Nachruf Dr. Hanns Kniepkamp
Von Beruf war er Chemiker und arbeitete viele Jahre beim Medizintechnik-Unternehmen B. Braun in Melsungen im Bereich Qualitätskontrolle. Privat nutzte er sein chemisches Fachwissen, um eine kritische Haltung gegenüber hochverarbeiteten Lebensmitteln zu entwickeln – und lebte sie konsequent: Hanns stellte, wo immer möglich, seine Nahrungsmittel selbst her. Brotbacken und Fermentieren waren seine Spezialgebiete.

Seit 2004 engagierte er sich bei Slow Food. Zunächst als Mitbegründer des Fördervereins für den Arche-Passagier Nordhessische Ahle Wurscht, wo er sich um die Entwicklung von Qualitätskriterien und eines jährlichen Zertifizierungssystems verdient machte, das bis heute Bestand hat. Parallel dazu war er Mitinitiator des Regionalmarktes „Nordhessen geschmackvoll!", für den er ebenfalls Qualitätskriterien entwickelte und über viele Jahre hinweg überwachte. Die Arbeit in Nordhessen wurde zur Blaupause für die Qualitätskriterien der Messe des guten Geschmacks in Stuttgart, die Hanns gegen manchen Widerstand mit entwickelt und eingeführt hat.
Er war lange Convivienleiter in Nordhessen, leitete einige Jahre die Arche-Kommission und wirkte von 2011 bis 2014 als Beisitzer im Vorstand. Danach zog er sich aus der aktiven Arbeit zurück. Er war aber immer für unsere Fragen offen und hat uns oft mit seinem Fachwissen unterstützt, u.a. bei der Magazin-Rubrik "Im Slow Food Check".
Hanns Kniepkamp war ein Mensch mit klaren Prinzipien, die er kompromisslos lebte und an denen er auch andere maß. Das forderte auch alle heraus, die mit ihm zu tun hatten. Doch ohne diese Beharrlichkeit hätte Slow Food Deutschland das Alleinstellungsmerkmal seiner Qualitätskriterien wohl nicht so glaubwürdig etablieren und immer wieder vor Verwässerung schützen können.
Sein phänomenales Wissen über Lebensmittel und sein handwerkliches Können teilte er gerne mit den Menschen um ihn herum. Wir alle haben viel von ihm gelernt. Für alles, was er uns mitgegeben hat, sind wir Hanns zutiefst dankbar.
