Aus dem Convivium

Auf dieser Seite informieren wir Sie über diverse Aktivitäten von Slow Food in unserer Region!

Genuss macht Schule

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24.9.2017 – Am 13. September fand in Hannover das 33. Herrenhäuser Forum Mensch – Natur – Technik der VolkswagenStiftung zum Thema „Genuss macht Schule – Food Policy im Lernalltag“ statt. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung in Kooperation mit Slow Food Deutschland und Slow Food Hannover. Unter den Diskutanten befanden sich die Slow Food-Vertreter Lotte Rose (Frankfurt University of Applied Sciences) und Friedrich Soretz (Organisationsberater mit Schwerpunkt Kindergarten und Schule). Ein Bericht von Sharon Sheets finden Sie hier

Die Veranstaltung hat deutlich die Schwierigkeiten und die begrenzten Möglichkeiten thematisiert, Kindern und Jugendlichen gleichzeitig ein nachhaltiges Ernährungsbewusstsein und eine gesunde Ernährung angedeihen zu lassen. 

Im Convivium Hannover ist die Idee einer Genuss-Schule herangereift. Ein Schulkonzept, das ein Umdenken der Bildungskultur anstrebt: Die genussvolle und verantwortungsbewusste Ernährung als Grundlage aller Wissensaneignung – ganz im Sinne unserer Slow Food-Idee.
 Große Schritte in Richtung einer Realisierung konnten schon gemacht werden, nun geht es um eine breit aufgestellte Unterstützung und Intensivierung dieses Projektes. Bei Ministerien und Schulträgern, in Schulen und Kollegien, bei Fortbildungsinstitutionen, nicht zuletzt bei Eltern und Kindern sowie Slow Food intern. 

Agrarministerkonferenz

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30.3.2017 – Einmal im Jahr kommen die Agrarminister des Bundes und der Bundesländer zusammen, um sich abzustimmen. Dieses Mal fand die Konferenz in Hannover vom 29. bis 31.3. statt. Slow Food Hannover war mit verschiedenen Bundesorganisationen und dem Agrarbündnis Niedersachsen am Tagungshotel vor Ort, um den Ministern unsere Forderungen vorzulegen.

Infoabend zum Tierwohl

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24.2.2017 – Nehmen wir mal an, wir betrachten Tiere nicht als Fleischlieferanten, sondern als Mitgeschöpfe, auf die wir angewiesen sind. Jedes Tier hätte Anteil an naturgebundenen Abläufen und hätte ein artgemäßes und würdevolles Leben. Auch hätte jedes Schwein, jedes Rind eine positive Klimabilanz durch die entsprechende Art von Weidewirtschaft. 

Gemeinsam mit der Tierschutzbeauftragten des Landes Niedersachsen, Michaela Dämmrich, und Ricarda Rabe vom Kirchlichen Dienst auf dem Lande hatte Slow Food Hannover zu einem „Tierwohl-Abend“ am 23. Februar 2017 eingeladen. 

Zunächst berichtete Bastian Ehrhardt von Neuland e.V. Dieser Verein unter Trägerschaft von Deutschem Tierschutzbund, dem BUND und der AbL hat schon 1988 sehr weitreichende Tierschutzstandards definiert. Die Marke „Neuland“ eint ein Netzwerk von Erzeugern, Schlacht- und Zerlegebetrieben, die sich diesen Standards verpflichtet fühlen, und sie garantiert den Partnern eine angemessene Wertschöpfung für ihre ambitionierte Arbeit. Infos hier 

Einen Schritt weiter geht das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft. Uwe Schmida stellte sich als „Mit-Landwirt“ des Adolphshofes vor. Er ist einer von ca. 200 Menschen, die mit einem monatlich gezahlten Geldbetrag das ökonomische Fundament des Betriebes sichern. Im Gegenzug erhalten sie ihren Anteil an der Ernte und an den Milch- und Fleischerzeugnissen des bio-dynamisch wirtschaftenden Hofes. Infos hier

Schließlich präsentierte Kathrin Ollendorf ihr Konzept des Hutewaldhofes. Ihr Bestreben, „wirklich glückliche Schweine“ als Basis für die wirtschaftliche Erzeugung von Qualitätsfleisch zu halten, wird begleitet von einer naturnahen Feld- und Waldfütterung und einem ganzjährigen Freilandaufenthalt der Tiere. Viele ihrer Kunden betrachten sich als Paten der Schweine und bezeugen das durch die monatliche Bezahlung der „Unterhaltskosten“. Infos hier 

Allen diesen Konzepten gemein ist die Erfordernis, dass die Konsumenten mit einem höheren Geldbetrag ihre Wertschätzung für das Stück Fleisch zum Ausdruck bringen, als es z. B. für ein ähnliches Produkt aus Massentierhaltung erforderlich wäre. Eine Kombination aus ideellem und geschmacklichem Nutzen ist meist die Motivation, dergestalt die Verantwortung als Ko-Produzent wahrzunehmen.

