Convivium Rhein-Neckar

Kontakt: Dagmar Neudeck-Jirele

E-Mail: rhein-neckar@slowfood.de

FAQ

Ist Slow Food Deutschland eine Filiale von Slow Food Italien?

Nein. Wir sind wie Slow Food Italien und andere nationale Slow-Food-Organisationen gleichberechtigte Mitglieder der weltweiten Slow-Food-Familie. Das bedeutet auch: Wir sind keine Organisation für italienische Esskultur sondern kümmern uns so wie die anderen nationalen Organisationen um unsere regionalen Produkte. Es gibt allerdings bei Slow Food Deutschland besonders viele Freunde der italienischen Küche. Die Mitglieder von Slow Food Deutschland e.V. sind gleichzeitig Mitglieder von Slow Food International.

Wie ist Slow Food Deutschland organisiert?


Die Basis unserer Arbeit bildet das örtliche bzw. regionale Convivium. Das lateinische Wort steht für "Tafelrunde", erinnert aber auch an Dantes "Gastmahl". Die 73 deutschen Convivien sind durch die Initiative von Mitgliedern in Städten und Regionen entstanden. Auf Bundesebene begleitet und unterstützt Slow Food die dezentrale Arbeit. Die Convivien sind unterschiedlich groß - von einem guten Dutzend bis zu 600 Mitgliedern. Insgesamt hat Slow Food Deutschland 8.500 Mitglieder (Stand: Mitte 2008) mit steigender Tendenz. Die größten Convivien mit jeweils über 300 Mitgliedern sind München, Mainfranken/Hohenlohe, Münster, Frankfurt und Berlin.

Gibt es Mindestvoraussetzungen zur Gründung eines Convivium?

Ja, es sollen mindestens 5 Mitglieder bei Gründung vorhanden sein und mindestens drei Veranstaltungen im Jahr stattfinden. Es ist auch schon vorgekommen, dass Convivien wieder eingestellt wurden, weil die Aktiven keine Zeit mehr fanden.

Ist Slow Food etwas für "reifere" Menschen?

Bei Slow Food sind alle Altersgruppen vertreten. Es gibt auch Jugendgruppen. Jugendliche zahlen einen ermäßigten Beitrag (30 Euro) im Jahr oder sind als Familienmitglieder dabei.

Wie ist die Mitgliederstruktur?


Von Convivium zu Convivium recht unterschiedlich. Manche Convivien wie Nordhessen oder Rügen setzen sich sehr stark aus Produzenten, Händlern und Gastronomen zusammen, andere aus Menschen aus "normalen" bürgerlichen Berufen, die einfach Freunde am gemeinsamen Genuss haben.

Was passiert in den Convivien?

Auch das ist unterschiedlich. Die meisten haben einen Jour-fixe, bei dem sie gemeinsam essen oder auch kochen, und veranstalten Besuche bei Produzenten. Einige Convivien treffen sich z. B. zum gemeinsamen Pilzesammeln und ähnlichen Aktivitäten. "Vereinsmeierei" ist bei Slow Food unbekannt. Einmal im Jahr findet eine, meist kurze Mitgliederversammlung statt, alle zwei Jahre wird die Leitung des Conviviums neu gewählt.

Ist Slow Food offen für Nicht-Mitglieder?

Ja. Gäste, die Slow Food kennen lernen wollen, sind zu den meisten Veranstaltungen willkommen. Mitglieder können auch Freunde mitbringen.

Warum lohnt sich dennoch eine Mitgliedschaft?

Es gibt attraktive Veranstaltungen, bei denen die Teilnahme limitiert ist und bei denen zuerst oder nur Mitglieder zum Zuge kommen. Außerdem zahlen Mitglieder bei vielen Events etwas weniger. Das deutsche "Slow-Food-Magazin" (sechsmal im Jahr mit mindestens 100 Seiten) und der internationale Jahres-Almanach (in deutscher Übersetzung) sind für viele allein schon den Mitgliedsbeitrag wert. Für einen großen Teil der Mitglieder steht die Unterstützung der Slow-Food-Idee im Vordergrund.

Was kostet eine Mitgliedschaft?

Die Einzelmitgliedschaft kostet 75 Euro im Jahr. Darin ist der Bezug des deutschen Slow-Food-Magazins enthalten. Die Partner- und Familienmitgliedschaft kostet 95 Euro.
Schüler Studenten Azubis 12 Euro
Jugend-Mitglieder zahlen 30 Euro, bekommen aber nicht das Magazin "Slow".
Fünf Euro vom Beitrag gehen an die internationale Slow-Food-Stiftung für Biodiversität.
Mindestens 200 Euro zahlen Förderer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden.

Könnte zum Beispiel McDonald's Förderer werden?

Nein. Firmen werden nur als Förderer anerkannt, wenn sie ein Mindestmaß an Slow-Food-Ansprüchen erfüllen und die Aufnahme vom örtlichen Convivium befürwortet wird. Nur anerkannte Förderer dürfen das Jahrslogo mit der Schnecke als Aufkleber an ihrem Geschäft oder Restaurant benutzen.

Hat Slow Food Deutschland einen hauptamtlichen Apparat?

Nein. Alle Vorstandsmitglieder und Convivienleiter arbeiten ehrenamtlich und werden alle zwei Jahre von der Mitgliederversammlung bzw. der Convivienversammlung, an der jedes Mitglied teilnehmen kann (es gibt bisher noch kein Delegiertenprinzip), neu gewählt. Die Geschäftsführung wird von einem Bürodienstleister wahrgenommen, der allerdings auch in der Sache engagiert ist, und das Magazin wird von freien Journalisten betreut.

Bekommt Slow Food Deutschland "öffentliche Mittel"?

Nein, Slow Food Deutschland erhält keine regelmäßigen Zuwendungen. Gelegentlich erfolgt in einzelnen Projekten eine finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand.

Arbeitet Slow Food mit anderen Organisationen zusammen?

Ja. Es gibt immer wieder Partnerschaften für gemeinsame Projekte und auch längerfristige strategische Partnerschaften. Entscheidend ist, dass die gemeinsame Schnittmenge groß genug ist. Dabei ist es weniger wichtig, ob es sich um "etablierte" oder eher "alternative" Organisationen handelt. Eine feste Partnerschaft besteht mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband. Hier gehört Slow Food zu den Fördermitgliedern. Außerdem gehört Slow Food der "Plattform Ernährung und Bewegung" an und hat einen Kooperationsvertrag mit dem Deutschen Gartennetzwerk.

Wo ordnet sich Slow Food im Verbändestaat ein?

So richtig passt Slow Food eigentlich in keine Schublade. Vorrangig betrachten wir uns als Verbraucher-Organisation und Lobby für den Geschmack.

Müssen bei Slow Food alle Produkte "bio" sein?

Nein. Für Slow Food steht steht der Gedanke der Biodiversität, also der Vielfalt der Nahrungsmittel und Esskulturen im Vordergrund. Biologische Produktion ist eines von mehreren Kriterien für die Beurteilung von Produkten. Wichtig ist der möglichst ursprüngliche Genuss. Der kann bei Bio-Produkten gegeben sein, muss es aber nicht. Einen Biowein, der nicht schmeckt, muss man nicht mögen. Auf jeden Fall fühlt sich Slow Food dem Gedanken der Nachhaltigkeit verpflichtet.

Ist Slow Food gegen Gen-Food?


Auch bei dieser Frage steht der Leitgedanke der Biodiversität über allem. Slow Food befürchtet, dass gentechnisch veränderte Organismen (GVO) die Vielfalt zerstören oder spürbar verändern. In der "grünen Gentechnik" wird bisher kein Fortschritt gesehen, weil es nachteilige Folgen z. B. durch den erhöhten Wasserbedarf gibt. Ansonsten haben die Mitglieder sehr unterschiedliche Einstellungen zu Gentechnik. Die meisten sagen: Wir wollen kein Genfood, vor allem keine unmittelbar veränderten Lebensmittel. Damit stehen sie an der Seite von zwei Dritteln der Bevölkerung. Einzelne Convivien beteiligen sich an den "Gentechnikfreien Regionen". Irrationale Ängste sind allerdings nicht das, was für Slow Food typisch wäre. Slow-Food-Präsident Carlo Petrini sagte zu Genfood: "Der Markt mag keine GVOs. Wunderbar!"

Kämpft Slow Food gegen Fast Food?

Nein, denn Slow Food ist nicht auf "Gegner" wie Mc'Donalds oder Burger King fixiert. Slow Food setzt auf Aufklärung über die gesundheitlichen Nachteile der Hamburger-Kultur. Wir wollen die Angebotsvielfalt bewahren helfen und Informationen für bewusste Konsumenten geben, sich von Fall zu Fall das jeweils passende Angebot auszusuchen. Vom Butterbrot und der guten Frikadelle bis zum Edelfisch.

