Convivium aktuell

Aktuell

Auf dieser Seite informieren wir Sie über aktuelle Veranstaltungen und Aktivitäten von Slow Food in unserer Region!

Nordhessen geschmackvoll! 2018

Zum vierzehnten Mal hieß es am Sonntag, dem 14. Oktober von 11 bis 17 Uhr wieder in Melsungen: Nordhessen geschmackvoll!

Rund um das Melsunger Rathaus und in den anliegenden Straßen wurden 45 Stände von Bauern, Metzgern, Bäckern, Käsern und anderen Herstellern von guten Lebensmitteln aus Nordhessen aufgebaut. Teilnehmen durfte nur, wer die Qualitätskriterien von Slow Food für eine gute, saubere und faire Herstellung einhalten kann. Dazu wurden im Vorfeld die Zutatenlisten aller Produkte vorgelegt, die von Dr. Hanns-Ernst Kniepkamp auf Einhaltung der Standards geprüft wurden: Mitgebracht werden darf nur, was ohne Geschmacksverstärker und unnötige Zusatzstoffe und Hilfsmittel hergestellt ist. Auf dem Markt gibt es keine Marmelade mit Ascorbinsäure, kein Brot aus Backmischungen und keine mit Reifebeschleunigern hergestellte Ahle Wurscht. Viele Nordhessen wissen diese konsequente Linie zu schätzen, besuchen den Markt jedes Jahr wieder und nutzen die Gelegenheit zum Genießen und Bevorraten hochwertiger Lebensmittel. Für viele anspruchsvoller Selbstvermarkter und Lebensmittelhandwerker gehört die Teilnahme an Nordhessen geschmackvoll! zum Jahresprogramm.

Neu dabei waren in diesem Jahr der Bioland-Betrieb Beerow aus Witzenhausen-Neuseesen mit Äpfeln und Honig aus eigener Produktion und die Initiative Bickus Biohuhn, die Fleisch von Suppenhühnern zu interessanten Produkten verarbeitet.

Für die Apfel-und Birnensortenbestimmung am Stand von Slow Food Nordhessen stand mit Lissy Mihaly (Kaufungen) wieder eine versierte Pomologin für die fachgerechte Sortenbestimmung zur Verfügung. Interessierte nutzten die Gelegenheit, den Namen ihre Sorten kennenzulernen.

Für Kinder gab es das Angebot, an der mobilen Obstpresse von Saftmobil aus Gudensberg leckeren Apfelsaft zu pressen. Außerdem gab es eine Holzschnitzaktion am Stand von Zimmermann Jörg Hohmeister und die Möglichkeit, mit Nicola Klose kleine Dinge aus Wolle zu filzen. So war Nordhessen geschmackvoll! wieder ein Erlebnis für die ganze Familie.

Slow Food Nordhessen als die Organisation, die den Markt initiiert hat, machte das Tierwohl am zentralen Infostand zum Schwerpunktthema. Außerdem wurde dort der frisch erschienene Genussführer 2019/2020 vorgestellt.

Wie immer wurde das Spezialitätenfestival durch Live-Musik abgerundet. Mit dabei waren in diesem Jahr wieder Klaus Adamaschek mit Shiregreen auf der Bühne und die Gruppe Prinz Persico, die sich in bewährter Weise unter die Gäste mischte.

Ein goldener Oktobertag hat dafür gesorgt, dass so viele Menschen wie lange nicht den Weg nach Melsungen gefunden haben.

Weitere Infos: www.nordhessen-geschmackvoll.com

Wurstseminar im Jägerhof in Maar

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Bericht von Gerhard Schneider-Rose

Hans Schmidt aus Lauterbach-Maar im Vogelsberg ist Inhaber des Genussführer-Lokals „Jägerhof“. Er hat nicht nur das Küchenhandwerk erlernt – er ist auch Metzgermeister und Fleischsommelier und zerlegt Rind, Schwein, Lamm und Wild für die Gasthofküche. Sein großes Interesse an den traditionellen Fleisch- und Wurstwaren aus dem Vogelsberg hat dazu geführt, dass er die Produkte der Vogelsberger Hausschlachtung regelmäßig nach traditionellen Rezepten herstellt. Hausmacher Wurstplatten und gebratene Kartoffelwurst finden sich auf der Speisekarte, Gäste können Hausmacher Wurstwaren nach Hause mitnehmen, im Onlineshop gibt es Blut-, Leber- und Kartoffelwurst, Schwartenmagen und andere Spezialitäten. Seit 2012 bietet Hans Schmidt im Winterhalbjahr „Wurstseminare“ für jeweils 8-10 Personen an, die sich zum Dauerbrenner entwickelt haben. Ein Termin pro Woche reicht inzwischen nicht mehr, um die Nachfrage zu decken. Als Convivienleiter von Slow Food Nordhessen hat er mich eingeladen, mir so eine Veranstaltung mal aus der Nähe anzusehen. So betrete ich an einem Morgen Mitte April die „Wurstküche“ des Jägerhofes. Hans Schmidt, sein Mitarbeiter Ernst und 10 Seminarteilnehmer stehen schon im Raum, alle mit Schürze und Haarschutz ausgestattet. Zwei Schweinehälften hängen ausgeschlachtet am Haken. „Ausnahmsweise kein schwäbisch-Hällisches Landschwein, der Schlachtbetrieb hat diese Woche leider keine erhalten, dafür aber ein Mastschwein mit höherem Fettgehalt als üblich. Eine gute Wurst braucht einen gewissen Fettanteil“, erläutert der Metzger seinen Zuhörern. Einige Schweineköpfe köcheln schon im Wurstkessel. Gewürze, Därme, gereinigte Mägen, Blut, Leber - alles steht für die Wurstaktion bereit. Die beiden Profis zerlegen die Schweinehälften und schälen die Knochen heraus. Das Kleinschneiden von Muskelfleisch und Speck ist Sache der Teilnehmenden. Schnell merken sie, wieviel Handfertigkeit zum Beispiel zum Ablösen der Schwarte vom Speck erforderlich ist. Hans Schmidt erläutert die Verwertbarkeit aller herausgelösten Teile und passt auf, dass jedes Stück in der richtigen Mulde für die Wurstsorten landet. Schon bald wird der Wolf für die Hackfleischherstellung mit vorgewürztem („geschrotetem“) Fleisch- und Speckstücken befüllt. Verwendet wird die gewolfte Masse für Frikadellen und Bratwurst fürs Mittagessen, Cervelatswurst mit und ohne Knoblauch und Kartoffelwurst. 15 Prozent Pellkartoffeln kommen zur Füllung bei der Kartoffelwurst dazu. „Gestreckte Würste“ sind in Nordhessen sehr verbreitet, der Kartoffelanteil ist die Besonderheit im Vogelsberg, in anderen Gegenden wird das Fleisch mit Kohl, Karotten oder alten Brötchen („Wecken“) verlängert. Bei der Würzung, Mengung und Abfüllung der Kartoffelwurst schaue ich besonders genau hin, weil Hans Schmidt sie als Kandidatin für die Arche des Geschmacks vorgeschlagen hat.

