Ausschreibung, Kriterien, Kuratorium

Slow Food Deutschland schreibt 2021 zum ersten Mal den Ursula Hudson Preis zur öffentlichen Ehrung eines beispielhaften Engagements für nachhaltige Ernährung aus. Der Preis ist nach Dr. Ursula Hudson, der langjährigen, im Sommer 2020 verstorbenen Vorsitzenden von Slow Food Deutschland, benannt. Gewürdigt werden Personen, die in herausragendem Maße für eine nachhaltige und faire Weise, Lebensmittel zu erzeugen, zu verarbeiten, zu handeln und zu genießen, wirken. Durch ihr Engagement begeistern die Preisträger*innen andere für eine zukunftsfähige Ernährung und stiften somit zum Nachahmen an. Ziel ist es, für solche guten Beispiele des aktiven Eintretens für eine nachhaltige Ernährung mehr öffentliche Wahrnehmung und Bedeutung zu schaffen.

Zuerst als Vorstandsmitglied (seit 2010) und dann als Vorsitzende von Slow Food Deutschland (2012 bis 2020) trug Ursula Hudson maßgeblich dazu bei, Slow Food eine relevante Stimme und politische Ausrichtung zu verleihen und eine gerechtere, bessere und somit zukunftsfähige Ernährungswelt voranzutreiben. Ursula Hudsons zentrales Anliegen war nichts weniger als die Veränderung unseres Ernährungssystems – hin zu Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit. Die Erkenntnis zu vermitteln, dass Essen der Beziehungsstifter schlechthin ist, der uns mit unserer Um- und Mitwelt in einzigartiger Weise in Beziehung setzt, war ihr großes Anliegen.  Ernährung sollte dem bewährten Dreiklang von Slow Food gut, sauber und fair entsprechen, denn Lebensmittel haben eine „innere ethische Qualität“. Für diese Werte und ihre Vermittlung an eine breite Öffentlichkeit engagierte sich Ursula Hudson beispielhaft. Der ihr gewidmete Preis ehrt Menschen, die es ihr gleich tun. 

Kandidat*innen:

Der Preis ist ausgeschrieben für Einzelpersonen, Initiativen oder Gruppierungen, die im Ernährungsbereich bzw. der Ernährungspolitik und -bildung aktiv sind; er wird jährlich verliehen. Die Auswahl erfolgt

  • infolge der Nominierung durch eines der Kuratoriumsmitglieder;
  • durch den Vorschlag Dritter, beispielsweise durch Personen, Vereine, Initiativen, Institutionen;
  • durch Eigenbewerbung.

Kriterien für die Preisverleihung:

  • Kandidat*innen müssen in herausragendem Maße für eine nachhaltige und faire Weise, Lebensmittel zu erzeugen, zu verarbeiten, zu handeln und zu genießen, wirken.
  • Die privat oder im Rahmen einer gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder politischen Tätigkeit erfolgte Leistung der ausgezeichneten Person hat Vorbildcharakter und stellt einen Ansporn für andere dar, sich für eine bessere Ernährungszukunft einzusetzen.
  • Berücksichtigt werden aktuelle Aktivitäten und Initiativen, die zu Beginn der Bewerbungsfrist nicht länger als drei Jahre zurückliegen oder ein kontinuierliches Engagement über viele Jahre darstellen.
  • Bei der Auswahl wird unter anderem darauf geachtet, dass das Engagement auch in die Zukunft wirkt und öffentlichkeitswirksam dargestellt werden kann.
  • Der Mittelpunkt der Aktivitäten sollte in der Bundesrepublik Deutschland liegen. Gewürdigt wird insbesondere ein ganzheitliches, systemisches Handeln und Denken, das die Auswirkungen der eigenen Aktivitäten auf weltweite Ressourcen und Ökosysteme im Blick hat.
  • Das Kuratorium ist bemüht, über die Jahre des Fortbestehens des Preises einen repräsentativen Querschnitt durch die Vielfalt der Ernährungswelt einschließlich einer ausgewogenen Vertretung der Geschlechter zu ermöglichen.
  • Der/die Preisträger*in soll sein/ihr aktuelles und zukünftiges Engagement für nachhaltige Ernährung im Zuge der Preisverleihung dem Publikum sowie Medienvertreter*innen präsentieren. 

Bewerbungsverfahren:

Der Bewerbungszeitraum für den Ursula Hudson Preis 2021 beginnt am 01. Februar 2021 und endet am 15. April 2021. Aus allen eingegangenen Bewerbungen und Vorschlägen ermittelt das Kuratorium den/die Preisträger*in durch Mehrheitsbeschluss. Bis spätestens Ende Mai 2021 werden alle Bewerber*innen bzw. Einreicher*innen von Vorschlägen über die Vergabe des Ursula Hudson Preises informiert.

Preis(-verleihung):

Der Ursula Hudson Preis ist mit 1.500 Euro dotiert. Zusätzlich erhält der/die Preisträger*in eine Auszeichnung in Form eines Kunstobjekts, die sein/ihr entschiedenes Eintreten für nachhaltige Ernährung symbolisch würdigt. Die feierliche Preisverleihung erfolgt am 14. Juni 2021 im Rahmen eines Festakts in Berlin.

Das Kuratorium:

Der Preis wird von einem unabhängigen, von der Gesellschafterversammlung der Slow Food Deutschland gUG berufenen Kuratorium vergeben. Es besteht aus fünf Mitgliedern und spiegelt die Vielfalt des Netzwerks von Slow Food Deutschland wider:

Dr. Tanja Busse, Studium der Journalistik und Philosophie in Dortmund, Bochum und Pisa, ist Journalistin, Autorin und Moderatorin. Ihre Themenschwerpunkte sind Landwirtschaft, Nachhaltigkeit, Ernährung, Ökologie, Ressourceneffizienz und der Erhalt der Biodiversität. Zahlreiche Veröffentlichungen und Bücher belegen ihre große Expertise und ein leidenschaftliches Engagement auf dem Gebiet der nachhaltigen Ernährung. Seit 2020 ist sie Slow Food Mitglied. 

Barbara Assheuer, Mitarbeiterin der Heinrich-Böll-Stiftung in der Abteilung Internationale Zusammenarbeit, war geschätzte Wegbegleiterin und enge Freundin von Ursula Hudson. Als langjähriges Mitglied von Slow Food Deutschland mit großem zivilgesellschaftlichem Engagement repräsentiert sie das bei Slow Food Deutschland gepflegte Ernährungswissen in besonderem Maß und ist eine verlässliche Stimme für gute, saubere und faire Lebensmittel. Die "ethische Qualität" und der kulturelle Kontext von Lebensmitteln sind für sie wesentliche Themen.

Ein Kurzinterview mit Barbara Assheuer finden Sie >> hier

Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer und Vorstandsvorsitzender des Bischöflichen Hilfswerkes MISEREOR, bedeutet Entwicklungszusammenarbeit größere Gerechtigkeit zu schaffen und auf die Konsequenzen des fortschreitenden Klimawandels, des westlichen Lebensstils und ungleicher Lebensverhältnisse hinzuweisen. Aus einer Bauernfamilie stammend, selbst über viele Jahre in Brasilien tätig, ist der Kampf für eine Transformation unserer Ernährungswelt eines seiner zentralen Themen. Ihn verband mit Ursula Hudson eine tiefe innere Übereinstimmung.

Ein Kurzinterview mit Pirmin Spiegel finden Sie >> hier

Anke Kähler, Bäckermeisterin und Vorstandsvorsitzende von Die Freien Bäcker - Zeit für Verantwortung e.V., eine unabhängige Berufsorganisation handwerklich arbeitender Bäcker*innen und Konditor*innen. Ihr Ziel ist es, das Bäckerhandwerk ‚enkeltauglich‘ und als schöpferische, sinnstiftende Kulturtechnik zu betreiben. ‚Enkeltauglich‘ bedeutet für sie in regionalen Wertschätzungsketten zu einem ökologisch und sozial gerechten Wandel der Land- und Lebensmittelwirtschaft beitragen zu können.

Ein Kurzinterview mit Anke Kähler finden Sie >> hier

Sebastian John, Winzer, Studium der Umweltwissenschaften und biologischer Landbau an der Wageningen Universität/ Boku und langjähriges Slow Food Youth Mitglied, betreibt mit seinen Eltern und seiner Schwester das Weingut Frank John- Das Hirschhorner Weinkontor in der Pfalz. Dort wird mit traditionellen Anbaumethoden und Verarbeitungstechniken gearbeitet. Das bedeutet handverlesenes Traubengut aus biologisch-dynamischem Anbau, minimalistische Arbeit im Keller und Spontangärung sowie langer Ausbau in Holzfässern aus heimischer Eiche. Bodenfruchtbarkeit durch Carbonsequestrierung, Humuserhalt und -aufbau misst er besondere Bedeutung bei.

Einreichung der Bewerbung:

Voraussetzung für eine gültige Bewerbung/Nominierung ist die fristgemäße Einreichung des vollständig ausgefüllten Bewerbungsformulars bis zum 15. April 2021. Der Vorschlag oder die Bewerbung muss die Leistung, die ausgezeichnet werden soll, benennen sowie darlegen, worin das besondere Engagement besteht.

Bitte nutzen Sie für Bewerbungen/Nominierungen ausschließlich das Bewerbungsformular, das Sie online ausfüllen und versenden können. Auch die Zusendung weiterer Unterlagen (max. 5 MB) ist online möglich.

Mit dem Ausfüllen des Bewerbungsformulars und dem Versand der Bewerbung erkennen Sie sich mit dem Bewerbungsablauf einverstanden und stimmen der Nutzung Ihrer Daten im Rahmen des Bewerbungsprozesses zu. Alle Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

Kontakt:

E-Mail: UHP@slowfood.de

Informationen auch telefonisch unter: (0 30) 2 00 04 75-0


Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Inhaltspezifische Aktionen