Terra Madre Salone del Gusto 2026: Programm und Teilnehmerversammlung
Internationale Stimmen kommen in Turin zusammen, um über Biodiversität, Ernährungsgerechtigkeit und die Zukunft der Lebensmittelsysteme zu diskutieren.
Biodiversität, Frieden, kultureller Austausch und die Zukunft der Lebensmittelsysteme stehen im Mittelpunkt des Terra Madre Salone del Gusto 2026, der vom 24. bis 27. September wieder nach Turin zurückkehrt. Unter dem Motto „Biodiversity – Be Diversity“ versammelt die Veranstaltung Stimmen aus aller Welt, die Biodiversität nicht nur als Grundlage gesunder Ökosysteme und nachhaltiger Landwirtschaft betrachten, sondern auch als Vorbild für unsere Gesellschaft. Biodiversität ist ein Gegenentwurf zu Monokulturen, Spaltung und Nationalismus – sie steht für Resilienz, Offenheit und die Fähigkeit, Vielfalt zu leben. In Konferenzen, Debatten, Bildungsaktivitäten und Begegnungen mit Lebensmittelerzeuger:innen aus mehr als 120 Ländern stellt Terra Madre zur Diskussion, wie Ernährung zu einem kraftvollen Werkzeug werden kann, um eine gerechtere, inklusivere und friedlichere Zukunft zu gestalten.

Führende Stimmen aus Ernährung, Wissenschaft, Philosophie, Bildung und Aktivismus beschäftigen sich im Konferenzprogramm mit einigen der dringendsten globalen Themen unserer Zeit – von Ernährungsgerechtigkeit und Biodiversitätsverlust bis hin zu Bildung, Klimaresilienz und Friedensarbeit. Ob vor Ort in Turin oder aus dem Ausland zugeschaltet: Journalist:innen finden hier neue Perspektiven, greifbare Lösungen und internationale Geschichten an der Schnittstelle von Ernährung und Gesellschaft.
Von Satish Kumar bis Raj Patel, von Alice Waters bis Eric Schlosser, die Referent:innen der Hauptkonferenzen im Reale Mutua Auditorium teilen ihre Perspektiven zur Bedeutung von Biodiversität und dazu, welche Rolle Ernährung bei der Gestaltung einer besseren Zukunft spielen kann.
Freitag, 25. September
Das Programm startet um 11 Uhr mit Natur, Spiritualität, Biodiversität, einem Dialog über die Notwendigkeit, das Verhältnis des Menschen zur Natur neu zu denken und über die Vorstellung hinauszugehen, dass der Mensch über der Natur steht. Gemeinsam mit Barbara Nappini, Präsidentin von Slow Food Italien, diskutieren der international anerkannte indisch-britische Pazifist und Umweltphilosoph Satish Kumar, dessen Arbeit auf Tiefenökologie und der Verbundenheit allen Lebens basiert, und Paolo Morley-Fletcher, Stratege und Berater für Führungs- und Kulturwandel. Ihr Gespräch zeigt, wie eine erneuerte Beziehung zur Erde tiefgreifende persönliche und gesellschaftliche Veränderungen inspirieren kann.
Um 18 Uhr folgt die Diskussion Ernährungsgerechtigkeit und The Taste of Power. Neben Edward Mukiibi, Präsident von Slow Food, analysieren die Referent:innen Raj Patel, Forscher, Autor und Dokumentarfilmer, und Jessica Duncan, Soziologin und Expertin für die Transformation von Lebensmittelsystemen, die verborgenen Kräfte, die Ernährungsstrukturen weltweit prägen, und diskutieren Wege zu mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.
Hier finden Sie ein Interview mit Raj Patel.