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Beim Mengen, Abschmecken und Abfüllen der Wurstsorten ist intensive Mitwirkung der Seminarteilnehmer angesagt. Erstaunlich, wie wenig Ekel es beim Mengen und Abschmecken von Blut und roher Leber in der Gruppe gibt. Beim Wurstfüllen zeigt sich, wieviel Erfahrung beim Abbinden und Abdrehen der Würste gefragt ist, wenn es zügig voran gehen soll. Aber Hans Schmidt hat Geduld und freut sich über jeden, der sich an die Arbeiten herantraut. Nach dreieinhalb Stunden und dem einen oder anderen Schlachteschnaps mit dem dazu gehörigen Spruch hängen die Rohwürste in der Wurstekammer und die Kochwürste schwimmen im Kessel. Der Raum ist erfüllt von Gerüchen nach Schweinefleisch, Pfeffer, Macis, Ingwer, Koriander und Majoran. Hans Schmidt ruft die Gruppe zum gemeinsamen Mittagessen im sonnigen Hof der Gaststätte. Es gibt Leber- und Blutwürsten direkt aus dem Kessel, gekochte Schweineschnauze und -Backe, Frikadellen und Bratwürstchen mit Roggenbrot aus dem Vogelsberg. Alle langen kräftig zu. Beim Gespräch mit den acht Männern und zwei Frauen zeigen sich die Beweggründe für die Seminarteilnahme. Fast alle haben Kindheitserinnerungen an die Hausschlachtung, die sie wiederbeleben wollen. Ein Thüringer schlachtet seit langer Zeit selbst und hat Interesse an Rezepturen aus anderen Regionen. Ein Krankenpfleger macht sich Sorgen, dass unsere hochentwickelte Gesellschaft mal zusammenbrechen kann und wir dann auf eigene Fähigkeiten zur Selbstversorgung angewiesen sind. Ein Jäger sondiert die Möglichkeiten, Wildfleisch zu verarbeiten. Allen anderen geht es weniger darum, selbst wieder Wursten zu wollen als um die Lust am Wissen, wie es geht und was drin ist in der Wurst. Mit ihrem Interesse passen sie gut zu Slow Food – aber noch niemand hat von unserer Bewegung näheres gehört. Am abendlichen Schlachtefest kann ich leider nicht teilnehmen – schade. Eine Woche nach dem Wurstseminar erhält jeder Teilnehmende ein Paket mit den dann abgetrockneten und zum Teil geräucherten Produkten vom Wurstseminar. Im Jägerhof gibt es auch Lamm- und Wild-Zerlegeseminare. Wer hier teilnimmt, erfährt eine Menge über die Verwertbarkeit der Fleischteile, verschiedene Zuschnitttechniken. Routiniert zerlegen kann man am Ende des Tages nicht – professionelles Handwerk braucht lange Routinen. Auch am Ende dieser Kurse gibt es viele tolle Gerichte aus den gerade zerlegten Tieren zum Probieren. Seminare und Kurse rund ums Schlachten und Verarbeiten von Tieren bietet nicht nur der Jägerhof an, bei einem – meist männlichen - Teil der Bevölkerung scheint angesichts der zunehmenden Arbeitsteilung das Interesse an der Wiederaneignung des Wissens um das Fleisch groß zu sein. Gleichzeitig wird bei den Angeboten an den Supermarkttheken der Zusammenhang des ausliegenden Angebotes mit dem lebenden Tier immer mehr verdeckt und die Ekelschwellen bei der Berührung mit rohem Fleisch werden höher.

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Neues Genussführer-Restaurant: Der Teichhof in Grandenborn

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Die Genussführerkommission von Slow Food Nordhessen hat kürzlich den Teichhof in Grandenborn neu in den Genussführer aufgenommen.

Lokal

Schon die Eltern von Regina Linhose haben neben dem Gaststättenbetrieb in Grandenborn Wurstwaren aus der eigenen Hausschlachtung vertrieben. Ihr Ehemann Edgar ist nach der Heirat Metzgermeister geworden und hat die Herstellung traditioneller nordhessischer Wurstwaren weiter ausgebaut. Der Teichhof ist Gründungsmitglied im Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht. Die Metzgerei und die eindrucksvollen Wurstreiferäume befinden sich im Gebäude neben dem Gasthaus. Die Gaststube wirkt mit hellen Holzmöbeln und Wandvertäfelungen freundlich ländlich. In den letzten Jahren wurden in Nebengebäuden Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste als neues Angebot geschaffen.

