Terra Madre 2026: Die weltweite Slow-Food-Gemeinschaft trifft sich in Turin

24.09.2026 – Ab heute bis Sonntag kommen im Zentrum von Turin über 1.500 Vertreter*innen von Lebensmittelgemeinschaften aus dem weltweiten Slow-Food-Netzwerk zusammen: Landwirt*innen, Fischer*innen, Köch*innen und Aktivist*innen, dazu Forschende und Entscheidungsträger*innen aus mehr als 120 Ländern. Unter dem Motto „Biodiversity – Be Diversity" (Biodiversität – Sei Vielfalt) geht das internationale Treffen der Frage nach, wie biologische Vielfalt zu Resilienz, Frieden und sozialem Zusammenhalt beitragen kann – in einer Welt, die zunehmend von Monokulturen, Polarisierung und Umweltkrisen geprägt ist.

„IMG_8349.JPGTerra Madre Salone del Gusto“, das in diesem Jahr zum 16. Mal stattfindet, gehört zu den zukunftsweisendsten Ideen, die Slow-Food-Gründer Carlo Petrini der Bewegung hinterlassen hat. Es ist die erste Ausgabe ohne ihn: Petrini ist im Mai im Alter von 76 Jahren verstorben. Seine Botschaft aber lebt weiter.

Carlo Petrinis Vermächtnis

Wie kaum etwas anderes steht Terra Madre für Petrinis Idee eines weltumspannenden Netzwerks, das durch Austausch auf Augenhöhe, Zusammenarbeit und Solidarität die Grundlage für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem schafft – für eine Welt, in der alle Menschen Lebensmittel genießen können, die gut für sie selbst, gut für diejenigen, die sie erzeugen, und gut für unseren Planeten sind. Terra Madre ist Plattform und Ort des Dialogs, des Austausches und der Begegnung für Erzeuger*innen, Hüter*innen der Biodiversität und alle, die Lebensmittel nicht nur produzieren, sondern zugleich Kulturen, Wissen und Gemeinschaften bewahren.

Vielfalt als Ernährungs- und Gesellschaftsmodel

Biodiversität gilt bei Terra Madre nicht nur als Grundlage gesunder Ökosysteme und nachhaltiger Landwirtschaft, sondern auch als Vorbild für die Gesellschaft: als Gegenentwurf zu Monokulturen, Spaltung und Nationalismus, als Ausdruck von Resilienz, Offenheit und gelebter Vielfalt.

In Konferenzen, Debatten, Bildungsangeboten und Begegnungen mit Erzeuger*innen geht es darum, wie Ernährung zu einem wirksamen Werkzeug für eine gerechtere, inklusivere und friedlichere Zukunft werden kann.

Vier Tage im Zeichen der Vielfalt

Vier Tage lang kommen Menschen, die täglich im Lebensmittelsystem arbeiten, mit politischen Entscheidungsträger*innen ins Gespräch, um konkrete Lösungen zu finden, die allen gute, saubere und faire Lebensmittel sichern. Im Mittelpunkt stehen internationale Slow-Food-Projekte, die sich dem Schutz und der Wiederherstellung biologischer und kultureller Vielfalt verschrieben haben – Projekte, die auch Slow Food Deutschland seit Jahren vorantreibt.

„Jede verlorene Sorte, jede verschwundene Nutztierrasse ist ein Stück verlorene Widerstandskraft unseres Ernährungssystems. Slow Food Deutschland hält mit der Arche des Geschmacks und dem Netzwerk der Chef Alliance dagegen, gemeinsam mit Erzeuger*innen, Köch*innen und Genießer*innen. Doch Engagement allein reicht nicht: Die Politik muss Vielfalt fördern, statt Monokulturen zu belohnen. Das ist die Botschaft, die wir aus Turin mit nach Hause nehmen“, so Dr. Rupert Ebner, Vorsitzender von Slow Food Deutschland e.V.

Prominente Stimmen im Konferenzprogram

Von Satish Kumar bis Raj Patel, von Alice Waters bis Eric Schlosser: Im Konferenzprogramm befassen sich führende Stimmen aus Ernährung, Wissenschaft, Philosophie, Bildung und Aktivismus mit drängenden globalen Fragen – von Ernährungsgerechtigkeit und dem Verlust der Artenvielfalt über Bildung und Klimaresilienz bis zur Friedensarbeit. Journalist*innen finden hier neue Perspektiven, konkrete Lösungsansätze und internationale Geschichten an der Schnittstelle von Ernährung und Gesellschaft.

800 Delegierte entscheiden über den Kurs von Slow Food

Parallel tagt der Internationale Kongress von Slow Food. Rund 800 stimmberechtigte Delegierte aus über 120 Ländern, darunter 35 aus Deutschland, gestalten die politischen und strategischen Leitlinien der Organisation mit und treffen zentrale Governance-Entscheidungen für die kommende Amtsperiode.

Für telefonische Interviews auf Deutsch mit Dr. Rupert Ebner oder mit Marta Messa, Generalsekretärin von Slow Food International, wenden Sie sich bitte an presse@slowfood.de.

N.B.: Am 30.09.2026 stehen beide um 10:30 Uhr im Münchner Presseclub für Gespräche zur Verfügung. 

Terra Madre Salone del Gusto:

>> Pressemitteilung von SF International zur Eröffnung

>> Rede von Slow-Food-Präsident Edward Mukiibi zur Eröffnung

>> Infos und Programm

>> Konferenzprogramm

>> Pressemitteilung von Slow Food International (D) 

>> Fotos. 

Präsident der Italienischen Republik Sergio Mattarella (mittig) bei der Eröffnungsfeier mit Slow-Food-Präsident Edie Mukiibi (links):

IMG_8348.JPG

Inhaltspezifische Aktionen