Frauen, Food und Zukunft: Das war das PARABERE-Forum 2026 in Barcelona

17.03.2026 - Vier Frauen der Slow-Food-Chef-Alliance reisten nach Barcelona, um beim 11. PARABERE-Forum zentrale Zukunftsfragen der Gastronomie zu diskutieren: Zwischen kulinarischen Wurzeln, globalen Perspektiven und gesellschaftlicher Verantwortung.

Am 7. März 2026 brechen vier Köchinnen der Slow-Food-Chef-Alliance nach Barcelona auf. Die Slow-Food-Delegierten Katharina Bäcker, Angela Schulze-Hamann, Barbara Stadler und Anna Keller besuchten das 11. PARABERE-Forum.PARABERE 2026 (c) Slow Food Saarland

Dieses fand am 8. und 9. März 2026 in Barcelona statt, zum Teil in den historischen Räumlichkeiten der traditionsreichen Universität. Das Thema der diesjährigen Ausgabe lautete „Roots & Roads“ und betonte die Verbindung zwischen Herkunft, kulturellem Erbe und neuen Wegen in der globalen Gastronomie.

Das Forum ist eine internationale Plattform, die insbesondere die Stimmen und Perspektiven von Frauen in der Lebensmittel- und Gastronomiebranche hervorhebt.

In der Speaker-Reihe kamen vielfältige Stimmen aus Gastronomie, Forschung und Aktivismus zu Wort:

  • Prof. Charles Spence (Oxford) thematisierte die multisensorische Wahrnehmung von Essen und wie unsere Sinne die kulinarische Erfahrung prägen
  • Carme Ruscalleda, eine der erfolgreichsten katalanischen Spitzenköchinnen, sprach über ihre tiefe Verbundenheit zu Tradition, Saisonalität und regionaler Identität in der Küche
  • Mindy Woods, eine indigene Chef-Aktivistin aus Australien, teilte ihre Einsichten über die Verbindung von Ernährung, Kultur und sozialer Gerechtigkeit.
  • Olia Hercules, Autorin aus der Ukraine, brachte persönliche und familiäre Geschichten über Essen, Krieg, Flucht und Hoffnung ein und unterstrich dabei kulturelle Wurzeln und Resilienz.

Weitere Vertreter*innen wie Fidaa Abuhamdiya, Martina Puigvert oder Dan Saladino bereicherten den Diskurs mit Perspektiven zu kultureller Identität, nachhaltiger Küche und kulinarischer Geschichte.

Die Talks verbanden kulinarisches Fachwissen mit sozialen, kulturellen und politischen Fragestellungen, etwa zur Rolle der Kulinarik in Gemeinschaft, Tradition und Innovation.

Neben den Hauptvorträgen bot das Forum praktische Workshops und Sessions, die den programmatischen Kern „Roots & Roads“ vertiefen. Die Workshops beschäftigten sich sowohl mit dem Erhalt und der Weitergabe kulinarischer Traditionen als auch mit neuen Wegen der Ernährungsgestaltung und -kommunikation.

In interaktiven Formaten konnten die Teilnehmenden Erfahrungen austauschen, gemeinsam an Konzepten arbeiten und neue Ansätze zu Themen wie Nachhaltigkeit, kulturelle Integration und Innovation entwickeln.

In Diskussionsrunden mit dem Publikum wurden Zusammenhänge zwischen kulinarischer Identität, gesellschaftlichen Herausforderungen und globaler Zusammenarbeit reflektiert.

Eindrücke und zentrale Themen

Verknüpfung von Tradition und Innovation

Viele Beiträge betonten, wie wichtig es ist, kulinarische Wurzeln – lokale Zutaten, traditionelle Techniken und kulturelle Narrative – zu kennen und gleichzeitig neue Wege und Impulse in die zeitgenössische Küche zu integrieren.

Stärkung von Frauen und marginalisierten Stimmen

Das Forum gab erneut den Stimmen von Frauen und Communities, die in der Gastronomie oft weniger sichtbar sind, eine Plattform – darunter indigene Köchinnen oder Aktivistinnen, die Ernährung als soziales und kulturelles Gut begreifen.

Multisensorisches Verständnis von Essen

Die Inhalte reichten über den klassischen Food-Talk hinaus und bezogen Sinne, Wahrnehmung und Erfahrung in das Verständnis von Kulinarik ein – etwa durch Beiträge zur Psychologie und Erlebnisqualität beim Essen.

Dialog und Community Building

Der praktische Austausch in Workshops zeigte, wie wichtig netzwerkbildende Formate sind, um Ideen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam zukünftige Trends zu gestalten.

Fazit

Das 11. PARABERE-Forum in Barcelona war somit mehr als eine klassische Konferenz – es war ein multidimensionaler Dialog über Identität, Nachhaltigkeit, kulturelles Erbe und Innovation in der globalen Gastronomie. Die Mischung aus renommierten Sprecherinnen, praxisorientierten Workshops und Publikumsdiskussionen machte deutlich, dass Essen heute nicht nur Genuss, sondern auch eine soziale, kulturelle und politische Kraft ist.


Quelle: Ein Bericht von Barbara Stadler

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