Speisen und Getränke

“Wir sind vom Dorf und wir arbeiten in erster Linie für Leute mit Sinn für die dörfliche Küche“, so beschreiben Linhoses ihre Betriebsphilosophie: Die Produkte kommen weitmöglichst aus dem näheren Umfeld, es gibt Beschäftigung für über 20 Menschen aus der Region, die traditionellen Gerichte des Ringgaus werden angeboten. Weckewerk, Schlachtesuppe, Ahle Wurscht, Kesselwurst, Bratwurst finden sich ganzjährig auf der Speisekarte. Saisonal haben Spargel und Erdbeeren im Frühjahr eine hohen Stellenwert, im Herbst und Winter rücken gefüllter Schweinemagen, Schweinebäckchen und Schlachteplatte mit Lauch- und Kohlgemüse in den Vordergrund. Schweinefleisch kommt aus der eigenen Metzgerei, die Schweine werden von Bauern im näheren Umkreis geliefert. Der eigene Garten liefert Kräuter und im begrenzten Umfang Erdbeeren, Rhabarber, Salat. Eine Bäuerin aus dem Dorf liefert Überschüsse aus dem eigenen Garten (z. B. Rote Beete, Weißkohl), die gerne angenommen und für Tagesgerichte verarbeitet werden, da die Lieferungen unkalkulierbar sind. Feldsalat kommt von Dilling aus Weißenborn, eine Gärtnerei aus Gotha liefert die Dinge, die regional nicht verfügbar sind. Sauerteigbrot wird konsequent selbst gebacken. Das Mehl kommt aus der Esmühle im östlich angrenzenden Eichsfeld. Bier von der regionalen Eschweger Klosterbrauerei wird ausgeschenkt, Apfelsaft von Obst der eigenen Streuobstwiesen selbst gepresst. Die Weinkarte ist übersichtlich, bietet aber für jeden Geschmack etwas.

Einkaufstipp

An den Öffnungstagen der Gaststätte ist der hofeigene Laden von 10 – 18 Uhr geöffnet. Dort gibt es neben den nordhessischen Wurstspezialitäten das selbstgebackene Roggenbrot und weitere Spezialitäten aus der Region zu kaufen.

Der besondere Tipp

Das Team vom Teichhof organisiert maßgeblich die Aktivitäten zur Mohnblüte Ende Juni bis Anfang Juli in Grandenborn. Planwagenfahrten und Wanderungen werden angeboten, im Teichhof gibt es neben Mohnkuchen weitere Gerichte mit der Ölpflanze auf der Speisekarte.

Adresse

Der Teichhof, Am Teich 5, 37296 Ringgau-Grandenborn

Telefon (0 56 59) 8 10

linhose(at)derteichhof.de

www.derteichhof.de

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag 11 - 21 Uhr

Menu for Change - Kochabend 100 % regional

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Am 1. November fand der letzte Kochabend 2017 des Conviviums Nordhessen in der Küche des Kolpinghauses in Kassel statt. Als Thema haben wir die Aktion "Menu for Change" von Slow Food International aufgegriffen, mit der auf die Klimaauswirkungen unserer Ernährung hingewiesen werden soll. Unser Beitrag zur Aktion war ein Kochabend mit Zutaten, die bis zum letzten Gewürzkrümel aus der Region kommen.

Unter der Leitung von Andrea Busch-Berg wurde als Vorspeise ein Spitzkohl-Möhren-Salat zubereitet. Danach gab es eine vegetarische Gemüsesuppe sowie einen Eintopf mit Gemüse, Schwemmklößchen und Rindfleisch. Zum Nachtisch gab es ein Kompott aus Quitten und Äpfeln mit Honig, Sahne und gerösteten Walnüssen. Alkoholischer Begleiter war ein Apfelschaumwein von Joachim Döhne aus Schauenburg.

Die Salatsoße wurde mit Rapsöl der Ölmühle Haubern und Weinessig aus häuslicher Produktion hergestellt. Zum Glück wird in Göttingen noch Luisenhaller Siedesalz hergestellt. - sonst wäre es an dieser Stelle mit der Regionalität schwierig. Das Gemüse haben wir von der Solawi der Familie Hufmann in Oberellenbach, Rindfleisch von einem Biohof aus der Nähe von Homberg, Milch und Butter von der Upländer Bauernmolkerei, Chilipaste als Pfefferersatz von Knofi & So aus Witzenhausen, Eier von Sonnenei in Heinebach, Mehl von der Esmühle in Ershausen.

Unser Fazit: Nordhessen ist breit aufgestellt in Sachen Lebensmittel Produktion, im Zweifel reichen kurze Wege über die Landesgrenze nach Thüringen und Niedersachsen. Wir sind also durchaus in der Lage, uns ohne weite Transportwege zu ernähren. Alle Teilnehmenden fanden es spannend, sich so viele Gedanken zu allen Zutaten zu machen und haben das gemeinsame Essen aus der Region genossen. Dauerhaft würde es allen MItwirkenden aber schwer fallen, auf Kaffee, Zitrusfrüchte, Gewürze wie Zimt und Muskatnuss zu verzichten. Also 100 - x Prozent regional als realistisches Ziel für eine klimafreundliche Ernährung?  

