2015.10.09 Tafelrunde Genießerwirtshaus

Tafelrunde im Genießer Wirtshaus in Rurberg 09.10.2015

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Durch den freundlichen Empfang nicht nur durch die aufmerksamen Serviererinnen, sondern auch auch seitens der Betreiberfamilie Daners entstand eine familiär zu nennende Atmosphäre.

Gabi Kaus und Beate Zaengel hatten zusammen mit dem Koch und Inhaber Joachim Daners im Voraus eine kleine, aber das Restaurant kennzeichnende Menüauswahl für ein Drei-Gänge-Menü vorbereitet.

Da durften zwei Spezialitäten des Genießer Wirtshauses nicht fehlen: der "Eifeler Rand" und der "Döppekuchen".


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Vor dem Beginn des gewählten Menüs gab es ein köstliches, noch dampfendes Nussbrot von einem Bäcker aus Düsseldorf.

Das Ambiente, die Service der Bedienung und die einzelnen Gänge hinsichtlich der Regionalität und des Geschmacks wurden von den Mitgliedern des Conviviums während des Essens auf einem vorbereiteten Bogen beurteilt.

Carpaccio vom Eifeler Rand - Wildschweinpastete mit Zwiebelconfit

Auf der Speisenkarte des Hauses finden wir dazu folgende Informationen: "In der Eifel stand Fleisch nur selten auf dem Tisch, da es traditionell nur drei Schlachttermine im Jahr gab: am Martinstag, vor Weihnachten und um die Fastnacht herum.

Als einzige Art der Konservierung kannte man das Einsalzen in einer Bütte oder in einem alten „Fleischstein“ (Bottich aus Rotsandstein), wo das Fleisch eingelegt und mit Hilfe von Salz, Gewürzen und vor allem Wacholder pikant gewürzt wurde. Unter dem Jahr wurde das Fleisch dann sparsam aufgebraucht indem es in dünnen Scheiben vom „Rand“ abgeschnitten wurde.

Diese traditionelle Eifeler Konservierungsmethode diente als Basis für die Entwicklung unserer neuen Hausspezialität: „Eifeler Rand“

Unter den Vorspeisen konnte man dann auch unter anderem Carpaccio vom „Eifeler Rand“ auswählen.

Quelle: J. Schröder, Brauchtumslandschaft Eifel."

Auswahl aus der Speisekarte

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"Eifeler Rand" gab es auch in Verbindung mit der zweiten Spezialität, dem Döppekuchen. Hierzu notiert Herr Daners in der Speisenkarte die Anmerkung: "Der „Döppekooche“ ist ein Eifeler Traditionsgericht, das von den Speisekarten unserer Region nahezu verschwunden ist. Grund für einige Kollegen in der Eifel und unseren Betrieb, dieses Rezept wieder auszugraben und neu zu interpretieren.

Genießer Wirtshaus

Döppekooche mit Eifeler Rand

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Eigentlich ist der „Döppekooche“ nur eine andere Zubereitungsform des Reibekuchens, der nicht in Fett gebraten, sondern wie ein Kuchen im Ofen gebacken wird." Die für diesen Abend sorgsam und interessant vorbereitete Speisenauswahl.

Hirschfilet - Entenbrust -„Eifeler Rand“ vom Grill mit Döppekooche

Im Internetauftritt des Genießerwirtshauses - geniesserwirtshaus.de - liest man im Link "Über uns":

Der Wein steht bei uns im Mittelpunkt, ihm ordnet sich alles unter. Um Ihnen unsere Hauptakteure näher zu bringen, halten wir rund 20 wechselnde Weine im Offenausschank für Sie bereit: immer in 0,7 l-Qualität und von ausgesuchten Lagen, über denen die Sonne regelmäßig ein paar Extrarunden gedreht hat.

Eine Weinkarte mit einer Beschreibung der angebotenen Weine gibt es nicht. Seine Wahl soll der Gast nach einem Probierschluck treffen.

Der Koch, Herr Daners, erläuterte dieses Verfahren auf Nachfrage nach dem Essen damit, dass seine Gäste nur nach dem Geschmackstest die Auswahl des Weines treffen sollten. Preise oder bisherige Vorlieben sollten zunächst die Wahl nicht einschränken.

Für die Biertrinker gibt verschiedene Bierspezialitäten. Es wird um Verständnis gebeten, dass dieses nur in der Flasche angeboten wird.

Herr Daners ist kein ausgebildeter Koch; er hat aber die Kochgene, die in ihm aufgrund seiner Herkunft schlummerten, genutzt und seine handwerklichen Fertigkeiten im Laufe der Zeit immer weiter verbessert.

Der Zuspruch und die Auslastung des Hauses sind Indizien für die gebotene Qualität.

Slow Food und die Ziele des Vereins waren Herr Daners aus seiner Zeit eines längeren Italienaufenthalts bekannt, unterstützt und bejaht sie in vollem Umfang.

Zitat: "Unsere Küche ist eine ehrliche Landhausküche ohne Schnörkel, die sich an der Jahreszeit orientiert. Für unsere Nationalpark-Gäste bieten wir eine zeitgemäße Eifelküche, für unsere einheimischen Gäste mit Fernweh kochen wir auch einmal gerne klassische Rezepte aus den Weinbauregionen Europas nach." Auf der Suche nach Erzeugern für die Produkte seiner Küche, die den Ansprüchen des Küchenchefs genügen, verwendet er gerne belgische Produkte, insbesondere beim Fleisch.

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Die Zeit unseres gemütlichen und genüsslichen Zusammenseins verflog auch dank der ungezwungenen, familiären Stimmung - gewürzt durch vom Seniorchef vorgetragenen Anekdoten auf Eifeler Platt - im Nu.

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Text: Hermann Josef Fels   Fotos: Christina Paulson, Beate Zaengel