2016.04.23 Backen im Holzbackofen Moss

„Wir backen im Holzbackofen“

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Die Slow Food Kochgruppe mit Silke Schwengberg, Gaby Kaus, Karin Aretz, Beate Zaengel und Gabi Krüger bereitete gemeinsam mit Bäckermeister Jörg Moss verschiedene im Holzbackofen gebackene Leckereien zu.

Das Menü begann mit einem Gruß aus der Küche, bestehend aus Roggenbrot mit zwei Aufstrichen (Kräuter-Frischkäse und Auberginen-Creme). Nach diesem ersten Genuss kam eine wunderbare, von der Slow Food Kochgruppe zubereitete Zwiebelsuppe auf den Tisch.

Der Clou waren die eigens für diese Veranstaltung im Holzbackofen gebackenen kleinen Roggenmischbrote, die ausgehöhlt als Suppentassen dienten. Ganz frisch gebacken schmeckt Brot am Besten und das war Gaumenfreude pur.

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Weiter ging es mit einer Premiere. Bei der Bäckerei Moss wurden an diesem Abend erstmals Flammkuchen gebacken.

Vom Klassiker mit Schmand, Zwiebel und Speck über Verfeinerungen mit Feigenspalten, einer Flammkuchen-Variante mit Tomate bis hin zu Flammkuchen mit grünem Spargel und Rucola steuerten die Slow Food-Köchinnen kreative Beläge bei, während Bäckermeister Jörg Moss die Flammkuchen im 300° heißen Holzbackofen in wenigen Minuten kross buk.

Bäckerei Moss

Die vom persönlich anwesenden Geschäftsführer der Hit-Märkte Herbert Sütterlin gestifteten Weine rundeten das Geschmackserlebnis ab. Auch dafür herzlichen Dank!

Doch es sollte an diesem Abend nicht nur lecker gegessen und getrunken werden. Geschäftsführer Hans-Bernd Schwienhorst präsentierte MOSS nach dem Essen als einen im September 2015 „frisch gebackenen“ „Eifel-Produzenten“. Die Backwaren schmeckten einem Slow Food-Gaumen deshalb doppelt so gut, besonders weil der Teig überwiegend aus Rohstoffen aus der Eifel bestand.

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So fühlten wir uns gleich heimisch in der Eifel. Das dahinter stehende Konzept der Regionalmarke Eifel GmbH erläuterte deren Geschäftsführer Markus Pfeifer, indem er von der Geschichte, der Gründung und der Entwicklung der Regionalmarke Eifel so philosophierte:

“Wertschöpfung möglichst in der eigenen Region halten – das sichert Arbeitslätze und Kaufkraft. Kreislaufdenken à la EIFEL.“

Regionalmarke Eifel

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Manfred Lieber aus dem Leitungs-Trio des Aachener Slow Food-Conviviums griff den Aspekt der regionalen Wertschöpfungsketten auf, um die Bedeutung regionalen Wirtschaftens und Konsumieren aus Sicht von Slow Food darzulegen.

„Regional“ heißt auch für Slow Food nicht nur räumliche Nähe. Das würde zu kurz greifen. Slow Food betont das Ineinandergreifen von räumlicher Nähe, von Qualitätsgrundsätzen für Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln sowie handwerklicher Herstellungs- und Verarbeitungsweisen. Manfred Lieber fasste den Beitrag, den verantwortungsbewusste Genießer zur Unterstützung regionaler Lebensmittelwirtschaft leisten könnten in vier Punkten zusammen:

• Wir müssen uns für unsere Lebensmittel interessieren.

• Wir entscheiden mit jedem Kauf, welche Form der Lebensmittelwirtschaft wir unterstützen wollen /vom Hofladen, über den Wochenmarkt bis hin zum Discounter.

• Freuen wir uns in jedem Jahr erneut auf die Saison von reifem Obst und Gemüse, denn dann kann es auch aus unserer Region kommen.

• Wenn wir handwerklich arbeitende Betriebe unserer Region erhalten wollen, dann müssen wir unsere Lebensmittel auch bei diesen Produzenten oder Händlern kaufen, damit sie auch in Zukunft wirtschaftlich arbeiten und uns gute Lebensmittel anbieten können.

Die verschiedenen Beiträge waren Anlass für angeregte Diskussionen an diesem Abend. Darin ging es immer wieder um das Spannungsfeld zwischen den Zielrichtungen von Slow Food und den Möglichkeiten und Grenzen der praktischen Umsetzung in einem Wirtschaftsunternehmen wie z.B. der Bäckerei Moss sowie der Rolle des Lebensmitteleinzelhandels beim Angebot regionaler Produkte wie z.B. unserer Aachener Münsterbirne.

Mit dem zum Abschluss des Menüs aus dem Holzbackofen gereichten äußerst delikaten Butterkuchens ging ein genussvoller und inhaltsreicher Abend zu Ende. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an die Gastgeber-Familie Moss / Schwienhorst, die uns in den gastfreundlichen Räumlichkeiten persönlich empfing.

Er zeigte, wie erfolgreiche Kooperation mit engagierten Slow Food Unterstützern zu beiderseitigem Nutzen funktioniert.

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Nicht zuletzt profitieren auch die sozialen Projekte des Lions Club Carolina Aachen davon, die mit den Teilnehmer-Spenden von insgesamt 685 € unterstützt werden konnten.

Insgesamt war der Abend in Roetgen ein besonderes Erlebnis, das wir leider direkt in Aachen noch nicht wahrnehmen können: eine Moss-Filiale mit Holzbackofen, die uns Backwaren mit einem ganz besonderen Geschmack liefert.

Lions Club Carolina Aachen

Text: Holger Weiß und Manfred Lieber
Fotos: Christina Paulson, Hans-Jürgen Serwe, Beate Zaengel