Aufnahme des Biorestaurants Weissenstein in Kassel in den Genussführer von Slow Food

genussfuehrer-empfehlungen-nordhessen-uebergabe_urkunde_weissenstein_2017.jpgDas Genussführerteam von Slow Food Nordhessen nutzte den Empfang zum einjährigen Bestehens des Biorestaurants Weissenstein am 20. Oktober 2017 zur Übergabe der Urkunde zur Aufnahme in den Genussführer. Das Weissenstein setzt gleich mehrfach Impulse: Die enge Partnerschaft von Koch René Müller, Landwirt Stefan Itter und Metzger Martin Theising verwirklicht mustergültig die Idee regionaler Netzwerke, die für Slow Food einen hohen Stellenwert hat. Die Bio-Zertifizierung aller dreier Betriebe garantiert die Umsetzung des Anspruches auf sauber und fair hergestellte Lebensmittel. Und die Fleischtheke und der Einblick in die Küche stehen für eine hohe Transparenz des Lokals, das zugleich Laden für regionale Bio-Lebensmittel ist. Die Kasseler Mitglieder der nordhessischen Genussführerkommission waren lange enttäuscht, dass sich im Zentrum der Region kein geeignetes Restaurant finden ließ – aber jetzt gibt es das Weissenstein, in dem die Slow-Food-Kriterien gut umgesetzt werden und in dem es richtig gut schmeckt! In Nordhessen gibt es jetzt insgesamt 8 Genussführerrestaurants, außerhalb Kassels gehören die Deutsche Eiche in Grebenstein, Humburg’s Eck in Baunatal-Großenritte, der Landgasthof Gemeindeschänke in Wanfried-Altenburschla, die Jausenstation in Großalmerode-Weißenbach, der Jägerhof in Lauterbach_Maar, der Ratskeller in Spangenberg und der Gasthof Hack in Borken-Kerstenhausen dazu.

Brotbacken im historischen Lehmofen

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Das in Nordhessen lange übliche reine Roggenbrot mit Natursauerteig und langer Teigführung ist selten geworden. Backmischungen haben auch die handwerklichen Bäckereien längst erreicht. Und den besonderen Geschmack eines im Holzofen gebackenen Brotes kennen viele gar nicht mehr.

Slow-Food-Mitglied Kristina Bauer hat auf Hof Sickenberg in der Nähe von Bad Sooden-Allendorf nicht nur das Fachwerkhaus und die Nebengebäude vorbildlich restauriert – auch der alte Lehmbackofen im Bauerngarten wurde wieder in Betrieb genommen.

Am 4. Juli 2017 haben wir auf Hof Sickenberg in Asbach/Sickenberg ein Backseminar angeboten. 

Nur aus Sauerteig, Roggenmehl, Wasser und Salz haben wir eigenhändig Teig geknetet und Brote geformt. Gebacken wurde im holzbefeuerten, historischen Lehmbackofen. Im Ofen wurde nach traditionellen Verfahren ein Feuer mit Buchenreisern entfacht. Etwa 4 Stunden benötigte der Ofen, um eine Temperatur von 300 °C zu erreichen. Zeit genug, die Sauerteigbrote vorzubereiten. Zeit genug, um auch noch Flammkuchen als Abendimbiss zu backen und zu verzehren und nebenbei über die Möglichkeiten für das häusliche Backen von sauberen Broten zu fachsimpeln.

Am Ende konnte jeder sein köstlich duftendes Roggenbrot mit nach Hause nehmen.

Kommentar "Denn wäre nicht der Bauer" und Reaktionen

Am 28.01.2017 hat die Hessisch-Niedersächsische-Allgemeine einen Kommentar des Herausgebers Dr. Ippen zur Landwirtschaftspolitik veröffentlicht. Dr. Ippen unterstützt die auf Wachstum und Rationalisierung ausgelegte Landwirtschaftspolitik der Bauernverbandes und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und grenzt sich gegen das "Getöse" der Naturschutz- und Tierschutzorganisationen ab.

Dieser Kommentar konnte aus Sicht von Slow Food Nordhessen nicht unwidersprochen bleiben, vom Convivienleiter Gerhard Schneider-Rose und vom Mitglied Friedhelm Scholten wurden Leserbriefe eingereicht. Leider wurde nur eine stark gekürzte Form des Leserbriefes von Gerhard Schneider-Rose veröffentlicht. Deshalb veröffentlichen wir hier den Kommentar und die beiden ausführlichen Leserbriefe.

