2006.10. Pilzwanderung

Pilzwanderung


Nein, wir haben keine Steinpilze gefunden. Auch Pfifferlinge waren uns nicht vergönnt. Selbst ein Hallimasch ist an uns vorbeigegangen. Und dann hat es auch noch geregnet! Aber Schnecken sind nun mal darin geübt, sich auch in nassem Wetter zu bewegen. Und, Pilze stehen zwar auf ihrem Speiseplan, sind aber nur ein Bestandteil neben vielen anderen Köstlichkeiten. Viel wichtiger ist ihnen ein gemächlicher Spaziergang mit netten Artgenossen in freundlicher Stimmung. Und die entschädigte alle enttäuschten Hoffnungen (sollte es denn welche gegeben haben (Foto 1)).

Der belgische Mykologe Gottfried Grignard zog die Spur vor; für die Schnecken, die diesmal aus Aachen, Heinsberg und Düsseldorf kamen. Gemeinsam zogen sie in den Wald bei Ternell und richteten ihren Blick vor allem nach unten: dorthin, wo das Leben durchaus spannend und aufschlussreich ist (Fotos 2,3) und...

... zuweilen gefährlich: nehmen wir den äußerst giftigen Pantherpilz, dieses braugraune Geschöpf mit seinen weißen Velumflöckchen auf dem Hut, der mit dem essbaren Perlpilz zu verwechseln ist;

... zuweilen essbar: nehmen wir den kastanienbraunen Maronenröhrling, der, wenn man ihn drückt, blau anläuft (Fotos 4, 5) oder den dickfleischigen Semmelstoppelpilz, deren Stoppel man wie Semmelbrösel abreiben kann oder den immer seltener werdenden Mönchskopf;

... zuweilen entrückt: nehmen wir den Fliegenpilz oder andere Halluzinogene, an denen die Schnecken natürlich brav vorbeizogen (Foto 7) ...

... um dann nach drei Stunden mit gutem Appetit im Zentrum Ternell einzukehren und, wie sagt der Deutsche doch, "leckere" Schinkenschnittchen und Waldpilze zu essen. Nicht zuletzt auch angezogen von der verlockenden Schneckenfalle in Form von belgischem Bier. Zum Glück ist keine einzige Schnecke darin ertrunken...(Fotos 8,9)

Silvia Andler. Eupen, 7. Oktober 2006

Tipps für Pilzsammler


Schonen Sie die Bodendecke: verschließen Sie die durch das Herausdrehen der Pilze im Boden entstandene Öffnung, damit das lichtempfindliche Pilzgeflecht möglichst wenig geschädigt wird und nicht austrocknet.

Nehmen Sie nur Pilze mit, die Sie als Speisepilze bestimmt haben und verwerten können.

Putzen Sie die Pilze an Ort und Stelle, nehmen Sie nur gesunde und feste Fruchtkörper mit nach Hause.

Transportieren Sie die Pilze in luftigen Behältern (am besten in einem Korb). In Plastiktüten schwitzen die Pilze schnell, zersetzen sich und bilden giftige Stoffe.

Sammeln Sie maßvoll! Giftige oder unbekannte Pilze sollten unbedingt stehen bleiben, damit diese ihre Aufgabe in der Natur erfüllen können.
Start am Naturzentrum TernellMykologe Gottfried Grignard zieht mit den Schnecken in den WaldDen Blick nach untenUnter die Lupe genommen