2013.08.6 Landwirt Veith

Bio-Landwirt Dietmar Veith vom Aachener Bioland-Hof Hasselholz

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Dort züchtet er seit 1996 zusammen mit seiner Frau Ulrike die aus Frankreich stammende Limousin-Rinderrasse in extensiver Mutterkuhhaltung. D.h., dass die Kälber zusammen mit ihren Müttern inkl. des dazugehörigen Bullen im Familienverband auf den großen Wiesenflächen des Hofes weiden dürfen.

Nur den Winter verbringen die Tiere im Stall.

Landwirt Veith betreibt die Weideform der Umtriebsweide und verfüttert ausschließlich Heu und Silage aus der Produktion seines Hofes ohne Zusatz von Kraftfutter, Soja oder dergleichen. Eine Besonderheit der Rinder auf Gut Hasselholz: die Tiere dürfen im Gegensatz zur intensiven Massen-Tierhaltung ihre Hörner behalten. Diese sind ein Erkennungszeichen und haben bei jedem Tier eine andere Form. Die Jungrinder werden erst im Alter von 12 – 18 Monaten geschlachtet, weshalb das Fleisch nicht als Kalbfleisch deklariert werden darf. Dieses stammt definitionsgemäß von Tieren, die nur maximal 8 Monate alt werden durften.

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Besonders stolz ist Landwirt Veith in seiner Eigenschaft als Biologe darauf, dass sich auf seinen Weiden durch die extensive Rinderhaltung inzwischen zwei Orchideenarten angesiedelt haben. In der Region einmalig ist die besondere Art der Schlachtung auf Gut Hasselholz.

Landwirt Veith ertrug es im Laufe der Zeit immer weniger, seine Tiere zum Schlachthof zu fahren und den Stress mitzuerleben, den sie während des Transports und beim Warten neben der Todesbox sowie den Geräuschen und den Gerüchen auf dem Schlachthof erleiden mussten. 2010 erfuhr er von der Schlachtmethode "Kugelschuss" auf der Weide. Lehrgänge, Behördengänge und viele Gespräche mit Fachleuten folgten.

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Seit November 2012 dürfen die Veiths nun tatsächlich die Tiere auf dem Hof schlachten und der stressbehaftete Lebendtiertransport zum Schlachthof entfällt. Hierzu betäubt Herr Veith jeweils ein Tier im Stall per Bolzenschuss selbst. Innerhalb von 60 Sekunden wird das betäubte Rind mit Hilfe eines Schleppers in einen speziellen Viehanhänger gehoben und dort ausgeblutet.

Dieser Anhänger erfüllt alle hygienischen Anforderungen und ist „mobiler, externer Teil einer EU-zugelassenen Schlachtstätte“. Mit dem Anhänger wird das nun tote Tier zum fixen Teil der Schlachtstätte gefahren, wo der weitere Prozess des Zerlegens unter optimalen hygienischen Umständen erfolgt. Die Vermarktung des fachgerecht zerteilten Jungrindfleisches findet im hofeigenen Laden sowie bei Metzgermeister F.P. Schwarz in Broichweiden statt.

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Wer Interesse am Bio-Jungrindfleisch hat, kann sich mit einem Newsletter über Schlachttermine und Öffnungszeiten des Hofladens informieren lassen: Anmeldung per Email an: dmVpdGgtYmlvbGFuZEB0LW9ubGluZS5kZQ== genügt, Stichwort „Rindfleisch-Interesse -Bitte um Aufnahme in den Schlachttermin-Verteiler“.

Weitere Infos zum Hof findet man unter:

www.hasselholz.de

Text: Christina Paulson – Fotos: Dietmar Veith