Stellungnahme zur drohenden Schließung des Kasseler Schlachthofes

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Die drohende Insolvenz des Schlachthofes in Kassel ist seit einigen Monaten bekannt, die Zeit für eine Rettung des Betriebes wird immer knapper. Unmittelbar betroffen von der drohenden Schließung sind auch einige Mitgliedsbetriebe des Fördervereins Nordhessische Ahle Wurscht, mittelbar betroffen von der immer geringeren Anzahl an Schlachtstätten sind alle regional verwurzelten Metzger in Nordhessen. Der Vorstand des Vereins „Nordhessische Ahle Wurst e.V.“ hat sich deshalb mit einer Stellungnahme an die Verantwortlichen in Wirtschaftsverbänden, Politik und Verwaltung in der Region gewandt, die folgenden Inhalt hat: Eine Ausstattung unserer Region mit einem Netz von überbetrieblichen Schlachtstätten ist aus mehreren Gründen nicht nur für die einzelnen Handwerksbetriebe von Interesse: Eigene Schlachtstätten sind den Metzgerbetrieben in der Stadt Kassel schon seit etwa 1880 aus gutem Grund verboten. Immer höhere EU-Anforderungen haben die eigene Schlachtung für viele Betriebe in allen Landkreisen Nordhessens unwirtschaftlich werden lassen. Die Wahrung von Umwelt- und Hygieneanforderungen kann in einer größeren und besser ausgestatteten Schlachtstätte besser und effizienter umgesetzt werden als im Kleinbetrieb. Handwerklich hergestellte Fleisch- und Wurstwaren lassen sich nur dann qualitativ von Warenangeboten der großen Lebensmittelketten abheben, wenn es eine Vermarktungskette vom Landwirt in der Region über die regionale Schlachtung zum Handwerksbetrieb am Ort gibt. Metzger müssen die Möglichkeit haben, Tiere entsprechend ihrer Qualitätsansprüche direkt bei Landwirt zu erwerben und regional schlachten zu lassen. Kurze Transportwege vom Bauernhof zur Schlachtstätte sind ein wesentlicher Aspekt des Tierwohls. Verbraucher legen glücklicherweise zunehmend Wert auf Achtung von Tierwohlaspekten. Das kulinarische Premiumprodukt der Nordhessen – die Ahle Wurscht – ist in Ihrer traditionellen Herstellung zwingend auf die schlachtwarme oder schlachtfrische Verarbeitung angewiesen und damit auf kurze Wege zwischen Schlachtstätte und weiterverarbeitendem Betrieb. Wichtiger Bestandteil der regionalen Wirtschaftsförderung sollte der Verbund an Tourismus, Gastronomie, Lebensmittelhandwerk und Landwirtschaft sein. Nur wenn hier die Zusammenarbeit funktioniert, wenn alle Bestandteile der Wertschöpfungskette regional vorhanden sind, können wir eine landschaftlich attraktive Region, eine kulinarische Tradition und eine hohe Aufenthaltsqualität für Einwohner und Gäste anbieten. Über die fleischverarbeitenden Betriebe und die Innungen hinaus müssen sich unseres Erachtens auch die politischen Gremien in Stadt und Landkreis Kassel, das Regierungspräsidium und das Regionalmanagement für die Erhaltung eines nordhessischen Netzwerkes an Schlachtstätten engagieren, dies gilt nicht nur für den jetzt akut bedrohten Schlachthof in Kassel. Die Erwartung an die Politik gehen dabei nicht in Richtung einer dauerhaften Subventionierung der Schlachtstätten. Vielmehr geht es um eine Ausgestaltung der Rahmenbedingungen, die finanzierbar ist, um ein Zusammenbringen und fachlichen Beistand für das Zusammenfinden der einzelnen Betriebe, die ohne diese Unterstützung nur schwer eine funktionierende Lösung finden können und möglicherweise um Zwischenfinanzierungen bis zur Umsetzung neuer wirtschaftlicher Lösungen. Zu den Rahmenbedingungen gehören insbesondere die Anforderungen der Veterinärämter an die Betriebe, die in den einzelnen Ämtern sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Hier gibt es offensichtlich große Auslegungsspielräume für die einzelnen Fachkräfte, die zu sehr unterschiedlich hohen Nachrüstungsanforderungen in den Betrieben führen. Hier eine „nordhessische Lösung“ zu finden, die Wahrung der gesetzlichen Vorgaben und Lebensmittelsicherheit auf wirtschaftlich verkraftbarem Niveau bietet, wäre ein wichtiger Beitrag der steuernden Ebenen – nicht nur für den Kasseler Schlachthof. Bitte unterstützen Sie nach Ihren Möglichkeiten den Erhalt des Schlachthofes Kassel bzw. die Schaffung eines effizienten Nachfolgebetriebes und insgesamt die Erhaltung einer hinreichenden Anzahl von Schlachtstätten in der Region Nordhessen.

Matthias Pflüger

Erster Vorsitzender

Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht e. V.

Bio braucht kein Glysophat

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Am 10.11.2017 haben wir diese Presseinformation unseres Unterstützerbetriebes Upländer Bauernmolkerei erhalten. Wir veröffentlichen sie gerne.

Die Entscheidung über eine weitere Zulassung von Glyphosat ist in Brüssel erneut vertagt worden. Die Debatte über die Notwendigkeit des Totalherbizides geht weiter.

Neben einer möglichen Gesundheitsgefahr für den Menschen sehen viele Wissenschaftler Glyphosat als eine Ursache für den Schwund von Arten in unserer Kulturlandschaft. „Der dramatische Rückgang der Artenvielfalt bei Ackerwildkräutern, Insekten und Vögeln in den letzten Jahren hängt nach Meinung vieler Experten auch mit dem großflächigen Einsatz von Glyphosat zusammen“, sagt Karin Artzt-Steinbrink, Geschäftsführerin der Upländer Bauernmolkerei. In der Bio-Landwirtschaft ist der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden generell verboten.

Bio-Betriebe, die ihre Milch zur Upländer Bauernmolkerei in Willingen-Usseln liefern, wirtschaften ausschließlich nach biologischen Richtlinien und verwenden daher keine Mittel wie Glyphosat. Sie setzen mechanische Methoden zur Wildkrautbekämpfung ein. „Rund 350 000 Bio-Bauern in ganz Europa belegen seit Jahrzehnten, dass es auch ohne Mittel wie Glyphosat geht“, so Artzt Steinbrink. „Allerdings ist der zeitliche und finanzielle Aufwand für die Bio-Bauern größer und sie brauchen höhere Preise für ihre Produkte.“

Auch zahlreiche konventionelle Betriebe haben sich bereits für einen Verzicht auf das Herbizid entschieden. „Der Schlüssel zum Erfolg auf dem Acker sind eine vielfältige Fruchtfolge sowie innovative mechanische Verfahren zur Unkrautbekämpfung“, sagt Jan Plagge, Präsident von Bioland. Die Technik sei vorhanden, sie stehe auch der konventionellen Landwirtschaft zur Verfügung.

