Die Arche-Passagiere

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Die große Mehrheit der Passagiere sind vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen und Nutzpflanzenarten, die unter den gegenwärtigen ökonomischen Bedingungen bedeutungslos geworden sind. Sie haben zuviel Fett und nehmen nicht schnell genug zu (Buntes Bentheimer Schwein), sind nicht spezialisiert genug (Murnau-Werdenfelser Rind, Hinterwälder Rind) oder einfach so klein, dass sie durch den Kartoffelvollernter fallen (Bamberger Hörnla).

Die andere, kleinere Gruppe bilden handwerklich hergestellte Lebensmittel. Ostheimer Leberkäs wird von nur einer Metzgerei in Ostheim (Bayrische Rhön) traditionell hergestellt. Weißlacker ist der einzige nur im Allgäu vorkommende Käse. Würchwitzer Milbenkäse (Sachsen-Anhalt) hat eine lange Tradition, die fast schon vergessen war, ebenso der Nieheimer Käse. Das Filder-Spitzkraut ist wegen seiner Form mechanisch schwierig verwertbar und doch geschmacklich dem runden Weißkohl überlegen. Die Nordhessische Ahle Wurscht schließlich zählt zu der Gruppe von traditionellen Produkten, die durch zunehmende Industrialisierung des Fleischerhandwerks an sensorischer Qualität oftmals verloren hat. Ein durch Slow Food initiierter Förderverein arbeitet gegen diesen Trend. In Deutschland gibt es zur Zeit 73 Arche-Passagiere.

Fotos oben: Ismaninger Kraut, Weiße Gehörnte Heidschnucken.

Biologische Vielfalt bewahren, den Planeten bewahren

Ein Video von Slow Food International, veröffentlicht am 26.Mai 2014 auf Youtube: "Was ist eigentlich biologische Vielfalt, was hat sie mit unserem täglichen Essen zu tun und was können wir dafür tun, um sie zu bewahren?"

UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011 - 2020

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Die Arche des Geschmacks wurde am 3. Juni 2014 im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011 bis 2020 der Vereinten Nationen als vorbildliches Projekt ausgezeichnet.

Erfahren Sie hier mehr

Fotos:  © Stefan Abtmeyer (1), Rudolf Böhler (1)

Hinweis

Aufgrund eines technischen Problems können wir zur Zeit leider die neueren Arche-Passagiere nicht in der Liste alphabetisch aufführen. Das betrifft momentan die Allgäuer-Oberschwäbische Seele in traditioneller Herstellung, das Bamberger Rauchbier traditioneller Herstellungsart, die Brunnenkresse aus der Erfurter Klinge, die Bühler Frühzwetschge, das Coburger Fuchsschaf, die Diepholzer Gans, das Gelbvieh, die Hutzeln von den Baumfeldern in Fatschenbrunn, das Ismaninger Kraut, den Laufener Landweizen, die Lippische Palme, den Luikenapfel, den Mangold Sennfelder Stiel, die Münsterbirne und die Palmischbirne vom Hochstamm. Sie finden sie in alphabetischer Reihenfolge nach dem Würchwitzer Milbenkäse.

Neue Arche-Passagiere gesucht!

Gibt es in Ihrer Region eine Spezialität, die Ihrer Meinung nach in der Arche des Geschmacks noch fehlt? Dann schreiben Sie uns Ihren Vorschlag mit einer kurzen Begründung! 

Um in die "Arche des Geschmacks" aufgenommen zu werden, müssen Passagiere folgende Kriterien erfüllen:

• Sie sind in der Existenz bedroht.
• Sie zeichnen sich aus durch einzigartige geschmackliche Qualität.
• Sie haben eine historisch überlieferte Bedeutung.
• Sie besitzen identitätsstiftenden Charakter für eine Region.
• Sie unterstützen die nachhaltige Entwicklung einer Region.
• Sie stammen aus artgerechter Haltung (Tiere).
• Sie sind frei von gentechnischer Veränderung.
• Die Produkte sind käuflich erwerbbar.

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