Die Arche-Passagiere

Die große Mehrheit der Passagiere sind vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen und Nutzpflanzenarten, die unter den gegenwärtigen ökonomischen Bedingungen bedeutungslos geworden sind. Sie haben zuviel Fett und nehmen nicht schnell genug zu (Buntes Bentheimer Schwein), sind nicht spezialisiert genug (Murnau-Werdenfelser Rind, Hinterwälder Rind) oder einfach so klein, dass sie durch den Kartoffelvollernter fallen (Bamberger Hörnla).

Die andere, kleinere Gruppe bilden handwerklich hergestellte Lebensmittel. Ostheimer Leberkäs wird von nur einer Metzgerei in Ostheim (Bayrische Rhön) traditionell hergestellt. Weißlacker ist der einzige nur im Allgäu vorkommende Käse. Würchwitzer Milbenkäse (Sachsen-Anhalt) hat eine lange Tradition, die fast schon vergessen war, ebenso der Nieheimer Käse. Das Filder-Spitzkraut ist wegen seiner Form mechanisch schwierig verwertbar und doch geschmacklich dem runden Weißkohl überlegen. Die Nordhessische Ahle Wurscht schließlich zählt zu der Gruppe von traditionellen Produkten, die durch zunehmende Industrialisierung des Fleischerhandwerks an sensorischer Qualität oftmals verloren hat. Ein durch Slow Food initiierter Förderverein arbeitet gegen diesen Trend. In Deutschland gibt es zur Zeit 73 Arche-Passagiere.

Biologische Vielfalt bewahren, den Planeten bewahren

Ein Video von Slow Food International, veröffentlicht im Mai 2014 auf Youtube: "Was ist eigentlich biologische Vielfalt, was hat sie mit unserem täglichen Essen zu tun und was können wir dafür tun, um sie zu bewahren?"

Neue Arche-Passagiere gesucht!

Gibt es in Ihrer Region eine Spezialität, die Ihrer Meinung nach in die Arche des Geschmacks gehört? Dann schreiben Sie uns Ihren Vorschlag mit einer kurzen Begründung!

Um in die "Arche des Geschmacks" aufgenommen zu werden, müssen Passagiere folgende Kriterien erfüllen:

Vorschläge für Arche-Kandidaten müssen Lebensmittel sein. Dazu gehören: Nutztierrassen und Kulturpflanzen (Sorten, Ökotypen, einheimische Rassen und Bestände), wilde Arten (sofern an Ernte- und Verarbeitungsmethoden und traditionelle Nutzung gebunden) und verarbeitete Erzeugnisse.

• Die Produkte müssen einen charakteristischen Geschmack haben. „Geschmacksqualität“ ist hierbei im Kontext lokaler Traditionen und Nutzweisen zu verstehen.

• Die Produkte müssen an ein bestimmtes Gebiet, an lokale Traditionen und an das Gedächtnis und die Identität einer Gruppe gebunden sein.

• Die Produkte müssen in begrenzten Mengen erzeugt werden.

• Die Produkte müssen in ihrer Existenz bedroht sein.

Wir freuen uns über Ihre E-Mail an archekommission@slowfood.de

Aufnahmeverfahren

Slow Food Deutschland hat eine Archekommission eingesetzt, die aus erfahrenen Mitgliedern und Experten besteht. Die Archekommission prüft eingehende Vorschläge auf ihre Aufnahmechancen in die Arche, sucht sachkundige Personen für die Antragsbearbeitung, wenn die Vorschlagenden dies nicht selbst tun wollen oder können, schaltet die jeweilige Regionalgruppe von Slow Food in die Antragstellung ein und hilft mit, einen ausführlichen Antragstext für den Vorschlag zu erstellen. Über die Aufnahme von neuen Passagieren aus Deutschland entscheidet der Vorstand von Slow Food Deutschland auf Vorschlag der Archekommission.

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