Als erstes Unternehmen hat nun die Molkerei Berchtesgadener Land ab sofort ihren konventionell wirtschaftenden Landwirten den Einsatz des Totalherbizids Glyphosat verboten. Das Unternehmen verarbeitet Milch von konventionellen und Bio-Lieferanten. „Das ist ein konsequenter Schritt und ein gutes Signal“, so Josef Jacobi, Aufsichtsratsvorsitzender der Upländer Bauernmolkerei. „Andere Molkereien, die konventionelle Milch verarbeiten, sollten diesem Beispiel folgen.“

Karin Artzt-Steinbrink

Upländer Bauernmolkerei GmbH

Korbacher Str. 6

34508 Willingen-Usseln

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Solidarische Landwirtschaft in Nordhessen

Die Idee der Solidarischen Landwirtschaft ist nicht neu, sie ist in Japan, den USA und mehreren europäischen Ländern mehr oder wenig stark verbreitet und sehr unterschiedlich ausgestaltet. Der Kerngedanke ist aber immer der gleiche: Verbraucher teilen sich die Produktionskosten (Saat- und Pflanzgut, Lohnkosten etc.) und geben dem Hof dadurch Planungssicherheit und eine finanzielle Basis. Dafür erhalten sie ihren Anteil an der Ernte in Form saisonaler, regionaler, gesunder Lebensmittel und erfahren vieles über die Produktion auf „ihrem“ Bauernhof. Diese Philosophie ist nahe bei den Idealen von Slow Food, die Solidarische Landwirtschaft verwirklicht perfekt die Idee vom Verbraucher als Co-Produzenten. Slow Food unterstützt deshalb vor Ort konkrete Projekte (z. B. in München) und hat dem Thema einen Schwerpunkt im Magazin August/September 2014 gewidmet. – Soweit der Hintergrund, nun zur konkreten Erfahrung:

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Den letzten Sonntag im September haben wir für eine größere Fahrradtour genutzt. Auf dem Rückweg sind wir auf dem Kuckucksmarkt in Braach gewesen – für eine Bratwurst und einen Kaffee. An den Markt hatten wir keine großen Erwartungen: Kunsthandwerk, Kleintextilien und Ahle Wurscht von für uns unklarer Qualität dominieren das Angebot. Plötzlich stehen wir vor einem urigem Gemüse- und Kartoffelstand, daneben ein Werbeplakat und Infomaterial zum Thema „Solidarische Landwirtschaft“.

Wir sind beide überrascht: Solidarische Landwirtschaft haben wir im Umfeld der Großstädte verortet. Dort gibt es genügend Menschen, die die Idee der weitgehenden Partnerschaft von Bauern und Essern so wichtig nehmen, dass sie zu einer engen Bindung an die Produkte „ihres“ Bauernhofes bereit sind. Aber hier bei uns in der ländlichen Region?
Wir kommen mit der Standbetreiberin Dörte Hufmann ins Gespräch und erfahren, dass sie und ihr Mann ihren kleinen Gemüsebaubetrieb in Oberellenbach möglichst ab nächstem Jahr auf solidarische Landwirtschaft umstellen wollen und dafür fürs Erste ca. 30 Teilnehmer suchen. Das Interesse am Thema sei unerwartet groß. Während des Gespräches kommt ein Mann vorbei, der gut informiert ist über die Thematik. „Das wird aber auch Zeit, dass es hier so was gibt“, sagt er und trägt sich flugs in die Interessentenliste ein. Wir verabreden noch einen Informations-Auftritt von Dörte Hufmann auf dem Regionalmarkt „Nordhessen geschmackvoll!“ und kündigen einen Besuch auf dem Hof zwecks Einkauf von Lagergemüse für den Winter an.
Der Besuch hat nach vorheriger Bestellung von Wirsing, Zwiebeln, Lauch, Roter Bete, Sellerie, Kürbissen und Kostproben von den Spezialitäten-Kartoffeln stattgefunden. Nach dem Verladen des Gemüses gibt es erstmal einen kleinen Spaziergang zu einem der beiden Felder der Hufmanns (insgesamt bearbeiten sie einen knappen Hektar). Die Bäuerin erzählt, dass die Felder nur mit Pferden und mit Menschenkraft bearbeitet werden. Eine Verdichtung der Böden wird so verhindert. Zudem werden die Pferde für Ausfahrten mit interessierten Gruppen genutzt, um damit zusätzlich Geld zu verdienen.
Der Betrieb kommt ohne großen Kapitaleinsatz aus. Gedüngt wird mit Kompost und mit Pferdemist, auf Herbizid- und Fungizideinsatz wird verzichtet. Die Mischkultur und die gute Durchlüftung der Felder hat bisher gesundes und schmackhaftes Gemüse wachsen lassen. Eine Zertifizierung durch einen Bioverband streben die Hufmanns mit ihrem kleinen Betrieb vorerst nicht an. Sie setzen auf durch den engen Kundenkontakt entstehendes Vertrauen.
In der Küche setzen wir das Gespräch fort, Ehemann Günter kommt dazu. Er bringt seine Freude an der Arbeit mit den bretonischen Kaltblutpferden zum Ausdruck. Er bedauert, dass er als Landwirtschaftsmeister ohne geerbten Hof so lange nicht das nötige Selbstvertrauen für eine Hofgründung gehabt hat. Deutlich wird, dass es den beiden vor allem um die Arbeit auf dem Feld geht und um die Freude, gesunde und wohlschmeckende Lebensmittel für Menschen zu erzeugen, zu denen ein direkter Kontakt besteht. Das Feilschen mit Großhändlern, bei dem am Ende meist ein jämmerlicher Preis rauskommt, das Zurückkommen vom Markt mit Resten, die irgendwie unter die Leute gebracht werden - das behagt den Hufmanns überhaupt nicht. Von daher finden sie die Idee der Solidarischen Landwirtschaft hervorragend: Im Frühjahr mit den Teilnehmern zusammen kommen, gemeinsam besprechen, was in welchem Umfang angebaut wird und was die Bauernfamilie für Unkosten hat und zum Leben braucht und daraus die Höhe der Beteiligung der Einzelnen ermitteln, einerseits ein verlässliches Einkommen zu haben und andererseits verlässliche Abnehmer für die Ernte – so stellen sich die beiden eine befriedigende Landwirtschaft vor. „Das ist da, nehmt Euch Euren Ernteanteil!“ Nach dieser einfachen Logik würde Dörte Hufmann gern ihre Gemüse unter die Leute bringen.
Am 8. November um 19.00 Uhr gibt es eine Informationsveranstaltung im Dorftreff in Oberellenbach für Interessenten an einer Teilhaberschaft an der Landwirtschaft der Hufmanns ab dem nächsten Jahr. Wir hoffen, dass sich genügend Teilnehmer finden. Wenn wir keinen eigenen  großen Nutzgarten hätten, würden wir selbst sofort in das Projekt einsteigen, das uns wieder näher an unsere Lebensmittel und die Erzeuger bringt.
Die Internetadresse von Familie Hufmann lautet www.kutschfahrten-hufmann.de. Wer weitere Informationen zur Thematik sucht, wird auf der Internetseite www.solidarische-landwirtschaft.org fündig. Dort gibt es auch eine Netzwerkkarte der in Deutschland aktiven Projekte. In Nordhessen sind verzeichnet:
·         Gemüsebaukollektiv Rote Rübe in Kaufungen (Teil der Kommune Niederkaufungen) www.kommune-niederkaufungen.de
·         CSA Freudenthal in Witzenhausen www.gemuesefreuden.wordpress.com
·         Till Döring in Wabern-Zennern (geht in 2015 an den Start).
In die Solidarische Landwirtschaft einsteigen wollen auch die Nachfolger der Gärtnerei Montag in Wanfried-Altenburschla, Kerstin Dehning-Perc und Harald Perc; Infos gibt es unter www.gaertnerei-montag.de.
 
