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27.08.08: Ausflug, Thema "Tomaten"

Frau Kaltenborn hatte eine äußerst interessante Abendveranstaltung zum Thema "Tomaten" organisiert. Am frühen Abend trafen wir uns im Garten von Frau Kock in Witten. Ihr großer Hausgarten sieht auf den ersten Blick wie ein normaler Ziergarten aus. Bei näherem Hinsehen entdeckt man viele große Blumentöpfe

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und mit Bux eingefaßte Beete. Überall wachsen die unterschiedlichsten Tomaten und auch Peperonipflanzen

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In der Unterpfanzung sieht man viel Kräuter, Salat und andere Gemüse.

Seit über acht Jahre geht Frau Kock ihrem Hobby nach, seltene Gemüsesorten, vor allem Tomaten, in ihrem großen Garten anzubauen. Sie setzt jedes Jahr 80 - 100 verschiedene Sorten. Jetzt mitten in der Tomatenzeit konnten wir eine ganze Reihe von seltenen, alten Sorten verkosten. Zunächst fiel die Vielfalt der Formen und Farben der gezogenen Tomaten auf. Wer glaubt eine Tomate müsse rot und rund sein, wird eines Besseren belehrt. Die kleinsten Tomaten waren kirschgroß in den Farben gelb, rot, weiß und grün. Die größten Sorten hatten einen Durchmesser von ca. 15 - 20 cm und waren unregelmäßig geformt. Weitere Tomaten waren in fast allen Farbspielen von braun bis grün gestreift zu finden.

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Bei der anschließenden Verkostung stellten wir eine unwahrscheinliche Vielfalt im Geschmack fest. Die  unscheinbaren Tomaten mit unansehnlicher brauner Farbe schmeckten vorzüglich. Mein Favorit war eine grün und braun gestreifte Tomate. Die angebauten Tomaten sind vor allem auf Geschmack gezüchtet und reifen bis zur Vollreife am Strauch. Dies unterscheidet sie in starkem Maße von den im Supermarkt angebotenen Sorten. Diese Sorten sind auf gutes Aussehen, nicht nur rot, sondern auch inzwischen auf gelb und andere Farben gezüchtet. Das Wichtigste ist die Transportfähigkeit sowie die gute Haltbarkeit. Daher werden die Tomaten vielfach unreif gepflückt und können daher ihren Geschmack nicht entwickeln. Auch wachsen die Tomaten in den großen spanischen oder holländischen Plantagen schnell und in großer Menge.

 

Der Anbau von Tomaten bringt eine Reihe von Problemen mit sich. Einmal ist die Tomate frostempfindlich. Eine Frostnacht und die ganze Pflanze kann verloren sein. Daher werden Tomaten im Februar ausgesät und zu kleinen Pflanzen vorgezogen. Erst im Mai werden diese Pflanzen an ihren endgültigen Platz ausgepflanzt.
Ein großes Problem für den Kleingärtner ist die Braunfäule. Es bedarf intensiver Pflege diese Krankheit zu unterdrücken.
Im späteren Wachstumsverlauf müssen die Pflanzen vor zu viel Regen geschützt werden. Auch sollte es unbedingt vermieden werden, nasse Tomatenpflanzen anzufassen. Die Tomatenstauden produzieren bis zum Herbstfrost kontinuierlich Blüten und Früchte. Wenn man  die Pflanzen vor Frost schützen kann, reifen sie auch im Winter, siehe Hollandtomaten. Das Problem ist jedoch das zu geringe Licht im Winter. Daher sind die Gewächshäuser mit speziellen Leuchten ausgestattet, damit das Wachstum  weitergeht. Die Tomaten werden dann rot,  lassen aber sehr an Geschmack vermissen.

Für den guten Geschmack sind vor allem auch die einzelnen Samensorten von Bedeutung. Die Tomate liebt warme und sonnige Witterung, was bedeutet, daß der Mittelmeerraum ideale Voraussetzungen bietet. Die Tomatensorten, die im Süden gut gedeihen, haben aber im Norden Probleme. Daher wählt Fr. Kock in der Regel nordische Sorten, die mit unserem rauhen Klima besser zurecht kommen. Es ist schwierig, selbst sortenreinen Samen zu ziehen. Die Tomate ist sehr kreuzungsfreudig. Daher ist es immer schwierig, welchen Samen man von den einzelnen Pflanzen erhält. Vor allem ist es unmöglich, sortenrein zu züchten, wenn in der Nähe andere Sorten wachsen. Daher bezieht Frau Kock jedes Jahr immer wieder neue Samen von speziellen Samenbanken. Sie gibt die vorgetriebenen  Pflanzen gerne an andere Gartenliebhaber weiter.

Der Abend fand seinen Abschluß in einem Picknick auf der Terrasse des Hauses Kock. Hier hatten wir die Gelegenheit, intensiv die Tomaten, die in Schalen und Schüsseln bereit standen -siehe Fotos -, zu verkosten und mit den mitgebrachten Spezialitäten zu genießen.

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Vor allem unsere Freunde aus Dortmund versorgten uns mit einer hervorragenden italienischen Salami. Nochmals herzlichen Dank dem Ehepaar Kock für die gelungene Veranstaltung, die mit über zwanzig Gästen hervorragend besucht war.

 

Wer Kontakt mit Frau Kock aufnehmen möchte, kann dies tun unter ZGllLWdhcnRlbmhleGVAZ214LmRl.
Hinzuweisen ist, daß Frau Kock mit ihren gezogenen Pflanzen und mehr bei Manufaktum im April und später auch in der Gruga bei „Raritätenveranstaltungen“ vertreten ist. Hier sollte man auf entspr. Veröffentlichungen achten.

Manfred Meimberg

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