Ein weiterer Arche-Passagier

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Wir freuen uns über den ersten Passagier in der Arche des Geschmacks aus dem Convivium Hannover: Das Rote Höhenvieh des Weserberglandes wurde als Passagier Nr. 55 d aufgenommen.  Hier können Sie nachlesen, was das Rote Höhenvieh in den Regionen Oberpfalz, Sauerland, Harz und Weserbergland so besonders macht.

Ein Ausflug an die Weser zu den Menschen, die das Rote Höhenvieh dort mit Leidenschaft züchten, in Einklang mit und zur Bereicherung der dortigen Landschaft halten und sein Fleisch zu kulinarischen Köstlichkeiten verarbeiten, hat uns bereits voll überzeugt. 

Solidarische Landwirtschaft in der Region Hannover

Der von Carlo Pedrini geprägte Begriff „Koproduzent“ war bisher Menschen außerhalb der Slow Food Bewegung nur schwer zu vermitteln. Seit 2012 ist dies am Beispiel der ersten „Solidarischen Landwirtschaft“ im Calenberger Land viel leichter geworden. Es gibt keine strenge Differenzierung zwischen Produzenten und Verbrauchern. Alle 70 Beteiligten an der SoLaWi „Wildwuchs“ – dies ist der Name für den in Leveste gelegenen Betrieb – tragen gemeinsam die Verantwortung, indem sie den Betrieb jeweils für ein Jahr finanziell absichern und auch ihre Fähigkeiten einbringen. Hierdurch können äußere Einflüsse durch die Gemeinschaft aufgefangen werden, und alle Beteiligten erhalten frisches Obst und Gemüse aus einem Anbau, den sie selbst mit gestalten. Dies bedeutet abgesehen vom eigenen Garten die größtmögliche Nähe zum Lebensmittel. In einer SoLaWi ist Transparenz vollständig durch die eigene Beteiligung gegeben.

Der Anbau erfolgt nach ökologischen Kriterien. Region und Saison erlangen eine neue Bedeutung, da nur das geerntet werden kann, was auf dem Boden zur jeweiligen Jahreszeit wächst.

Die Mitglieder versorgen sich über Depots, um lange Fahrwege der Einzelnen zu reduzieren. Innerhalb der Gemeinschaft findet ein reger Austausch über Rezepte und Haltbarmachungsverfahren statt.

In Deutschland gibt es bisher über 20 Betriebe, die sich der solidarischen Landwirtschaft und damit dem Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft verpflichtet fühlen. Die Bewegung wächst; so existieren in Frankreich bereits ca. 1000 Betriebe. Es ist eine Art von Gemeinwohlökonomie, da auf Bankkredite verzichtet werden kann und Missernten nicht gefürchtet werden müssen, die normalerweise den finanziellen Ruin eines Betriebs bedeuten können. Hier trägt die Gemeinschaft auf vielen Schultern die Risiken, und kleine Betriebe können erhalten werden.

Die Mitglieder interessieren sich für die Belange des Naturschutzes, alte Sorten und den Klimaschutz (keine beheizten Gewächshäuser für die Tomate im Dezember). Für die Slow Food Bewegung entsteht hier ein interessanter und wichtiger Partner, der alle Slow Food Prinzipien berücksichtigt und noch darüber hinausgeht, da nicht nur Solidarität gegenüber der Landwirtschaft geübt wird, sondern auch eine innere Solidarität gegenüber nicht ausreichend finanzkräftigen Koproduzenten geboten wird. Alle Mitglieder erhalten die gleichen Lebensmittel in jeweils verfügbaren Mengen unabhängig von der Höhe ihrer Gebote für die regelmäßigen Beiträge.

Anbau und Anbaupläne liegen natürlich in Händen von Fachleuten, die solidarisch entlohnt werden und nicht wie Saisonarbeiter aus Osteuropa.

Für Interessierte besteht immer die Möglichkeit, ein Teil der Gemeinschaft zu werden.

Kontakt: bWl0Z2xpZWRlckBzb2xhd2ktd2lsZHd1Y2hzLmRl

Eine weiteres Projekt in der Region ist bereits auch schon aktiv: Das Gut Adolphshof in Lehrte-Hämelerwald.

Aktuelle Infos dazu von Sabine Adam oder Katharina Wenzel: c29sYXdpLWhhbm5vdmVyQHdlYi5kZQ== | Telefon: 05175/3002981