Lotte Rose, Gerhard Schneider-Rose

Imkerei Victor Hernández neuer Unterstützer

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Seit April 2014 ist die Kasseler Stadthonig-Imkerei von Victor Hernández neuer Unterstützer von Slow Food Nordhessen.

Im Jahr 2012 hat Victor Hernández die ersten Bienenvölker auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses in der Kasseler Nordstadt in der Nähe des Hauptfriedhofes aufgestellt. Trotz Vermehrung der Völker kann er den Bedarf an Kasseler Stadthonig nicht decken.

Für sein Produkt wirbt er wie folgt: «Naturerlebnis und Naturgenuss mitten in einer urbanen Umgebung. – KASSELER STADTHONIG steht für ein 100 % regionales und natürliches Lebensmittel ohne intransparente Produktionsstrukturen und ohne lange Transportwege zum Wohl der Bienen und der Menschen, die in Kassel leben und diese Stadt so lieben wie wir. Der Honig wird von schützenswerten Bienen gewonnen. Dank der zahlreichen ungespritzten Blüten in Gärten, an Balkonen und in den zahlreichen Parkanlagen der Stadt schmeckt er so aromatisch! Geerntet, abgefüllt und verpackt wird das flüssige Wabengold ausschließlich in Handarbeit und nach den guten Grundsätzen einer ökologisch orientierten Imkerei. Das ist zwar ein ausgesprochen zeit- und arbeitsintensiver Einsatz für ein nichtkommerzielles Projekt, jedoch auch einer, der sich lohnt. Denn erst so wird der KASSELER STADTHONIG für den Honig-Liebhaber zugänglich."

Nähere Informationen zu seiner Imkerei gibt es auf

Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht wählt neuen Vorstand

Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht wählt neuen Vorstand

con_nhs_b288-20140306_0969.jpgZur Jahreshauptversammlung traf sich kürzlich der Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht e. V. in der Poststation Altes Forstamt in Altmorschen. Auf der Tagesordnung der Versammlung stand die Wahl eines neuen Vorstandes, die Überarbeitung der Satzung und die Jahresplanung für das Jubiläumsjahr 2014. Wiedergewählt wurden Matthias Pflüger von der Jausenstation Weißenbach als erster Vorsitzender, Sabine Opfer von der Landfleischerei Opfer in Datterode als zweite Vorsitzende, Gerhard Schneider-Rose aus Bebra als Schatzmeister, Dr. Hanns Kniepkamp aus Spangenberg als Schriftführer und Edgar Linhose vom Teichhof in Grandenborn als Beisitzer. Neu in den Vorstand aufgenommen wurde Hartmut Hofmann von der Landfleischerei Wenderoth aus Oberhone als Beisitzer. Bei der Überarbeitung der Satzung ging es dem Förderverein darum, sich in Zukunft auch für interessierte Bürger als Förderer der traditionellen Ahlen Wurscht zu öffnen. Eine Mitgliedschaft ist ab sofort möglich geworden. Am 28. Oktober 2004 wurde der Förderverein in Hessisch-Lichtenau aus der Taufe gehoben. Aus Anlass des 10-jährigen Jubiläums wird es am Sonntag, dem 2. November ein Ahle-Wurscht-Fest voraussichtlich in Lohfelden geben mit einem Festakt für Partner und Unterstützer der traditionellen Ahlen Wurscht und einem offenen Markt für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger.

