Unterstützung gegen Land Grabbing gesucht

21.05.2026 - Das Hofgut Schloss Hamborn in der Nähe von Paderborn wird seit seiner Gründung 1931 als Demeter-Betrieb geführt und ist damit einer der ältesten Bio-Betriebe in Deutschland. Doch das Hofgut hat derzeit ein Problem: 10,5 Hektar fruchtbarer Ackerboden, den das Unternehmen schon lange bewirtschaftet und dringend benötigt, stehen für über 1,3 Mio. Euro zum Verkauf. »Ein konventionell wirtschaftender Erdbeerbauer in der Nähe, kann diese Summe aufbringen, das Hofgut auf keinen Fall«, weiß Stephan Illi, Vorstand der Kulturland eG.

Rettungsaktion gegen Land Grabbing für eines der ältesten Bio-Betriebe Deutschlands

image001.jpgDie Genossenschaft unterstützt das Hofgut deshalb ganz aktuell: »Wir wollen diese 10,5 Hektar über die Kulturland eG erwerben und dem Hofgut dauerhaft zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellen, müssen diese Summe aber selbst bis spätestens August bei alten und neu gewonnenen Mitgliedern einwerben.« Stephan Illi bittet die Slow-Food-Mitglieder und andere Hilfsbereite den Landkauf mit Genossenschaftsanteilen ab 500 Euro zu unterstützen. Die Genossenschaft kann ihnen dabei keine finanzielle Rendite anbieten, dafür aber die Gewissheit, dass das Hofgut Schloss Hamborn weiterhin auf seiner gesamten Fläche nachhaltig wirtschaften kann.

Mittel (Schloss Hamborn_Aug 2020_12624 brb).jpegDer sehr vielfältige Inklusionsbetrieb veredelt die hofeigenen Produkte in der Hofmetzgerei, der Hofkäserei und der eigenen Bäckerei, vertreibt sie in eigenen Läden und Marktwägen oder beliefert Märkte in der Region. Die unglaublich leckeren Produkte wurden vielfach preisgekrönt. Zusätzlich betreibt der gemeinnützige Betrieb einen Kindergarten, eine Waldorfschule, Jugendhilfe, ein Altenwerk und sogar eine Reha-Klinik. »Die machen letztlich alles genau so wie es dem Idealbild eines nachhaltigen Betriebes und eines Slow Food Hofes entspricht«, schwärmt Stephan Illi.

Von Anfang an verfolgten die Gründerväter die Idee eines nachhaltigen Landbaus. »Dabei wurde und wird völlig auf chemisch-synthetische Dünge- und Spritzmittel sowie genveränderte Organismen verzichtet«, schreibt das Hofgut über Mittel (CF025224).jpegsich selbst. Die Erhaltung, Förderung und der Schutz lebenswichtiger Ressourcen wie z. B. des Bodens standen dabei von Anfang an im Vordergrund und gelten bis heute. 1931 war dies noch absolut visionär und ein zukunftsweisendes Vorangehen.

Diesen vorbildlichen Hof zu unterstützen, entspricht ganz dem Selbstverständnis der Kulturland eG: Unter dem Motto »nicht gleich die Welt retten, aber ein Stück Boden«, wirbt die Genossenschaft seit 2013 um Mitglieder und Genossenschaftsanteile. Die Genossenschaft kauft Ackerland durch Bürgerbeteiligungen und verpachtet es langfristig und günstig an Bio- und Demeter-Betriebe, um zur Bodenspekulation ein Gegengewicht zu bieten. Die inzwischen 3500 Genoss*innen konnten fast 800 Hektar Land für 54 Biohöfe und eine nachhaltige Bewirtschaftung sichern.

Zur aktuellen Unterstützungsaktion des Hofguts Schloss Hamborn: www.kulturland.de/campaigns/schloss-hamborn-163

Weiterführende Links:

Hofgut Schloss Hamborn: www.schlosshamborn.de

Zur Kulturland eG: www.kulturland.de

Text: Horst Hamm

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