Hat Slow Food prominente Mitstreiter?

Slow Food hat einige namhafte Mitglieder. In der Politik sind das z. B. die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth sowie die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast und der Vorsitzende des Rates für Nachhaltigkeit der Bundesregierung, Volker Hauff (SPD). Aus dem Gewerkschaftsbereich ist die stellvertretende Ver.di-Bundesvorsitzende Margret Mönig-Raane engagiertes Mitglied. Es sind Menschen aus der Kultur dabei wie z. B. Berlinale-Intendant Dieter Kosslick, Kameramann Michael Ballhaus und TTT-Moderator Dieter Moor sowie Sterne-dekorierte Köche wie Michael Hoffmann (Margaux Berlin), Tillman Hahn (Warnemünde), Hans Stefan Steinheuer (Bad Neuenahr), Vincent Klink (Stuttgart), Marcello Fabbri (Weimar) oder auch Spitzenwinzer wie der Rotwein-Star Werner Näkel und die Nummer eins in Franken Paul Fürst. "Jahrhundertkoch" Eckart Witzigmann gehört ebenso dazu wie TV-Hobbykoch Alfred Biolek. Aber auch bekannte und engagierte ökologische Landwirte wie Heino Graf von Bassewitz (Dalwitz), Wilhelm Schäkel (Zempow), Sonja Moor (Werneuchen), Karl Schweisfurth (Glonn) oder Rudolf Bühler (Schwäbisch Hall).

Ist Slow Food politisch?

Wir wissen nicht, welche Mitglieder auch in Parteien engagiert sind. Wir wissen von einzelnen Mitgliedern, die in der SPD, bei den Grünen und in der FDP sind. Alle haben eines gemeinsam: Sie finden, dass sich Zusammensein bei Slow Food wohltuend vom Gerangel in den Parteien abhebt. Alles in allem fühlen sich die "Slowfoodies" als gesellschaftspolitisch progressive Menschen, die mitten im Leben stehen. Anhänger extremistischer Parteien haben bei Slow Food nichts zu suchen.

Gibt es herausragende Slow-Food-Events in Deutschland?

Slow Food ist Initiator und Mit-Organisator von wichtigen Produzenten-Märkten wie dem "Norddeutschen Käsemarkt" auf dem Kiekeberg bei Hamburg, dem Deutschen Käsemarkt in Nieheim/Ostwestfalen, dem Rhöner Wurstmarkt und "Genuss in Nordwesten". Das alljährliche nationale Ereignis ist die Slow-Food-Messe in Stuttgart.

Was ist die "Arche des Geschmacks"?

In die "Arche des Geschmacks" nimmt Slow Food weltweit Nutzpflanzen, Nutztiere, Lebensmittelprodukte und Speisen auf, die vom Aussterben bedroht sind. Beispiele in Deutschland sind das Bunte Bentheimer Schwein, der "Angeliter Tannenzapfen", eine seltene Kartoffel, die Alblinse oder die "Ahle Wurscht" aus Nordhessen. Für die Bewohner der Arche werden jeweils Förderkreise gegründet.

Was ist Slow City?


"Citta Slow" wurde in Italien gegründet. Dort dürfen sich mittlerweile über vierzig Städte, die strengen Slow-Kriterien unterliegen, mit diesem Titel schmücken. In Deutschland sind es bisher zwei Kleinstädte: Hersbruck. Überlingen und Stadt Waldkirch. Mehr...

Hat Slow Food etwas mit Schlankheitsdiät zu tun?


Ein verbreitetes Missverständnis, das "slow" mit "schlank" verwechselt. Aber: Damit, dass sich Slow Food für gesunde Ernährung und bewusstes Essen einsetzt, geht es auch um körperliches Wohlbefinden.

Muss man bei Slow Food kochen können?

Auch ein Missverständnis. Viele Convivien machen zwar Kochaktionen, aber es ist kein "Muss". Wie auch immer: Hauptsache, es macht Spaß und schmeckt.


Slow Food Deutschland e. V. - Luisenstraße 45 - 10117 Berlin - Telefon: 030 / 2 00 04 75-0 - E-Mail: info@slowfood.de