Vorstellung des neuen Convivienleiters

1957 wurde ich auf dem Kleinbauernhof meiner Großeltern in Seifertshausen im Kreis Hersfeld-Rotenburg geboren. Die Kindheit und Jugend habe ich in Rotenburg an der Fulda verbracht, studiert in Marburg. Das Berufsleben hat mich zunächst nach Schwalmstadt-Treysa geführt. Heimisch geworden bin ich dann in Bebra-Breitenbach und damit nie so richtig aus Nordhessen weg gekommen. Ich bin Diplompädagoge und habe 27 Jahre in verschiedenen Aufgabenbereichen im Jugendamt des Landkreises Hersfeld-Rotenburg gearbeitet. Zur Zeit bin ich Teilzeitlehrkraft in der Erzieherausbildung.

Mithilfe in der Landwirtschaft, der eigene Garten, Hausschlachtung und selber Kochen waren für mich immer wichtig und so bin ich 1999 Mitglied bei Slow Food geworden und seit 2004 aktiv im Convivium vor allem bei der Organisation der Kochabende und des Slow-Food-Standes bei Nordhessen geschmackvoll! sowie im Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht als beständiges Vorstandsmitglied. Mein Engagement für Slow Food teile ich mit meiner Ehefrau Lotte Rose, die auf Bundesebene in der Grundsatzkommission mitgearbeitet hat und jetzt in der Kinderkommission aktiv ist.

Ehrenamtlich bin ich auch in der Kommunalpolitik unterwegs: Ich bin Fraktionsvorsitzender der SPD-Stadtverordnetenfraktion in Bebra. Dies tue ich mit dem Anspruch, ohne Parteiendünkel und ideologische Scheuklappen Projekte und Ideen einzubringen und voranzutreiben.

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Welche Akzente möchte ich mit der Convivienleitung bei Slow Food Nordhessen setzen? Zunächst mal geht es darum, die bestehenden Aktivitäten auf dem hohen Qualitätsniveau weiter zu führen, auf die sie Hanns Kniepkamp und die anderen Aktiven gebracht haben. Die Organisation des Regionalmarktes in Melsungen ist zwar schon ein bisschen Routine geworden, bindet aber jedes Jahr wieder viel Kraft und Zeit der Organisationsgruppe. Auch der Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht hat sich etabliert, aber auch noch viele unerledigte Ziele mit Blick auf die gentechnikfreie Ernährung und artgerechte Tierhaltung.

Kochabende, Betriebsbesichtigungen und Restaurantbesuche/Stammtische sind wichtig, um die zwischenmenschlichen Beziehungen im Convivium zu pflegen. Die Genussführerkommission hat im letzten Jahr gut gearbeitet und vier würdige Kandidaten in den Genussführer gebracht. In diesem Jahr hat die Gruppe als neue Kandidaten zwei Restaurants im Nachbarconvivium Fulda getestet, damit diese beiden vielversprechenden Kandidaten noch Eingang in die erste Druckversion des Genussführers finden konnten.

Ich hoffe, dass wir für die „Arche des Geschmacks“ als Plattform vom Aussterben bedrohter Lebensmittel in Nordhessen neben der Ahlen Wurscht weitere Passagiere gewinnen können. Das Kasseler Strünkchen, die Rübenwurst aus Melsungen und Umgebung, Apfelsorten wie Roter Ausbacher, Tiefenblüte und Körler Edelapfel sind mögliche Passagiere.

Weiter in Planung ist die Erarbeitung eines Einkaufsführers für gute, faire und saubere Lebensmittel aus Nordhessen als Onlineplattform und vielleicht auch als gedruckte Broschüre.

Gut vorstellen kann ich mir auch den Aufbau einer Partnerschaft mit einem anderen Convivium im In- oder Ausland zwecks gegenseitiger Austausche in Form von Genussreisen oder Beschickung von Regionalmärkten. Möglich ist dies nur, wenn jemand Vorkontakte hat und sich im Convivium entsprechend einbringt.

Als politisch interessierter Mensch begrüße ich sehr die Entwicklung, die Slow Food in den letzten Jahren vom „Genießerverein“ zu einer Organisation gemacht hat, die sich neben dem eigenen Anspruch an gutes Essen und Trinken auch politisch einmischt in Fragen der EU-Agrarreform, des Verbraucherschutzes, des Tierschutzes und der Entwicklungspolitik. Ich hoffe, dass Slow Food in Zukunft das Interesse am Genuss und gesellschaftliche Verantwortung für eine ausreichende und gute Ernährung für alle gut miteinander vereinbaren kann.

 

Abschließend möchte ich mich bei Hanns Kniepkamp recht herzlich bedanken für sein riesiges Engagement in den letzten sieben Jahren. Er hat seinen Rückzug von der Convivienleitung lange vorher angekündigt und mit der Notwendigkeit von frischem Wind und neuen Ideen begründet, die er für erforderlich hält, um Slow Food weiter zu entwickeln. Er wirkt kein bisschen müde und wird dem Convivium als Beisitzer mit den Aufgabenschwerpunkten „Arche des Geschmacks“ und Qualitätssicherung für von Slow Food empfohlene Lebensmittel erhalten bleiben. Vielen Dank auch an Dieter Rohde, der dem Convivium weiterhin als stellvertretender Leiter erhalten bleibt.

Bündnis Agrarzukunft Hessen gegründet

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17.1.2013 -  Auf einer Pressekonferenz am Rande der Landwirtschaftlichen Woche in Baunatal wurde am 15.1. 2013 das agrarpolitische Grundsatzpapier des "Bündnisses Agrarzukunft Hessen" vorgestellt. Slow Food Nordhessen hat die Erklärung mitunterzeichnet.

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"Rote Karte für grüne Gentechnik"

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Hanns Kniepkamp hat für Slow Food Nordhessen am 8. April 2008 die Niedermöllricher Erklärung für Lebensmittel frei von grüner Gentechnik unterzeichnet. Lesen Sie die Erklärung sowie die Statements von Slow Food Nordhessen und vom Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht.