Restaurant Tipps

Slow Food Mitglieder entdecken:

Neue Entdeckungen in Thüringen

Thüringer Slow Food Mitglieder sind ständig unterwegs. Von ihren Touren bringen sie Tipps für Gasthöfe und Restaurants mit. Hier eine kleine Auswahl und Gaststäten und Bistros, die wir empfehlen können. Wir geben diese Tipps, weil nicht alle Restaurants in den "Genussführer" kommen können. Und wenn Sie ein Restaurant vorschlagen möchten, dann schreiben Sie uns eine Mail mit Ihrem Bericht oder füllen Sie einfach den Fragebogen aus. Hier der Link.

Restaurant Tanya Harding (Arnstadt)

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Auf eine Geschmacksreise gehen, das sollen Tanyas Hardings Gäste auch im Restaurant. Je nach Saison wechseln die Gerichte. Sie verwendet Frisches aus der Region, darunter viele Bioprodukte. Das Ganze wird mit einem Hauch von Weltküche aufgepeppt. Das ist ihr Credo. Es überzeugt. Zum Beispiel „Oberweißbacher Rind mit Tanyas Steak Rub, Pommes Frites, selbstgemachtem Ketchup, karamellisierte Zwiebeln, Tomatenbutter und Salat“ gibt es ab 22 Euro. Den „Burger vom Oberweißbacher Rind“ bereits ab 12 Euro. Sehr lecker ist das „Verwöhnte Huhn“, ein Stück Hähnchen mit Pernod-Bio-Sahne Soße mit Karotten und Erbsen in Bio-Dinkelblätterteigkruste und frischem Salat mit Senf aus der Kleinhettstedter Senfmühle. Danach schmeckt das „Schokoladentarte mit Bio-Ceylon Zimtsahne und Karamellsoße“ oder „Panna Cotta“ mit verschiedenen selbstgemachten Soßen. Hausgemachtes Gemüse-Curry mit Kokosmilch auf Reis gibt es wahlweise mit Tofu oder mit regionalen Puten- oder Hähnchenstreifen. Der Mittagstisch, schon für 6 -10 Euro zu haben. Das Angebot wechselt täglich. Die Karte wird regelmäßig mit Saisongerichten ergänzt. Kaffeespezialitäten, mit Bohnen von einer regionalen Rösterei, mit vielerlei (auch Bio-) Zucker zur Auswahl, diverse Biotees und Aufgüsse, frisch aufgebrüht und ausgesuchte oder hausgemachte Limonaden ergänzen das regionale Bier - und Weinangebot.(Heike Mohr, April 2016)

Restaurant "Clara" am Kaisersaal (Erfurt)

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Der Guide MICHELIN 2016: Feine Küche in klarem, elegantem Rahmen: Ein Hingucker ist das große Portrait von Namensgeberin Clara Schumann (erinnern Sie sich noch an ihre Abbildung auf dem 100-DM-Schein?),schön auch das Lichtkonzept. Nebenan gibt man Kochkurse. Die Inspektoren des Guide MICHELIN 1 MICHELIN Stern: eine Küche voller Finesse – einen Stopp wert! Zitat aus tripadvisor: Die Küchenmannschaft im Durchschnitt so jung wie unsere deutsche Fussballnationalmannschaft kocht jung, spritzig und raffiniert - dies spürt und genießt man im Menü "Next generation". Insbesondere der Stör mit Wermuth-Gelee war für uns ein absolut neues Geschmackserlebnis. Der Service ist absolut top und Gott sei dank, wie das Küchenteam ebenso frech und in keinster Weise angestaubtZitat aus Gault&Millau Ausgabe 2016: Wir würden Clara gern zur Erfurter Weinkönigin küren, weil sie alle Flaschen bis 50 € anstandslos für den Offenausschank aufzieht und man in dieser Preisklasse schon sehr gute Gewächse von der Saale bis nach Chile kennenlernen kann. Dazu soll man sich „von der Poesie regionaler und saisonaler Vielfalt“ der Küche „inspirieren lassen“ – von einer Karte im SMS-Stil.

Das Clara, der Name bezieht sich auf Clara Schuhmann, die drei Konzerte im Kaisersaal gegeben hat, ist schlicht gehalten. Das Platzangebot wird grosszügig gehandhabt. Zwischen den Tischen ist sehr viel Freiraum, es wird in schlicht weiss eingedeckt und die Blumendekorationen sind gekonnt arrangiert und einfach nur schön. Clara ist mit einem riesigen Konterfei, das gleichzeitig als Raumteiler dient, allgegenwärtig.Johannes Wallner, 29 Jahre jung, ein gebürtiger Erfurter,ist KüchenchefDer Apéro, bereits begleitet von einem kleinen Highlight aus Meisterhand, wird im Küchenbereich serviert und man erhält so 1:1 direkten Einblick in den Ort des Geschehens. Man kann sich gleich mit eigenen Augen überzeugen von der Sauberkeit, dem Team und den Produkten. Zurück im Lokal geht es dann weiter, entweder mit einem der zwei zur Auswahl stehenden Menus oder à la carte. Es wird Wert auf Regionalität, Saisonalität und Qualität gelegt, gekonnt verwoben mit Internationalität. So findet man im Moment Thüringer Spargel und Rhabarber, Saibling und Weidelamm ebenfalls aus der Region, Wildkräuter, Bärlauch, Morcheln, Brennessel etc., was der Frühling im Moment zu bieten hat. Die Speisen sind durchkomponiert, schmecken köstlich und sind eine Augenweide. Weine aus der Region sind ebenso vertreten wie Schokolade von Goldhelm Erfurt. Das Personal ist freundlich, zuvorkommend und äusserst kompetent. Man darf fragen so viel man will, wenn es auf etwas keine Antwort gibt, wird sofort in der Küche nachgefragt und man erhält umgehend eine befriedigende Auskunft. Die beiden Jungköche sind ständig auf der Suche nach regionalen Produkten, Produzenten und Spezialitäten. Im Moment sind sie dabei den früheren Kräutergarten wieder auf Vordermann zu bringen. Die Preise scheinen auf den ersten Blick gehoben, sind aber durchaus berechtigt und nachvollziehbar. Entscheidet man sich z.B. für das vier Gänge Menu, hat man zum Schluss alles in allem deren 8. Immer wieder werden die Speisefolgen ergänzt oder unterbrochen durch kleine zusätzliche Köstlichkeiten. Nach dem Apéro werden selbstgemachte kleine Brötchen in verschieden Geschmacksrichtungen auf warmen Steinen serviert, gefolgt von einem Amuse-Bouche. Zudem gibt es ausser Programm ein kleines Dessert und zum Schluss selbst gemachte Friandises. Wallner und sein Team haben den Stern verteidigt und durchaus zu Recht wieder erhalten. Sie verstehen ihr Handwerk und versuchen punkto Regionalität, Qualität und Saisonalität ihr Bestes zu geben, immer auf der Suche nach neuen heimischen Produkten. Fast vier Stunden lang durften wie schlemmen, wenn das nicht Slow Food ist??!! (Brigitt Bösch, Genussatelier Erfurt, April 2016) Link Genussatelier

