
Telefon: 0711 / 42 88 05
Täglich von 11:00 - 14:00 und 17:00 - 24:00 Uhr, Sonntag und Montag Ruhetag
Reservierung ist ein absolutes muss, vor allem abends.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
U9 und U13 bis Endhaltestelle Hedelfingen
Mit dem Auto:
Stuttgarter Vorort Hedelfingen. Parkmöglichkeit schlecht
Hauptgerichte zwischen 9 und 17 EUR, ca. 18 offene Weine zwischen 3,70 bis 4,80 EUR das Viertele.
EC-Karten: ja, Kreditkarten: nein
Die gute Stube wirkt mit neuen Kiefernholzmöbeln rustikalisiert, während die "alten" Ölbilder fast Skihüttenatmospähre verbreiten. Entlang der stubenweiten Holzbank an der Breitseite verteilen sich mehrere Holztische, deren Dekoration zum gemütlichen Verweilen einladen. Die Wirtin drückt mit ihrem körpernahen Charme der Stube ihren Stempfel auf. Sie ist fast immer präsent und weiß auch dem Unentschlossenen zu helfen.