Samstag, 26. September
Um 11 Uhr steht Rezepte als Lernwerkzeug im Mittelpunkt und rückt Ernährungsbildung ins Rampenlicht. Die berühmte amerikanische Köchin, Autorin und Aktivistin, Gründerin von Chez Panisse und Pionierin der Farm-to-Table-Bewegung, teilt Einblicke aus ihrem lebenslangen Engagement für die Verbindung von Ernährung, Bildung und Umweltbewusstsein. Anhand von Projekten wie School Supported Agriculture reflektiert Waters darüber, wie Essen jungen Menschen hilft, regionale Ökosysteme, kulturelles Erbe und die Werte von gutem, sauberem und fairem Essen neu zu entdecken.
Hier finden Sie ein Interview mit Alice Waters.
Um 18 Uhr steht Think Like You Eat. Der Geschmack des Widerstands im Zeichen der Biodiversität und hinterfragt den Trend zur Standardisierung von Geschmack. Es sprechen der britische Philosoph und Journalist Julian Baggini, die brasilianische Ernährungswissenschaftlerin und Fürsprecherin für Ernährungssicherheit Elisabetta Recine sowie der amerikanische Journalist und Bestsellerautor Eric Schlosser. Gemeinsam werfen sie einen Blick darauf, wie unsere Essensentscheidungen Umwelt, Kulturen und Wirtschaft beeinflussen – und warum die Verteidigung von Vielfalt ein Akt des Widerstands ist.
Sonntag, 27. September
Der letzte Programmtag beginnt um 11 Uhr mit We Are the Sea. Wie sich marine Biodiversität regenerieren lässt. Im Mittelpunkt steht die oft unterschätzte Rolle der Ozeane in Zukunftsdebatten um unseren Planeten. Die Konferenz bringt die Meeresbiologin Helen Scales, Dozentin an der Universität Cambridge und BBC-Moderatorin, sowie den Meeresökologen Roberto Danovaro zusammen, einen der führenden Expert:innen für Wiederherstellung von Ökosystemen in Europa. Im Zentrum ihres Dialogs steht, wie sich die Meeresumwelt und ihre außergewöhnliche biologische Vielfalt schützen lassen.
Den Abschluss des Konferenzprogramms bildet um 18 Uhr Land und Frieden. Sofía Monsalve Suárez, UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Nahrung, Tommaso Greco, Professor für Rechtsphilosophie an der Universität Pisa, und Dali Nolasco Cruz, Mitglied des internationalen Slow Food-Vorstands und Gründerin des Mopampa-Netzwerks indigener Fraueninitiativen, diskutieren, wie Landwirtschaft zu einem Friedensakt werden kann, der auf die Fürsorge für das Land, soziale Gerechtigkeit und Vertrauen in die Zukunft setzt.
Jenseits des Auditoriums: Räume für Dialog beim Terra Madre 2026
Ergänzend zum Programm im Reale Mutua Auditorium bietet Terra Madre zahlreiche Möglichkeiten für Austausch und Diskussion, die gemeinsam mit Institutionen, Unternehmen, Forschenden und Organisationen aus den Bereichen Ernährungspolitik, Nachhaltigkeit und soziale Innovation entwickelt wurden.
In der Arena findet ein vielseitiges Gesprächsprogramm statt, das einige der drängendsten sozialen, kulturellen und politischen Dimensionen des Themas Ernährung beleuchtet. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Rolle indigener Gemeinschaften als Hüter der biologischen Vielfalt und Verteidiger ihrer Territorien und Rechte, die Bedeutung menschlicher Beziehungen in einer zunehmend digitalen Welt, innovative Ansätze der Ernährungsbildung sowie die Anerkennung von Nahrung als grundlegendes Menschenrecht. Aktivistinnen und Aktivisten, Pädagoginnen und Pädagogen, Forschende sowie Vertreterinnen und Vertreter lokaler Gemeinschaften aus aller Welt werden aufzeigen, wie Ernährung als wirkungsvolle Perspektive dienen kann, um Fragen von Identität, Teilhabe, Demokratie und sozialer Gerechtigkeit zu verstehen und zu diskutieren.