Restaurants in Thüringen

Hinweise zur Bewertung

Ein Fragebogen soll Ihnen als Leitfaden, als Hilfe dienen. Er ist eine Orientierungshilfe mit dem ein Gasthaus möglichst einfach und doch umfassend beschrieben werden kann. Er ist deshalb absichtlich in vielen Punkten sehr offen gehalten, so dass man viele Informationen erfassen kann ohne dies immer zur Pflicht zu machen. Hier können Sie den Fragebogen und Hinweise zur Bewertung herunterladen. Haben Sie Mut und schreiben Sie uns. 

Restaurant Venerius (Eckolstädt)

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Mitten auf dem flachen Weimarer Land, ein Stück hinter Apolda inmitten von industriell anmutenden Flachbauten, befindet sich eine Großküche die viele Menschen täglich satt macht. Wolfgang Thomas führt sie seit 23 Jahren mit stetig wachsendem Erfolg. Sein Sohn Felix legte mit einer Lehre als Koch erst einmal den Grundstein für eine familiäre Nachfolge, aber es sollte anders kommen. Nach erfolgreich absolvierter Ausbildung trieb es den jungen Felix zunächst erst einmal in die Welt. Seinen und seinen kochtechnischen Horizont erweiterte er in nahmhaften Häusern , unter anderem im Ritz Carlton Berlin und im renommierten Berlin Capital Club. Bei einem Teil der Weiterbildung lernte er auch seine Frau Beatrice kennen - der Klassiker. Gemeinsam nach Eckolstädt zurück gekehrt, wollten beide ihre Ideen in einem eigenen Restaurant verwirklichen und hatten den Mut, dies in ihrem kleinen Heimatort zu tun. Der ehemalige Verpflegungssaal der NVA wurde einer anderen Verwendung zugeführt und mit schickem Licht- und Farbdesign enstand das Vernerius - was so viel bedeutet, wie mit allen Sinnen genießen. Was Felix Thomas und seine junge 4-köpfige Küchencrew in der schwarz-roten Küche, hinter der Glastür für alle ersichtlich auf die Teller bringt, ist wirklich sehens- und schmeckenswert. Eine abwechslungsreiche, ambitionierte Karte, die im sportlichen 4-Wochen-Rhytmus komplett wechselt, macht die Auswahl schwer. Von Fisch bis Wild, natürlich weitgehend regional und unbedingt saisonal finden sich 3-Gang Menü Bestandteile, die eine Kombination für jeden Geschmack ermöglichen, aber natürlich auch Solo eine gute Wahl sind. Eine Weinkarte, mit Betonung auf dem quasi vor der Haustür liegenden, regionalen Saale Unstrut Anbaugebiet, rundet das Angebot ab. Die Philosophie des Hauses, sich Zeit nehmen für den Gast und ihn auf eine kulinarische Reise durch alle Sinne mitnehmen, wird vom jungen Serviceteam unter Leitung von Beatrice Thomas charmant, freundlich und unaufdringlich umgesetzt.In dem Geheimtipp bekommt man nur noch Platz nach Vorbestellung und dem Gault Millau war die Leistung 2015 eine Auszeichnung mit 13 Hauben wert.(Petra Hermann, Januar 2016)

Petra Hermann, Food-Bloggerin, Obers trifft Sahne

Gault&Millau Ausgabe: 2016

Wer in das kleine Industriegebiet einbiegt, erwartet alles andere als beachtliche Kulinarik. Sie wurde von Wolfgang Thomas initiiert, der seine Euros in der Massenverpflegung verdient. Er etablierte ein für hiesige Verhältnisse extravagantes Etablissement: graue Decke, dunkles Mobiliar, auberginefarbene Tischläufer und erstklassige Tafelkultur, große Theke mit Weinauslage und lodernde Feuersimulation... 

TripAdvisor

Wir hätten das Restaurant Venerius wahrscheinlich niemals gefunden. Doch ein guter Bekannter erzählte uns von dem kulinarischen "Geheimtipp". So machten wir uns auf den Weg und wunderten uns sehr. Ein solch exklusives Restaurant hätten wir in der doch abgeschiedenen Lage wirklich nicht vermutet. Nachfolgend, was es im einzelnen über das Restaurant zu berichten gibt. Speisen: Das Steinpilzsüppchen als Vorspeise...