Tafelrunde mit Bio-Pionier Christoph Bäcker
Dass Wein das vielseitigste Getränk der Welt ist, dürfe weitgehend unumstritten sein. Genauso wie die Tatsache, dass ein Gespräch mit einem Winzer – oder einer Winzerin – immer wieder eine unendliche Fülle neuer Erkenntnisse mit sich bringt. So erging es uns auch bei einer sehr schönen Tafelrunde am 6. Mai in der „Ge-Nuss-Ecke“ in Bonn-Lannesdorf. Unser Gast war diesmal der Winzer Christoph Bäcker aus Bad Neuenahr-Walporzheim, der seit gut einem Jahr auch Slow Food-Unterstützer ist. Als echter Pionier hatte er seinen Betrieb schon 1990 auf ökologischen Weinbau umgestellt. Damit war er der erste und lange auch der einzige Produzent von Bio-Weinen an der Ahr. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Betrieben, die ihm auf diesem Weg gefolgt sind. Und, das räumt Bäcker gerne ein, auch die konventionell arbeitenden Kollegen haben diesbezüglich dazugelernt, sind heute deutliche problembewusster und zurückhaltender beim Umgang mit synthetischen Spritz- und Düngemitteln. Dennoch, davon ist er überzeugt, sollten unsere Weine im maximalen Einklang mit der Natur entstehen.
Fünf Weine aus seinem Sortiment präsentierte Christoph Bäcker an diesem Abend, mit Blick auf den bevorstehenden Sommer mehrheitlich aus dem weißen und Rosé-Segment – allesamt spritzige Tropfe für entspannte Terrassenabende, aber auch bestens als muntere Essensbegleiter geeignet. Wir durften sie zu unserem wie immer sehr abwechslungsreichen Mitbring-Büffet genießen. Im lockeren Gespräch mit Christoph Bäcker erfuhren wir viel über die Besonderheiten des Bio-Weinbaus im Weinberg wie auch im Keller, über die Veränderungen und Anpassungen in Folge von Klimawandel und Hitzestress, über Weinbaugesetz und EU-politische Hürden wie auch über die ganz alltägliche Arbeit eines Winzers im Lauf des Jahres. Den Abschluss unserer Verkostung bildete dann aber doch noch ein Roter: ein samtiger, gehaltvoller 2024er Spätburgunderaus der Lage Recher Herrenberg. Man war sich einig: Ein hervorragender Wein mit großem Potential.