Das Museo del Risorgimento wird Veranstaltungen zu städtischen Ernährungspolitiken ausrichten. Themen sind unter anderem Lebensmittelverschwendung, soziale Landwirtschaft, Bauernmärkte, Gemeinschaftsverpflegung, Ernährungsarmut und das Recht auf Nahrung in Städten. Das Museum wird zudem die Turiner Etappe der Generalversammlung für internationale Zusammenarbeit der lokalen Gebietskörperschaften beherbergen, die gemeinsam mit der Stadt Turin organisiert wird.
Die Slow Food Teilnehmer:innenversammlung
Im Rahmen des Terra Madre Salone del Gusto versammelt die Slow Food Teilnehmer:innenversammlung 2026 rund 800 stimmberechtigte Delegierte aus über 120 Ländern zu einem der wichtigsten Ereignisse im Leben der weltweiten Bewegung. Alle vier Jahre tagend, ermöglicht die Versammlung dem internationalen Netzwerk von Slow Food, die politischen und strategischen Linien der Stiftung mitzugestalten und zentrale Weichenstellungen für die kommenden Jahre festzulegen.
Die Versammlung ist weit mehr als ein Treffen zur Governance: Sie bietet ein vielseitiges Programm aus Begegnungen, Debatten und Konferenzen über die Zukunft von Ernährung, Biodiversität, sozialer Gerechtigkeit, Klimaresilienz und internationale Zusammenarbeit. Sie findet parallel zu Terra Madre statt und eröffnet Delegierten, Gästen und Beobachter:innen aus aller Welt die Möglichkeit, Ideen auszutauschen, Vorschläge zu entwickeln und die zukünftigen Schwerpunkte von Slow Food im Geist von Teilhabe, Dialog und gemeinsamer Verantwortung mitzugestalten.
Nützliche Links für Journalist:innen
- Konferenzprogramm: https://2026.terramadresalonedelgusto.com/en/conferences/
- Referent:innen und Biografien: https://2026.terramadresalonedelgusto.com/en/speakers/
- Pressebereich (Pressemitteilungen, Bildmaterial und Akkreditierungen): https://2026.terramadresalonedelgusto.com/en/press/
- Terra Madre Salone del Gusto 2026: https://2026.terramadresalonedelgusto.com/en/
- Biodiversity – Be Diversity: https://2026.terramadresalonedelgusto.com/en/biodiversity-at-the-center/
- Slow Food Teilnehmer:innenversammlung 2026: https://www.slowfood.com/events/slow-food-participants-assembly-2026/
Die Ausgabe 2026 des Terra Madre Salone del Gusto wird möglich durch die Unterstützung von Institutionen und Unternehmen, die sich bereits zum Event bekannt haben. Hauptpartner sind Acqua S. Bernardo, BBBell, Camera di Commercio di Torino, Iren, Pastificio Di Martino, QBA – Quality Beer Academy und Reale Mutua. Als Sachpartner tragen Bormioli Luigi, Coop Italia, IP Industrie und NTT DATA Italia bei; Green Partner sind Consorzio Ricrea und PEFC Italia; Area Partner sind Alberto Marchetti, Arix Professional, Baratti & Milano, Caffè Costadoro, Consorzio del Parmigiano Reggiano, Sebach und Tucano. Federalberghi Torino ist Hospitality Partner und Bus Company ist Mobility Partner. Auch Turismo Torino e Provincia ist beteiligt. Nikon ist Media Partner, das Zentralinstitut für Immaterielles Kulturerbe (ICPI) ist Kulturpartner. Die Veranstaltung steht zudem unter der Schirmherrschaft von MASAF und ISMEA sowie mit Unterstützung der Fondazione Compagnia di San Paolo, Fondazione CRT, Consulta delle Fondazioni di origine bancaria del Piemonte e della Liguria und mit Beiträgen der Europäischen Union, des LIFE-Programms, IFAD, der W.K. Kellogg Foundation, Meatless Monday und GIZ.
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