Genussführer

Mit dem Slow Food-Genussführer hat sich eine neue Form der Restaurantkritik etabliert. Es geht nicht allein um Geschmack, Textur und Komposition einzelner Speisen. Wir versuchen zu ergründen, ob Gastronom*innen in Einklang mit unserer Philosophie "gut, sauber, fair" arbeiten. Das bedeutet: regional, saisonal, authentisch, transparent. Damit erhält Restaurantkritik einen komplexeren Sinn. Es geht bei der Beurteilung von Lokalen nicht mehr um den reinen Gaumenkitzel, wie es in der traditionellen Restaurantkritik häufig der Fall ist. Wir versuchen vielmehr, ein ganzheitliches Bild zu zeichnen. Wir wollen die Speise auf dem Tisch in ihrem Kontext sehen, inklusive aller ihrer Beziehungen zu Produzent*innen, zur kulinarischen Tradition, zu Verarbeitungstechniken. Wenn sich Restaurantkritik auf die Beschreibung von Geschmack und Zusammenspiel der Speisen beschränkt, ist sie aus unserer Sicht nicht mehr zeitgemäß. Es geht uns somit um nicht weniger als um die Begründung und Förderung einer neuen Gastronomie.