Ein Besuch bei der Fa. Kimmich hat die Teilnehmer so begeistert, dass wir den Besuch gleich in das Programm für 2012 aufgenommen haben.
Fünfzehn Interessierte haben sich am Samstag, den 26. Februar in Westhausen auf dem Hof der Familie Schmid getroffen, um zu erfahren, wie ein großer Demeter-Hühnerhof arbeitet.
Die Schmids beliefern mit ihren rund 5000 Hennen vor allem Stuttgarter Einzelhändler und Supermärkte mit Eiern und Schlachthähnchen. Aber auch Schweine, Rinder, Enten und Gänse werden auf dem Gemischtbetrieb „produziert“. Der Hof gehört im Demeterbereich zu den Großen, ist aber im Vergleich zu herkömmlichen Eier- und Hähnchenfleischproduzenten winzig. Dazu ein paar Zahlen: Von den 4,5 Milliarden! Schlachthähnchen, die allein in der EU produziert werden, entfallen 90% auf 1,4% der Betriebe. Wiesenhof in Deutschland liefert allein 50% aller Hähnchen in Deutschland. Bei den Legehennen sieht es nicht anders aus: von den 50 Millionen Legehennen in Deutschland werden 80% in 0,6% der Betriebe hergestellt.
Wir waren bei den Schmids in Westhausen also in einem landwirtschaftlichen Vorzeige- und Ausnahmehof. Vorbildliche Ställe mit Auslauf für Legehennen und Landgockel, im Sommer auch auf die angrenzenden Wiesen. Bis auf ca. 5% Kraftfutter kommt das gesamte Futter vom eigenen Hof.
Neu war für uns zu erfahren, dass die Legehennen wie auch die Schlachthähnchen Hybridhühner sind. Speziell gezüchtet auf Hochleistung - auch im Demeterbereich. So legen diese Legehennen rund 250 Eier im Jahr. Nach einem Jahr landen sie dann – ausgepowert - als Suppenhuhn im Supermarkt. Die männlichen Küken werden, wie auch bei herkömmlichen Eierproduzenten, nach der Geburt getötet, da diese Zuchtlinie kein Fleisch ansetzt, schnell krank wird und keine Käufer findet.
Herr Schmid betonte, dass er damit nicht glücklich sei und bereits nach Lösungen suche. So war bei die Heimfahrt für ausreichend Gesprächsstoff gesorgt und wir um eine Erfahrung reicher: auch im Demeterbereich ist Produktivität und Ertragssteigerung kein Fremdwort mehr.
Und hier noch ein paar Bilder von unserem interessantem Ausflug.
Nach einem Probelauf im letztem Jahr war die "Slow Schaf" dieses Jahr offizieller Bestandteil der "Schön& gut"-Messe im Alten Lager in Münsingen. Die Schafe sind von der Alb nicht wegzudenken. Sie gewinnen heute wieder zunehmend an Bedeutung. Zum einen als Woll- und Fleischlieferant, aber im wesentlichen als die wichtigsten Pfleger der Wacholderheide. Somit ist die Regionalmesse "Slow Schaf" in der direkten Nähe zum neu eröffneten Biosphärenzentrum mehr als naheliegend.
Die Austeller, in diesem Jahr ein Dutzend, wurden - wie bei der Messe Stuttgart - vorab kontrolliert und erhielten bei Einhaltung der Kriterien eine Urkunde. Für das nächste Jahr ist eine Verdopplung der Aussteller geplant.
Ein besonderer Dank gilt der Standbesetzung die durchgängig für die 3 Messetage durch die Convivien Stuttgart und Tübingen gewährleistet wurde.
Bereits jetzt ist die nächste "Slow Schaf" in Planung, vom 29.10. - 01.11.2011.
Unser Ausflug mit dem Oldtimer-Panoramabus war von herrlichem Sommerwetter begleitet.
Hier einige Impressionen eines wunderschönen und interessanten Tages.
Oktober - Weinlese
September - Ertragsreduzierung